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Ein Jahr Familienfreund: „Wenn wir helfen können, geht‘s uns gut“

Experten der familienfreund KG helfen auch beim Wiedereinstieg (c) Ralf Julke / l-iz.de

Mit einem Picknick im grünen Grünau feierte am letzten Wochenende die Familienfreund KG ihren ersten Geburtstag, eines jener jungen Leipziger Unternehmen, die es gar nicht geben brauchte, hätte die Bundesrepublik tatsächlich so etwas wie eine Familienpolitik. Dann wäre Kindergroßziehen auch in Leipzig kein Problem und hiesige Unternehmen brauchten sich keine Gedanken machen um die Sicherung ihres Nachwuchses. Aber sie haben den Kummer. Und langsam tut’s weh.

Personalentscheider brachten das Thema mehrfach in Arbeitskreisen der Familienstadt Leipzig aufs Tapet. Voller Ahnungen: Irgendetwas funktionierte da nicht richtig in der schönen Vorzeigestadt. Mitarbeiter fielen aus, weil keine „Ersatzoma“ gefunden wurden. Junges Personal druckste herum, weil es keinen Betreuungsplatz fürs Kleinkind hatte. Und die Leute rannten erschreckt aus den Sitzungen, weil die Kindertagesstätte pünktlich 16 Uhr schloss. Im Arbeitskreis „Familienfreundliche Personalpolitik“ wurde die Idee schließlich konkret: Was in Leipzig fehlte, war eine Instanz, die irgendwo alle verfügbaren Informationen sammelte und das vorhandene Potenzial für Leipzigs Familien verfügbar machte. So eine Art Familienfreund eben. Der herumhorcht, Kontakte knüpft, per Anruf Auskunft geben kann über alles, was Familien so brauchen.

Jana Schlegel und Thomas Kujawa gründeten just diesen Familienfreund im Juni 2006. Und gingen sammeln, nämlich all jene Informationen, die Familien und Personaler brauchen rund um das Thema Kind. Wo gibt es freie Plätze? Wer bietet den Service, der gerade benötigt wird? Wer kann Feuerwehr spielen? Hilf- und Holdienste gehören genauso zum Programm wie die Suche nach dem richtigen Betreuungsplatz zur richtigen Zeit.

Dass so nebenbei auch noch eine Betreuungsdatenbank entstand, hat auch den Handlungsdruck im Jugendamt der Stadt erhöht, das schon seit Jahren den Auftrag hat, ein funktionierendes Informationssystem für ratlose Eltern zu schaffen. Mittlerweile arbeitet auch das Jugendamt der Stadt an einer solchen Datenbank. Doch vor 2008 wird KiPla nicht verfügbar sein. Vor 2008 wird auch das heimliche System der Wartelisen nicht ausgehebelt, mit denen Leipzigs Kita-Leiterinnen das Anmeldechaos irgendwie zu kanalisieren versuchen. Es gibt zwar – nach Auskunft des Sozialdezernats – genügend Betreuungsplätze in Leipzig. Doch die Plätze sind – historisch bedingt – falsch verteilt im Stadtgebiet.

Dort, wo die Kinder sind, fehlen sie. Und die Leiterinnen der Einrichtungen können nicht weiterhelfen. Sie wissen selbst nicht, welche nächstgelegene Kita noch freie Plätze hat. „Wir sammeln alle Informationen, fragen nach und wissen natürlich einigermaßen, was geht, und was nicht geht“, so Thomas Kujawa.

Die schnelle Hilfe spricht sich herum: Im Januar bekam der Familienfreund schon 1.400 Anfragen. Im Mai waren es schon 2.246, die Hälfte davon zum Famalienkatalog, der Rest zu Anbietern, Dienstleistungen und Produkten. „Das Schwierige ist doch“, so Jana Schlegel, „wie bekomme ich Beruf und Familie unter einen Hut ohne dass die Kinder darunter leiden. Darum geht es doch. Und unsere Aufgabe ist es, die Angebote zu finden, die genau da helfen. Und wenn es nur ein Babysitter ist oder jemand, der die Kinder abholt, – eine verlässliche Person natürlich. Aber das alles gibt es ja in Leipzig. Die Informationenm sind natürlich verstreut. Bei uns läuft das zusammen.“

Von den 250 Leipziger Tagesmüttern und -vätern haben mittlerweile die Hälfte ihre Kontaktdaten beim Familienfreund hinterlegt. Sie erweisen sich genau da als größte Hilfe, wo das Leipziger Kita-Netz Löcher hat. „Und mittlerweile merken auch die Eltern, dass ihre Kinder da in der Regel genauso gut betreut werden wie in der Krippe“, sagt Jana Schlegel. „Wenn nicht besser.“

Was mittlerweile genauso wichtig sei, so Thomas Kujawa, seien die Rückmeldungen der Eltern. „Denn ein freier Platz ist nicht immer ein guter freier Platz“, sagt er. „In letzter Zeit haben wir vermehrt einige selbsternannte Anbieter von kinderbetreuung dem Finanzamt, der Minijobzentrale bzw. der Arge gemeldet. Es gibt einige, die nutzen die Engpässe aus, ohne die dafür notwendigen Qualifikationen zu haben.“

Transparenz sei auch da ein wichtiges Plus, das man den Kunden des Familienfreundes schuldig sei. Work-Life-Balance sei das Zauberwort, das über der Arbeit des Familienfreund schwebe. „Damit sich alle verwirklichen können“, so Kujawa, „in ihrer Arbeit und in ihrer Familie. Und wenn wir das schaffen, dabei zu helfen, dann haben wir auch selbst ein gutes Gefühl.“

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