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gerichtsvollzieher melden verwahrloste kinder

puppengesichter (c) Helene Souza / pixelio.de

die 220 sächsischen vollstreckungsbeamten achten bei ihrer arbeit zukünftig auch auf gefährdete kinder, um bei anzeichen von verwahrlosung die behörden einzuschalten. damit reagieren sie auf die jüngsten fälle von kindstötungen und schweren misshandlungen. zu diesem zweck haben sie ein netzwerk geknüpft, welches kindeswohlgefährdung schon frühzeitig erkennen soll.

„in unserem beruf macht man fast täglich erfahrungen mit verwahrlosten familien“, erzählt der leipziger obergerichtsvollzieher thomas lux (40). gelegentlich wies er das jugendamt privat schon in der vergangenheit auf verdachtsfälle von kindeswohlgefährdung hin. leider hatte er dabei oft das gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

lux fordert meldehotlines für verwahrloste kinder

lux: „wenn wir bei schuldnerbesuchen kinder in katastrophalen hygienischen verhältnissen vorfinden oder merken, dass sie aufgrund der drogen- oder alkoholsucht der eltern vernachlässigt werden, melden wir das jetzt auf schnellem dienstweg an die jugendämter weiter.“ auch schulpflichtsverletzungen sollen weitergeleitet werden. lux fordert dringend meldehotlines mit festen ansprechpartnern, damit die „hinweise nicht im nirvana verpuffen“. der landes-chef des deutschen kinderschutzbundes dr. jost schönfelder begrüßt das engagement, denn das kindeswohl ist eine ressortübergreifende aufgabe. er hofft, dass weitere berufsgruppen dem beispiel der gerichtsvollzieher folgen.

auch sachsens sozialministerin helma orosz (cdu) begeistert sich für die neuen helfer: „ich freue mich über die unterstützung der gerichtsvollzieher zum wohle unserer kinder.“ sie versprach, dass ihr ministerium prüfen wird, ob in zusammenarbeit mit den etablierten trägern der jugendhilfe eine zentrale melde-hotline eingerichtet werden kann.

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1 Kommentar zu “gerichtsvollzieher melden verwahrloste kinder”

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