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Gefährdung der Psyche bei uns im Betrieb? – Niemals!

Blick auf die Stadt und das Wasser (c) qimono / pixabay.de

Im Folgenden lesen Sie einen Gastbeitrag von Marco Teschner, Volkswirt und Business-Coach. Er selbst sagt über sich: „Ich bin in einer Unternehmerfamilie aufgewachsen und führe seit 1997 eigene Unternehmen und Mitarbeiter, baute ein Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage erfolgreich um und wieder auf und trat 2003 die Unternehmensnachfolge an.“

Am Arbeitsplatz ist die Psyche den meisten Eindrücken ausgesetzt. Darum muss das Interesse von jedem Arbeitgeber sein, die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu schonen, im besten Fall sogar zu fördern. Das Ergebnis höherer Leistung spricht für sich.

Unter uns, Arbeitsschutz ist wichtig und natürlich wird darauf geachtet, dass niemand unter Strom stehende Maschinen zu reparieren. Wie sieht es mit der seelischen Gesundheit aus? Sie haben richtig gelesen: Die Gesundheit kennt keine Trennung zwischen Körper und Psyche. Vielmehr beeinflusst die Psyche das Wohlbefinden und die Gesundheit stärker, als uns bewusst ist. Darum geht es hier um die psychische Gefährdung am Arbeitsplatz.

Wo liegen für die Psyche die Gefahren am Arbeitsplatz?

Auf den Punkt gebracht sind wir Menschen dann zu bester Leistung motiviert, wenn wir gesund und zufrieden sind. Soll heißen, wir tun das, worin wir Profis sind und nicht über- oder unterfordert werden. Das trifft auf alle zu, ob Sie Unternehmer, Führungskraft oder Mitarbeiter sind.

Je nach Tagesverfassung, Tätigkeiten und unseren Erfahrungen fühlen wir uns entweder optimal gefordert, unterfordert oder überlastet. Wir müssen uns dabei im Klaren sein, dass nicht jede Arbeit Euphorie oder Verärgerung hervorruft. Arbeit ist kein Kindergeburtstag, trotzdem muss sie uns Sinn geben, Freude bereiten und uns Wertschätzung geben.

Yerkes dodson gesetz.jpg
CC BY-SA 3.0, Link

Das Yerkes-Dodson-Gesetz, 1908, macht das deutlich: Überforderung oder Unterforderung ist auf Dauer der Grund für Unzufriedenheit, Resignation und Demotivation am Arbeitsplatz.

Je weiter wir uns in der Mitte der optimalen Auslastung und Forderung bewegen, desto höher ist unsere Leistung.

Was unsere Grenzen bewirken

Stoßen wir an die Grenze der Überforderung, lernen wir, weil wir Strategien entwickeln, mit der Situation umzugehen und trotzdem Lösungen zu finden. Insofern ist die Grenze der Überforderung ein Antreiber, der, wenn man es nicht übertreibt, durchaus positiv wirken kann.

Unterforderung bringt uns allerdings auch einen Lerneffekt: Wir entwickeln Automatismen und verrichten die Arbeiten wie am Fließband immer und immer wieder ohne besonderen geistigen Anspruch. Das wir uns dabei nicht weiterentwickeln können, versteht sich von selbst.

Die Über- und Unterforderung haben gemein, dass wir im kritischen Bereich mehr Fehler machen oder auch langsamer arbeiten.

Wo die Ursachen auftauchen können

Wo treten Unter- und Überforderung auf (c) Marco Teschner

Bei jedem von uns können die „Minenfelder“ unterschiedlich groß sein. Es können bei jedem von uns vollkommen andere „Überschriften“ sein.

