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förderung der jugendhilfe – ein fass ohne boden?

Geld | Kleingeld (c) gerd altmann / pixelio.de

als ich vor ein paar wochen die förderliste der stadt leipzig durchgesehen habe, ist mir etwas aufgefallen. ich habe lange überlegt, wie ich es formulieren soll, ohne jemandem auf den schlips zu treten. bisher war ich immer der meinung, dass die stadt projekte nur fördert, wenn abzusehen ist, dass sich diese in geraumer zeit selbst  tragen. aber kann es sein, dass einzelne projekte mit geradezu selbstverständlicher regelmäßigkeit jedes jahr aufs neue gefördert werden? und noch etwas ist mir aufgefallen: einzelne projekte sind zwar neu dazugekommen, klingen aber genau so wie bereits bestehende in der vergangenheit ebenfalls geförderte projekte.

förderung der jugendhilfe in leipzig

nach nochmaligem lesen der förderliste drängt sich mir der verdacht auf, dass einzelne projekte nur geschaffen werden, um fördermittel „zu kassieren“ und so für einen gewissen zeitraum „arbeitsplätze“ zu sichern. was mich interessieren würde ist, ob es ein kontrollgremium gibt, welches nicht nur über den mittelzufluss entscheidet sondern auch deren verwendung kontrolliert und deren erfolg „überwacht“. oder reicht es vielleicht sogar, wenn die träger der einzelnen projekte ihre regelmäßigen berichte einreichen? und im nächsten jahr geht es dann wieder fleissig auf die jagd nach neuen fördermitteln.

so wurden von den trägern der freien jugendhilfe für das haushaltsjahr 2008 insgesamt 11.496.587,17 euro beantragt. davon wurden durch den jugenhilfeausschuss 8.803.738,00 euro genehmigt. unter anderem stehen für jugendverbandsarbeit im haushaltsjahr 2008 insgesamt 236.245,00 euro zur verfügung. die träger der projekte zur familienbildung dürfen 454.130,00 euro ausgeben, für den kinder- und jugendschutz stehen 353.020,00 euro bereit und die offenen freizeittreffs haben 3.855.542,00 euro bewilligt bekomen. ist ihnen als eltern eigentlich klar, dass sie mit ihren abgeführten steuern diese projekte, wie sinnvoll sie auch im einzelnen sein mögen, mit finanzieren?

hier mal ein kleines rechenbeispiel zur förderung der familienbildung:

der caritasverband leipzig hat für sein projekt „familienbildung in kooperation mit kita“ fördermittel in höhe von 45.920 euro erhalten. aus der zum projekt gehörigen internetseite geht hervor, dass für diese projekt 2 halbtagskräfte = 1 vollzeitäquivalänt beschäftigt werden. bei 252 arbeitstagen im jahr und 8 stunden öffnungszeit (montag bis freitag) ergibt dies 2016 öffnungsstunden und somit einen kostensatz zu lasten des steuerzahlers von 22,77 euro pro stunde.

dabei sind urlaubstage (laut bundesurlaubsgesetz mind. 23 tage), krankheit und sommer/winterschließzeiten nicht berücksichtigt. hier ergibt eine pauschale schätzung einen abzug von 40 arbeitstagen bzw. 320 öffnungsstunden. somit klettert der preis auf 27,07 euro pro stunde.

was wir nicht belegen bzw. erfragen können ist der konkrete zeitliche aufwand pro tag. gehen wir mal, anstatt der ursprünglich angenommenen 8 öffnungsstunden pro tag von wahrscheinlicheren 5 stunden aus, so reduzieren sich die öffnungsstunden auf 1060 pro jahr. summasummarum kostet die durchführung des projektes  (personal und sachkosten) den steuerzahler also pro stunde schon 43,32 euro. des weiteren wird laut förderliste das projekt „stadtweit“ angeboten, wir wissen aber, dass es sich lediglich an den stadtbezirk leipzig-west richtet.

bei interesse können sie die komplette liste gern bei uns anzufordern. einfach eine kurze mail an newsn@familienfreund.de. vielleicht fallen ihnen ja noch mehr ungereimtheiten auf.

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