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das deutschlandstipendium – hochschule trifft wirtschaft

Foto | BMBF: Hat das Deutschlandstipendium zur Chefsache erklärt: Renate Lieckfeldt, Rektorin der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (HTWK), © 2012 bmbf.de

Immer mehr junge Menschen in Deutschland studieren. Eigentlich erfreulich – doch bei näherer Betrachtung ist schon längst klar, dass langfristig nicht genug junge Menschen eine Hochschule besuchen werden. Die Schulabgängerzahlen haben sich unlängst halbiert. In vielen Branchen stellt sich bereits jetzt Fachkräftemangel ein.

Das Deutschlandstipendium ist ein Mittel des Bundesministerium für Bildung und Forschung eine breit aufgestellte Talenteförderung zu unterstützen und anzuregen. Möglichkeiten ein Studium zu finanzieren gibt es einige aber Stipendien nehmen aktuell nur 3 % aller Studierenden in Anspruch.

Wer kann mit dem Deutschlandstipendium gefördert werden?

Gewinnerinnen sind Studenten mit herausragenden Leistungen. Zu den Auswahlkriterien zählen neben erfolgen in Schule und/oder Studium auch die Bereitschaft, im sozialen Umfeld Verantwortung zu übernehmen sowie die Überwindung von etwa herkunftsbedingten biografischen Hindernissen.

Warum fördern?

Für viele Unternehmen ist der Standort ein wichtiges Kriterium um eine Niederlassung zu gründen oder zu expandieren. Ein Standortfaktor sind neben einer guten Infrastruktur, Anschluss an Nah- und Fernverkehr zumindest im internationalen Kontext auch die nähe zu einer guten Hochschule. Und Studenten suchen die Nähe zu guten Unternehmen, marken und Forschungseinrichtungen. Trotzdem kommt das eine manchmal nicht direkt und schnell mit dem anderen zusammen.

Mit dem Deutschlandstipendium können sie ihr Interesse zur Förderung an einer Hochschule ihrer Wahl bekunden und einen Studenten direkt die Möglichkeit geben sich fördern zu lassen. Die Hochschulen räumen den Förderern ein, die Stipendiaten zum Beispiel bei Stipendiatentreffen kennenzulernen und talentierte Nachwuchskräfte direkt anzusprechen. Die konkreten Angebote für Förderer gestaltet jede Hochschule individuell. Es ist jedoch auch möglich, sofern die oder der Geförderte zustimmt, direkt den Kontakt herzustellen. Das einladen zu Veranstaltungen oder das anbieten eines Praktikums wären so kein Problem.

Wieviel bekommt der/die geförderte?

Der Student erhält insgesamt 300 euro. 150 euro davon kommen direkt aus dem Förderprogramm des Bundes und die anderen 150 zahlt das fördernde Unternehmen. Als Förderer haben sie grundsätzlich ein Mitspracherecht bei der Mittelverwendung. Die Mittel können gezielt für eine Fachrichtung oder für ausgewählte Studiengänge eingesetzt werden.

Wie kann ich mitmachen?

Falls sie als engagiertes Unternehmen mitmachen wollen, wenden sie sich am besten direkt an eine Hochschule. Es empfiehlt sich im beiderseitigen Interesse eine Fördervereinbarung mit der Hochschule zu schließen. Das Gesetz an sich sieht keine Schriftform vor. Wichtig zu wissen ist, dass sie Förderzusage jeweils zu Beginn des Sommer- oder Wintersemester für 2 Semester (1 Jahr) machen.

Aus der Praxis: Lehre, Fachhochschulreife, Deutschlandstipendium – so geht es auch

Vom Industriemechaniker zum Architekturstudenten: Bastian Spötter (28) hat nach der Ausbildung ein Studium begonnen. Im Interview erzählt der Hildesheimer, wie es ist, der erste Student der Familie zu sein, warum er nie wieder in einer Fabrik arbeiten will, und wie es sich mit dem Deutschlandstipendium studiert. Bastian Spötter (28) studiert Architektur an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, Niedersachsen. Nach der Realschule machte er zunächst eine Ausbildung zum Industriemechaniker, erlangte parallel die Fachhochschulreife an der Abendschule. Darüber hinaus engagiert er sich in seinem Heimatort bei der freiwilligen Feuerwehr und als Betreuer für begabte Kunstschüler. Aktuell schreibt er seine Masterarbeit.

Kritiker sagen, das Deutschlandstipendium betreibe Eliteförderung für Akademikerkinder. Was geht ihnen dazu durch den Kopf? Mein Vater ist Maschinenführer, meine Mutter arbeitet als Verkäuferin. Demnach bin ich also kein typischer vertreter für diese Aussage. Auf mich trifft eher der Spruch zu: „Der zweite Bildungsweg ist doppelt so hart“. Das Deutschlandstipendium ist da schon fast eine kleine Wiedergutmachung. Ich war keiner, der direkt vom Gymnasium ins Studium rutschen konnte. Ich bekomme auch kein Bafög. Aber ich denke, dass ich nicht das einzige Arbeiterkind mit Ambitionen und einem Deutschlandstipendium bin.

Weitere Informationen rund um das Deutschlandstipendim finden sie hier .

Update: Im Jahr 2012 erhielten 13 900 Studierende ein Deutschlandstipendium nach dem Stipendienprogramm-Gesetz. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg die Zahl der Stipendiaten 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 159 %. Gemessen an der Gesamtzahl der Studierenden des Wintersemesters 2012/13 betrug der Anteil der Stipendiaten knapp 0,6 %. Die meisten Studierenden wurden im Jahr 2012, wie schon im Vorjahr, in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften mit einem Deutschlandstipendium gefördert. Insgesamt gab es hier 4 000 Stipendien (29 %). Danach folgten die Fächergruppen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit 3 600 Stipendiaten (26 %) sowie Mathematik/Naturwissenschaften mit 3 000 geförderten Studierenden (22 %). Hochschulen warben 2012 von privaten Mittelgebern Fördermittel in Höhe von 13,0 Millionen Euro ein. Detaillierte Ergebnisse bietet die Fachserie 11, Reihe 4.6 „Förderung nach dem Stipendienprogramm-Gesetz“.

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