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RWI: Das deutsche Handwerk überwindet 2014 seine Umsatzschwäche

Arbeit | Schutzhelm | Bauarbeiter (c) Paul-Georg Meister / pixelio.de

Das deutsche Handwerk blickt auf ein schwaches Jahr 2013 zurück. Das zulassungspflichtige Handwerk machte ein Umsatzminus von 0,8%. Auch das zulassungsfreie Handwerk blieb mit einem Plus von 0,9% hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurück. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle RWI-Auswertung. Wie erste Quartalsergebnisse zeigen, wird das deutsche Handwerk in diesem Jahr jedoch voraussichtlich von den günstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen profitieren können. Die Umsätze dürften laut RWI-Prognose entsprechend um 2 bis 3% steigen.

Das deutsche Handwerk ist im vergangenen Jahr hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurückgeblieben. Während das nominale Bruttoinlandsprodukt um 2,4% stieg, sanken die nominalen Umsätze des zulassungspflichtigen Handwerks bundesweit um 0,8%, die Zahl der Beschäftigten sank um 0,6%. Im zulassungsfreien Handwerk stiegen die nominalen Umsätze um lediglich 0,9%. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle RWI-Auswertung. Demnach verlief insbesondere das erste Halbjahr – auch witterungsbedingt – für das Handwerk wenig erfreulich, während es in der zweiten Jahreshälfte zu einer deutlichen Belebung kam, die offenbar auch ins Jahr 2014 hinein anhält.

Erste Quartalsergebnisse und Umfragen weisen darauf hin, dass das deutsche Handwerk die günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesem Jahr besser als im vergangenen wird nutzen können. Die Unternehmen berichten von gestiegenen Auftragseingängen, das Baugewerbe meldet einen kräftigen Aufschwung. Unter Berücksichtigung der für das Handwerk wichtigen Konjunkturindikatoren dürfte daher das Handwerk 2014 seine Umsätze um 2 bis 3% steigern können. Die Beschäftigung wird voraussichtlich um zwischen 0,5 und 1% zunehmen.

Einzelne Gewerke konnten auch 2013 kräftige Zuwächse erzielen

Die einzelnen Handwerksgruppen waren vom insgesamt schwachen Abschneiden im vergangenen Jahr unterschiedlich stark betroffen. So zum Beispiel im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe, wo laut Handwerkszählung 2011 knapp 44% des Handwerk-Umsatzes erzielt wurden. Zwar lag der Umsatz 2013 im handwerklichen Bauhauptgewerbe um 0,5% unter dem Vorjahresergebnis, das Ausbaugewerbe musste sogar Umsatzverluste von 1,5% hinnehmen. Dies lag jedoch vor allem daran, dass die Elektrotechniker ein Minus von 5,3% zu verkraften hatten. Maler und Lackierer (+0,5%), Stuckateure (+ 0,8%) sowie Heizungsbauer (+ 1,4%) konnten hingegen leicht steigende Umsätze erzielen.

Ähnlich gemischt sah es auch bei den Handwerken für den privaten Bedarf aus, auf die im Jahr 2011 36,5% des Gesamtumsatzes des deutschen Handwerks entfielen. Hier hatte bei den zulassungspflichtigen Handwerken das Kraftfahrzeuggewerbe 2013 ein Minus von 1,2% gegenüber dem Vorjahr zu beklagen. Kritisch verlief vor allem das Neuwagengeschäft, die private Nachfrage nach neuen Fahrzeugen lag deutlich unter der des Vorjahres. Der Umsatz im aus Bäckern, Konditoren und Fleischern bestehenden Lebensmittelhandwerk entwickelte sich hingegen stabil, die Bäcker konnten sogar ein Umsatzplus von 0,3% erzielen. Allerdings taten sie das mit 2,4% weniger Beschäftigten. Auch bei den Konditoren und Fleischern wurde das Personal um 1,5 beziehungsweise 1,7% reduziert.

Dem Gesundheitsgewerbe kommt der demografische Wandel zugute

Vergleichsweise gut entwickelte sich das Gesundheitsgewerbe, das offenbar von der fortschreitenden Alterung der deutschen Bevölkerung profitieren kann. Insgesamt legten die Betriebe 2013 beim Umsatz um 2,1% zu, die Beschäftigung stieg um 0,2%. Besonders erfolgreich waren Orthopädietechniker (+5,6%) und Augenoptiker (+2%). Die Zahntechniker mussten hingegen Einbußen von 1,1% hinnehmen. Bei den sonstigen Handwerken für den privaten Bedarf schnitten Friseure mit einem Plus von 1,5% vergleichsweise gut ab. Von den zulassungsfreien Handwerken, die Leistungen für den privaten Bedarf anbieten, konnten Uhrmacher (+0,3%), Schuhmacher (+0,5%) und Textilreiniger (+2,9%) ihre Umsätze steigern, während Gold- und Silberschmiede (-7,4%) sowie Fotografen (-6,9%) Einbußen hinnehmen mussten.

Gebäudereiniger machten deutliches Plus

Die zulassungspflichtigen Handwerke für den gewerblichen Bedarf, zu denen insbesondere Metallbauer, Feinwerkmechaniker, Informationstechniker und Landmaschinenmechaniker zählen, machten insgesamt ein Umsatzminus von 1% im Vergleich zum Vorjahr – hier konnten nur die Landmaschinenmechaniker mit 0,7% ein Umsatzplus erzielen. Die zulassungsfreien Handwerke für den gewerblichen Bedarf erzielten hingegen insgesamt ein Plus von 1,8%. Das breite Spektrum der Umsatzentwicklung reichte von den Schilder- und Lichtreklameherstellern (-6,4%) bis zu den Gebäudereinigern (+3,8%).

Grundlage der RWI-Auswertung sind Daten aus Totalauswertungen des Unternehmensregisters sowie die vierteljährliche Handwerksberichterstattung des Statistischen Bundesamts.

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