Facebook Zaehlpixel
0341-355408-12 info@familienfreund.de

20. Leipziger Puppentheaterfest vom 23. – 27. September 2015

Kind schaut neugierig (c) Franz Mairinger / pixelio.de

Geschichten erzählen und dabei mit den Mitteln der Kunst den Blick zu weiten über die Grenzen des Bekannten hinaus, durch Überraschungen neue Impulse und Denkanstöße, unserem Alltag Flügel zu geben, das alles und mehr wollen wir mit unserem 20. Leipziger Puppentheaterfest unserem Publikum darbieten. Auch das 20. Leipziger Puppentheaterfest ist ein Projekt der Leipziger Ortsgruppe des Bundes Sächsischer Puppen- und Marionettentheater e.V., durchgeführt in den Räumen des Puppentheaters Sterntaler. Die Organisation vor Ort liegt in diesem Jahr in den Händen von Meike Kreim und Wilmi Gerber.

Passend zum Motto „Grenzgänger“ haben wir verschiedene Gastspieler geladen, Puppenspieler und Schauspieler, und erstmals auch zwei Pantomimen aus Berlin: Wolfram von Bodecker und Alexander Neander, die Bühnenpartner des Marcel Marceau. Das Künstlerduo zeichnet sich als wahre Grenzgänger aus. Natürlich in der Ausübung ihres Berufes, reisen sie doch mit ihren Bühnenprogrammen durch die halbe Welt – und als zweites mit der Art ihrer Bühnenkunst. Sie sind nicht das erste Mal zu Gast in Leipzig, aber das erste Mal in unserem Puppentheater. Erstaunlicherweise – oder auch nicht – fühlen sie sich hier besonders vertraut.

Bodecker und Neander erlernten ihre Kunst in Paris beim Großmeister der Pantomime, Marcel Marceau, mit dem sie nach ihrer Ausbildung in mehreren Bühnenprogrammen auftraten. Was aber ist so anders als im Puppenspiel? Wir hören sie sprechen und singen, und doch ist es Sprache ohne Worte, wir sehen Gegenstände, auch wo keine sind, wir erleben Geschichten, die uns aus unserem Alltag bekannt sind, und doch ist es eine ganz neue Erfahrung, die sich uns auftut. Déjà vu? nennen Bodecker und Neander ihr Programm: Eine wunderbar inszenierte Illusion, ein Theater voller Gefühle, Bildertheater voller Magie und feinstem Humor, das in das Land der eigenen Wünsche entführt.

Es ist die Liebe zum Detail, die behutsame Wahrnehmung und präzise Gestaltung, die die Nähe zum Puppentheater begründet. Pantomime auch für Kinder? Gerade auch für Kinder!

Für das Figurentheater ist die Bildsprache immer ein Mittel zum Geschichtenerzählen und so haben wir nach Gastspielen Ausschau gehalten, die dieses Mittel im Besonderen anwenden und die Grenze zur Malerei und Bildkunst deutlich wird.

weitere Gäste des Leipziger Puppentheaterfestes

Die Görlitzer Diplom-Puppenspielerin Anne Swoboda, Theater 7schuh, ist eine Grenzgängerin zwischen Berlin und Görlitz. Die Lage der Stadt Görlitz an der deutsch-polnischen Grenze, die bewegte Geschichte dieser Region und die Besonderheiten der Stadt üben einen besonderen Reiz aus. Nicht umsonst ist diese Europastadt nicht nur Kulisse für verschiedene internationale Filme geworden, sondern auch eine Inspiration für die zahlreichen dort lebenden Künstler. Mit dem Stück „Das kleine Ich bin Ich“ greift die Frage „Wer bin ich?“ auf und begleitet den Protagonisten auf dessen Grenzgängen auf dem Weg zu sich selbst. Wenn Anne Swoboda nicht mit ihren Figuren auf der Bühne steht, übernimmt sie Regiearbeiten, ist Dozentin im Fach Puppenspiel an verschiedenen Bildungsstätten in Deutschland und leistet theaterpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Dörte Kiehn ist ebenfalls eine Grenzgängerin: Ihr Tandera-Theater ist an der Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg- Vorpommern in Testorf, einem Ortsteil von Zarrenthin, beheimatet. Gemeinsam mit den anderen Tandera-Mitgliedern überschreitet sie regelmäßig die geographischen Grenzen in alle Richtungen. Gleiches gilt für die Inszenierungen des Tandera-Theaters: Die Bandbreite reicht von unterhaltsamen Stücken für Zuschauer ab drei Jahren bis zu einer wahren Geschichte aus dem Konzentrationslager Ravensbrück für Jugendliche und Erwachsene.

Das Tandera-Theater gastiert beim Puppentheaterfest mit dem Stück „Der kleine Ritter“, einer kleinen Geschichte über Mut und Angst und über die Notwendigkeit, eigene Erfahrungen machen zu dürfen, nach dem gleichnamigen Buch von Daniela Römer.

Die Diplom-Puppenspielerin Karla Wintermann aus Röhrsdorf überschreitet ebenfalls immer wieder Grenzen in ihrem künstlerischen Schaffen. Mit aktuell elf Inszenierungen begeistert sie ihre Zuschauer; in den Jahren zuvor arbeitete sie als freischaffende Puppenspielerin u.a. für das Trickfilmstudio Dresden, den Fernsehfunk Berlin, das Puppentheater Bautzen und war wiederholt für insgesamt neun Jahre als Puppenspielerin am Staatlichen Puppentheater Dresden engagiert. Gleichzeitig gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen an Interessierte weiter: Die Bandbreite reicht von Figurenbau- und -spielseminaren über verschiedene Dozententätigkeiten u.a. an der TU Dresden und lehrt als Dozentin für das Fach Figurentheater an der Akademie für Kreativitätspädagogik in Leipzig. Mit dem Stück „Däumelinchen“ präsentiert sie im Rahmen des Puppentheaterfestes eines der wohl schönsten Andersenschen Märchen.

Den Abschluß des diesjährigen Puppentheaterfestes bildet die Inszenierung „Der dicke fette Pfannkuchen“ des Göttinger Figurentheaters Tatyana Khodorenko am Sonntag. Die gebürtige Ukrainerin studierte in Russland und verkörpert das hohe Niveau der russischen Puppenspielkunst. Sie spielt ihre Stücke alternativ in deutscher oder russischer Sprache und ist damit in Deutschland seit vielen Jahren sehr erfolgreich unterwegs. In „Der dicke fette Pfannkuchen“ wandert sie an den Grenzen zwischen Erzählerin, schauspielender Figur mitten unter ihren Puppen und als agierende Puppenspielerin zwischen den Polen umher und löst diese Grenzen mit ihrem komödiantischen Können und ihrer lebhaften Spielweise vor unseren Augen auf.

weitere Informationen zum Puppentheaterfest finden sich unter http://www.puppentheater-sterntaler.de/2015_puppentheaterfest_20.html.

Hat Ihnen der Beitrag geholfen? Behalten Sie ihn nicht für sich !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.