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Samstags und Sonntags nie! Wochenendarbeit fällt aus!

Vereinbarkeit von Beruf und Familie | Beispiele von Unternehmen (c) demografienetzwerk-frm.de

Dieser Beitrag ist Teil 23 von 24 der Serie Demografienetzwerk Frankfurt Rhein Main

„Ich kann das Leben nicht in ein genormtes Zeitschema pressen. Es ist mein Verständnis von Arbeit, eine Lebensbalance herzustellen.“ Mit dieser Einstellung war es für Stefan Dehler von Anfang an klar: Seine Mitarbeiter/innen können ihre Arbeitszeit so flexibel wie möglich auf ihre Lebensumstände zuschneiden.

1992 gründete der heute 47-Jährige die Agentur für Werbegrafik und Marketingservice in Petersberg bei Fulda. Bei der Werbeagentur Dehler Design handeln alle Kollegen/innen individuell aus, wann und zu welchen Zeiten sie arbeiten und verwalten ihre Arbeitszeit, Überstunden und den Urlaub selbst. Der Chef kontrolliert und bestätigt. Zu den Kernzeiten von 9 bis 16 Uhr sind die meisten vor Ort, aber Ausnahmen können ausgehandelt werden. So bringen Eltern ihre Kinder in die Schule und Alleinerziehende haben ein flexibles Arbeitszeitkonto, um ihren Nachwuchs in den Ferien zu betreuen. Beschäftigte dürfen kurze, wichtige Planungsgespräche mit ihren Angehörigen am Arbeitsplatz führen, damit sie nicht auf heißen Kohlen sitzen, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert.

Praktisch heißt das: Während der eine morgens um 5 Uhr startet, arbeitet der andere bis spät in die Nacht. Ein Grafikdesigner hat immer donnerstags ab 12 Uhr frei, damit seine Frau arbeiten und er auf die Kinder aufpassen kann. Eine Kollegin, die in allen Schulferien ihre Kinder betreut, arbeitet mit Stefan Dehler schon mal halbe Nächte durch, um Projekte abzuschließen. Ein Mitarbeiter ist in das Beerdigungsinstitut seiner Eltern eingestiegen und hat ausgehandelt, wann er in genau beschriebenen Situationen gehen darf. Allerdings, jeder muss dafür sorgen, dass seine Projekte laufen und unter Umständen eine/n Kollegen/in finden, der die Arbeit übernimmt. Die Grundidee dahinter: Alle können mal ausfallen, auch der Chef.

„Wir sind so strukturiert, dass immer ein/e Kollege/in einspringen kann. Alle Infos und Akten sind so abgelegt, dass sie für jeden greifbar sind.“ Von der Flexibilität profitieren Chef und Mitarbeiter/innen. „Wir sind von 7 bis 21 Uhr erreichbar und können unsere Ressourcen zu über 90 Prozent ausschöpfen. Zudem: Zufriedene Beschäftigte arbeiten effizient, zuverlässig und verantwortungsvoll, weil sie sich mit ihrem Unternehmen identifizieren.“

Noch eine Besonderheit: In der Kreativbranche wird häufig am Wochenende gearbeitet und zwischendurch der Pizzaservice bestellt. Für Stefan Dehler war von Anfang an klar, das kommt für ihn nicht in Frage.

„Jeder Mensch braucht Pausen. Auf Dauer brennen die Leute sonst aus“, ist der Grafikdesigner überzeugt. In Petersberg heißt es daher: samstags und sonntags nie. „Dank unserer hohen Flexibilität können wir unsere Projekte immer während der Woche abschließen.“ Übrigens, neue Beschäftigte arbeiten generell zuerst zur Probe, und zwar in erster Linie, um das Klima kennenzulernen. „Denn vielen ist eine gute Stimmung wichtiger als noch mehr Geld“, so die Erfahrung von Dehler.

Fazit des Unternehmers: „Man kann mit wenig Aufwand viel erreichen. Die Mitarbeitenden wissen ihre Freiheit in der Regel sehr zu schätzen. Einziger Stolperstein: Es muss im Bewusstsein bleiben, dass diese Flexibilität etwas Außergewöhnliches ist“, so Stefan Dehler, der beim Thema Führung auf Encouraging setzt, was bedeutet, einerseits zu fordern und andererseits zu ermutigen. „Wir müssen die Beschäftigten in eine Gemeinschaft einbinden, denn jeder Mensch ist ein soziales Wesen. Und – eigentlich eine Selbstverständlichkeit – wir sollten von unseren Mitarbeitenden nur das verlangen, was wir selbst zu leisten bereit sind.“

Autorin: Roswitha Birkemeyer, IHK Fulda

Dehler Design Werbegrafik & Marketing Service, Landwehr 11, 36100 Petersberg, www.dehler-design.de
Branche: Kreativbranche
Ansprechpartner: Stefan Dehler, Telefon 0661 6793232
Belegschaft
10 Mitarbeiter/innen, davon 7 Frauen und 3 Männer
5 Mitarbeiter/innen mit Kindern
37 Jahre ist der Altersdurchschnitt

Über das Entstehen und die Idee dieses Beispieles

Die Wirtschaft in der Region FrankfurtRheinMain boomt, die Bevölkerung nimmt immer noch leicht zu, doch die Unternehmen stellen fest, dass sie die neuen Mitarbeiter, die sie benötigen, nicht bekommen.Um Unternehmen Anregungen zu geben, wie sie Beruf und Familie für ihre Mitarbeiter vereinbar gestalten können, hat das IHK-Forum Rhein-Main gemeinsam mit dem Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain 25 Unternehmen in der Region FrankfurtRheinMain besucht, die interessante Maßnahmen in ihren Betrieben umsetzen.

In 25 Artikeln beschreiben die Interviewer/innen Maßnahme und Unternehmen. Fotos aus den Unternehmen ergänzen die Darstellung. Damit möchten die Industrie- und Handelskammern der Region und der Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FRM einen Beitrag dafür leisten, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie den Menschen und Unternehmen leichter gelingt. So könnte die Erwerbstätigenquote von Frauen erhöht, mehr Frauen in Führungspositionen gebracht und für Väter Familienzeit gewonnen werden – und nicht zuletzt den Unternehmen erleichtert werden, ihre Fachkräfte zu finden und zu binden.

* Hinweis: Es handelt sich bei der Wiedergabe des Beitrages um ein wörtliches Zitat. Lediglich zu Zwecken der Lesbarkeit wurden  Formatierungen vorgenommen. Die Rechte des Beitrages liegen weiterhin beim Autor bzw. dem Demografienetzwerk. Der vollständige Download der Broschüre ist kostenlos möglich.

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Broschürenempfehlung: Fachkräfte sichern – Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiger Faktor im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Für kleine und mittlere Unternehmen kommen verschiedene Maßnahmen infrage, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. In dieser Broschüre werden die familienfreundlichen Maßnahmen, von der Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder bei der Pflege von Angehörigen bis hin zur aktiven Gestaltung der familienbedingten Auszeit, ihren Kosten und Nutzen gegenübergestellt.

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