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Interimsmanagement mit ehemaligen Mitarbeitenden

Vereinbarkeit von Beruf und Familie | Beispiele von Unternehmen (c) demografienetzwerk-frm.de

Dieser Beitrag ist Teil 20 von 24 der Serie Demografienetzwerk Frankfurt Rhein Main

Der Name von SAMSON ist Programm. Durch ein Stellventil aus eigener Produktion strömen bis zu 400 bar – diese wollen sekundenschnell geregelt werden. Die Verbindung aus Stärke, Intelligenz und Cleverness hat schon Gründervater Hermann Sandvoss inspiriert, sein Unternehmen nach der Figur im Alten Testament zu benennen: „Samson“ war berüchtigt für seine unbezwingbare Stärke, deren Geheimnis in seinen Haaren verborgen lag.

Die Kombination aus Intelligenz und Stärke treibt das Unternehmen nicht nur in seinen technischen Entwicklungen, sondern auch im Umgang mit seinen Mitarbeitern/innen an. Das Motto der SAMSON AG lautet: Aus einer Partnerschaft kann eine Freundschaft fürs Leben werden. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 16 Jahren. Aus eigener Kraft eine Familie gründen und versorgen zu können, soll laut Herrn Dr. Nikolaus Hensel, Vorsitzender des Aufsichtsrates, jedem SAMSONer möglich sein.Um Beschäftigte zu halten und auch nach dem Renteneintritt an das Unternehmen zu binden, setzt SAMSON auf ein sozialverträgliches Arbeitsumfeld. Dazu gehört auch, dass in Mitarbeitern/ innen und Bewerbern/innen der Generation 50-Plus eine kompetente Schnittstelle zur jüngeren Generation gesehen wird.

Die hohe Wertschätzung für Mitarbeitende spiegelt sich in einem Interimsprogramm für Ehemalige wider. Persönliche Erfahrungen und das Wissen im Umgang mit bis zu zwanzig Jahre laufenden Prozessen stellen einen unschätzbaren Wert dar. Nicht immer kann sofort ein/e Nachfolger/in für die in Rente gehenden Beschäftigten gefunden werden. So entstand 2006 die Idee, pensionierte Fachkräfte zu mobilisieren.

Gerhard Schwarz erhielt neun Monate nach seinem Renteneintritt einen Anruf: Seine Kompetenzen als Technischer Einkäufer waren gefragt. Sein Nachfolger hatte das Unternehmen kurzfristig verlassen, ein Ersatz fehlte. Ein echter SAMSONer stellt keine Fragen. Bereits am nächsten Tag stand Gerhard Schwarz an seinem alten Arbeitsplatz. Sein Einspringen verschaffte der SAMSON AG Zeit, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Eine neue Interimslösung war geschaffen und wird seitdem gezielt ausgebaut! Das Interimsprogramm hat sich als ideale Lösung für die Besetzung von Sonderprojekten entpuppt. Das betrifft vor allem jene, für die stark eingebundene Beschäftigte im Tagesgeschäft keine Zeit finden. Ein Beispiel ist Erhard Ehrler, der als Vertriebsingenieur im gesamten Unternehmen bekannt ist. In seiner früheren Funktion als technischer Berater bereiste er die Welt und sammelte seine „Mitbringsel“. Im Ruhestand beauftragte ihn die SAMSON AG, die Stücke zu benennen, zu katalogisieren und ihre Geschichten festzuhalten. Nach drei Jahren konnte das Museum auf dem SAMSON-Gelände eröffnet werden. Heute ist es nicht nur ein Schmuckstück, sondern hat sich bereits in der Praxis bewährt. Kommt ein/e Kunde/in mit einem über vierzig Jahre alten Ventil, wissen oft jüngere Mitarbeitende nicht, wie das Produkt funktioniert – im Museum finden sie eine Antwort. Auch die häufig im Hause weilenden Kunden und Besucher lassen sich einen Blick nicht entgehen. Im Zuge des demografischen Wandels will die SAMSON AG künftig noch stärker auf Interimslösungen für erfahrene Beschäftigte setzen.

Autorin: Marion Kopmann, Geschäftsführerin Internal Relations GmbH

SAMSON AG, Weismüllerstraße 3, 60314 Frankfurt am Main, www.samson.de

Branche: Metall- und Elektroindustrie

Ansprechpartner: Matthias Ganz, Telefon 069 4009-1212, mganz@samson.de

Belegschaft
1.646 Mitarbeiter/innen
– 19,9 Prozent Frauen und 80,1 Prozent Männer
– 11 Frauen in Führungspositionen
– 990 Mitarbeiter/innen mit Kindern
– 19 Mitarbeiter/innen in Elternzeit
Altersdurchschnitt 42,6 Jahre

Über das Entstehen und die Idee dieses Beispieles

Die Wirtschaft in der Region FrankfurtRheinMain boomt, die Bevölkerung nimmt immer noch leicht zu, doch die Unternehmen stellen fest, dass sie die neuen Mitarbeiter, die sie benötigen, nicht bekommen.Um Unternehmen Anregungen zu geben, wie sie Beruf und Familie für ihre Mitarbeiter vereinbar gestalten können, hat das IHK-Forum Rhein-Main gemeinsam mit dem Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain 25 Unternehmen in der Region FrankfurtRheinMain besucht, die interessante Maßnahmen in ihren Betrieben umsetzen.

In 25 Artikeln beschreiben die Interviewer/innen Maßnahme und Unternehmen. Fotos aus den Unternehmen ergänzen die Darstellung. Damit möchten die Industrie- und Handelskammern der Region und der Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FRM einen Beitrag dafür leisten, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie den Menschen und Unternehmen leichter gelingt. So könnte die Erwerbstätigenquote von Frauen erhöht, mehr Frauen in Führungspositionen gebracht und für Väter Familienzeit gewonnen werden – und nicht zuletzt den Unternehmen erleichtert werden, ihre Fachkräfte zu finden und zu binden.

* Hinweis: Es handelt sich bei der Wiedergabe des Beitrages um ein wörtliches Zitat. Lediglich zu Zwecken der Lesbarkeit wurden  Formatierungen vorgenommen. Die Rechte des Beitrages liegen weiterhin beim Autor bzw. dem Demografienetzwerk. Der vollständige Download der Broschüre ist kostenlos möglich.

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Broschürenempfehlung: Fachkräfte sichern – Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiger Faktor im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Für kleine und mittlere Unternehmen kommen verschiedene Maßnahmen infrage, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. In dieser Broschüre werden die familienfreundlichen Maßnahmen, von der Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder bei der Pflege von Angehörigen bis hin zur aktiven Gestaltung der familienbedingten Auszeit, ihren Kosten und Nutzen gegenübergestellt.

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