Faktoren in der Arbeitsaufgabe

  • Große Verantwortung tragen und gleichzeitig einen stark eingeschränkter Handlungsspielraum zu haben, ist für fast jeden Menschen ein Dilemma.
  • Starker Leistungs- und Termindruck machen auf Dauer Stress.
  • Emotionale Inanspruchnahme

Ursachen in den sozialen Bedingungen

  • Bestehen häufig Spannungen oder Konflikte zwischen den Kollegen
  • Wie klar ist die Führung der Mitarbeiter
  • Herrscht ein autoritärer Führungsstil

Fehlerquellen in der Arbeitsorganisation

  • Die Arbeit muss oft unterbrochen werden
  • Regelmäßige Überstunden im großen Umfang

Die Ursachen sind bei jedem individuell und haben einen unterschiedlichen Schweregrad.

Beurteilen Sie mögliche Gefährdungen durch psychische Belastung am Arbeitsplatz

Sie kennen sicher den Begriff „Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz“. Sie haben doch eine Gefährdungsbeurteilung? Zumindest sollten Sie wissen, dass sie für Arbeitgeber gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Beurteilung der Gefährdung der Arbeitnehmergesundheit ist also keine Option, sondern Pflicht. Und zur Arbeitnehmergesundheit gehört eben auch die Psyche.

Die Gefährdungsbeurteilung ist für jede Branche und jedes Unternehmen individuell und nicht immer 1:1 übertragbar. Dennoch ist sie kein Hexenwerk. Sie können auch beratende Hilfe hinzuziehen. Die Gefährdungsbeurteilung muss auch nicht für jeden einzelnen Mitarbeiter vorgenommen werden. Sie muss lediglich für die Arbeitsplätze und deren gefährdenden Potenziale erstellt werden. Sie sollen nicht die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter analysieren oder gar psychologische Diagnosen erstellen.

Der Stressreport der INQA-Studie 2006, zeigt, worum es wirklich geht:

  • Soziale Unterstützung
  • Zusammenhalt im Team
  • Erfolge wertschätzen und erlebbar machen
  • Handlungsspielraum
  • Sinn
  • Selbstbestimmtheit
  • Gutes Betriebsklima
  • Rückendeckung durch Führungskräfte

Trotzdem es immer noch (zu viele) Arbeitnehmer gibt, die innerlich gekündigt haben und gegen ihren „Strich“ ihrer Arbeit nachgehen, haben’s viele Unternehmen erkannt und arbeiten ständig an den Rahmenbedingungen zur Erhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz. Logisch, senken sich Kosten für Lohnfortzahlung und Vertretung deutlich, wenn alle Mitarbeiter gesund leben.

Wir stehen momentan vor der großen Herausforderung in der neuen Arbeitswelt, in der sich altgewohnte Abläufe überholt haben, neue hinzukommen und manche sogar ganz wegfallen. Wir kennen das medial ständig präsente Thema Industrie 4.0, Arbeit 4.0.

Hier können Sie es auch nochmal nachlesen

Nach §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz ist geregelt, wie die Gefährdungsbeurteilung Psyche zu erstellen und zu dokumentieren ist.

Sie haben dabei die freie Wahl, welchen Weg Sie gehen, um diese Gefährdungsbeurteilung zu erstellen.

Eigentlich ganz einfach oder etwa nicht?

Ich möchte Unternehmer darauf sensibilisieren, dass auch die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz entscheidend zum Erfolg des gesamten Unternehmens beiträgt. Die wichtigste und wertvollste Ressource im Unternehmen ist nun einmal der Mensch und nicht Geld. Kranke Menschen leisten weniger als sie gesund leisten könnten.

Nicht nur das. Arbeitgeber, die mit geringem Aufwand auf die betriebliche Gesundheit achten, wirken für Außenstehende nachhaltig attraktiv. Die Folge ist, dass Sie als Arbeitgeber häufiger in die Wahl der Bewerber fallen und Ihre Mitarbeiter langfristig an sich binden.

Sie können mich direkt unter 0 30 – 47 30 13 81 anrufen oder Ihre Frage mailen (coach(at)marco-teschner.de).

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