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Neue Vorbilder braucht das Land für die Zukunft der Arbeit

Waage als Sinnbild für Work-Life-Balance (c) maxmann / pixabay.de

Vor einigen Wochen schockte Thomas Vollmoeller, Vorstandschef von Xing, eine ganze Branche. Als erster Chef eines Börsen-Unternehmens wagte Thomas Vollmoeller den Schritt zum Sabbatical. Ein bislang unter deutschen Top-Managern undenkbarer Schritt. Er begründete dies mit dem Bedürfnis sich bewusst für einen begrenzten Zeitraum aus dem Tagesgeschäft herausziehen und Zeit mit seinen Lieben verbringen zu wollen.

Leistung, Mehrleistung, Burn-Out

Vor allem unter Managern ist der Gedanke der Leistungsgesellschaft zutreffender denn je. Viele reden von einer ganz normalen 50-Stunden-Woche und ein Burn-Out wird immer häufiger zu einem Aushängeschild und Markenzeichen von Mehrleistung, das schon fast mit Stolz getragen wird. Auch in diesem Jahr konnte der DAK-Gesundheitsreport 2016 im Vergleich zum Vorjahr wieder einen leichten Anstieg bei den psychischen Erkrankungen vorweisen.

Familienbilder und Wertvorstellungen

In „Das ganz normale Chaos der Liebe“ gehen Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim von einem Neben- und Durcheinander von Lebensmodellen und Beziehungsmustern aus, die durch die Bedingungen der Individualisierung und Globalisierung entstanden. Demnach habe die Normalfamilie Ihren Monopolcharakter verloren und ihr die Pluralität von Familienmodellen den Rang abgelaufen. In meiner Studie „Familie trotz Beruf“ befragte ich die Interviewten unter anderem zu Familenbildern und Ihren Wertvorstellungen und konnte entsprechend der Vermutung von Beck & Beck-Gernsheim eine Vielzahl an Familienmodellen identifizieren, in denen entweder ein Partner oder beide Partner berufstätig waren. Allen gemein war die Feststellung, dass auf Grund der sich verändernden Gesellschaft in der Regel beide Partner berufstätig sein müssen oder nach der Geburt der Wiedereinstieg nach der Elternzeit möglichst schnell geschehen muss, da der Lebensunterhalt teurer geworden sei. Die klassische Normalfamilie mit einem Elternteil, das sich auf die Erziehung der Kinder konzentriert und einem berufstätigen Elternteil scheint somit nicht mehr den Anforderungen der modernen Gesellschaft zu entsprechen. Doch was ist nun die Konsequenz? Müssen wir alle mehr oder weniger arbeiten? Denn gerade für die Millennials wird die Familie doch immer wichtiger und die Möglichkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer häufiger ein wichtiger Entscheidungsgrund bei der Berufswahl.

Thomas Vollmoeller statt Gordan Gekko

Dennoch prägt nicht etwa das Thema der Vereinbarkeit den Diskurs, sondern die zunehmende Technisierung der Arbeit mit der Industrie 4.0. Sollte aber Thomas Vollmoeller nicht ein neues Vorbild sein und sein Schritt eine Signalwirkung für andere Manager auslösen, die den Diskurs auf die Frage lenkt „Wie können wir die Arbeitswelt lebensfreundlicher machen?“ Denn am Ende ist Zeit das wichtige im Leben und diese lässt sich (bisher) nicht zurückdrehen. Sich Zeit für sich und seine Lieben zu nehmen, die eigenen Kinder beim Aufwachsen sehen, all diese Dinge sollten Eingang in den aktuellen Diskurs über die Zukunft der Arbeit gewinnen.

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