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stärkung der sozialwirtschaft?

Geld | Sonderzahlung (c) uta herbert / pixelio.de

im frühling soll ein neu aufgelegtes förderprogramm mit 40-millionen euro zur förderung der personalentwicklung in der sozialwirtschaft starten. aber was wird da gefördert? die menschen in der gesellschaft werden immer älter und die kleinen gehen immer eher in die krippe oder zur tagesmutter. ja das ist richtig und liegt nicht zuletzt an der guten medizinischen grundversorgung und der verdichtung der kinderbetreuungsangebote bzw. dem rechtsanspruch. und 2,2 mio menschen arbeiten mittlerweile hauptberuflich in der sogenannten sozialwirtschaft in unternehmen der anerkannten wohlfahrtspflege.

der 2. größte arbeitgeber nach dem staat an sich ist aber auch nicht grundsätzlich ein sich selbsttragendes unternehmen. so gibt es in der firmierung den zusatz g (gemeinützig) zum kürzel GmbH. wenn dieses „g“ im namen auftaucht, heißt es auch, dass diese „unternehmen“ kostendeckend ohne gewinnerzielungsabsicht arbeiten. als träger der freien jugendhilfe betreiben sie säckeweise kinderkrippen, beratungsstellen, sozialstationen oder/und fahrdienste, betreute wohnstätten, pflegeheime und, und, und. grundsätzlich erhalten sie für diese aufgabe als auftragnehmer des öffentlichen trägers (kommune, land, jugendamt etc.) jährliche fördermittel, die den betrieb und die beschäftigung von personal gewährleisten. allein in leipzig wurden letztes jahr 11,8 mio euro an einrichtungen, vereine und träger der kinder- und jugendhilfe verteilt.

und das ist gut so?

die angebote von vereinen und trägern im sozialen bereich erscheinen vielfältig und qualtitativ hochwertig. der auftritt ist oft professionell und durchgestylt. einzig bei der verbindlichkeit und leistungsbereitschaft merkt man dann regelmäßig, dass es eben kein unternehmen ist sondern eine ggmbh bzw. ein eingetragener verein. punktgenaue leistungen, wie kinderbetreuung, freizeitangebot oder fachgerechte beratung abrufen, klappt leider selten im ersten anlauf oder/und nur mit der nötigen geduld. oder man redet eben mit allen!

ein weiteres phänomen bahnt sich seinen weg in die öffentlichkeit. oft betreiben die ggmbh’s und e.v.’s die steuerfinanzierten angebote und gründen dann im laufe der zeit noch echte gmbh’s um ihre sozialen dienstleistungen „ohne den obligatorischen beratungsschein“ loszuwerden. so sind der awo elternservice gmbh oder die fröbel service gmbh namenhafte beispiele. alles nicht so schlimm? ja, so ist das halt werden sie sagen und arbeiten als unternehmen hier und da gern mit vereinen zusammen.

und das sollen sie auch, wenn sie dafür nicht noch einmal zur kasse gebeten werden!

die angebote der vereine sind nun mal bereits durch ihre eigenen steuern bezahlt und selbst für den sogenannten belegplatz im kindergarten um die ecke müssen sie eigentlich nicht nochmal blechen. die kosten für den kitaplatz tragen in sachsen je zu einem drittel land, kommune und eltern über die vom stadtrat festgesetzten elternbeiträge. den unglaublichen vorteil, den sie sich. z.b. in kitas als unternehmen vermeintlich erkaufen, geht oft zu lasten der flexiblität des mitarbeiters. was nützt es 10000 euro in leipzig-schleussig zu investieren, wenn die wenn die belegschaft aus ganz leipzig und dem umland kommt und sich wohnortnahe betreuung wünscht?

gut subventionierter 2. und 3. arbeitsmarkt zerstört die qualität

die nachfrage nach personengebundenen dienstleistungen steigt und das arbeitskräfteangebot sinkt. dem fachkräftemangel in der sozialwirtschaft steht konträr ein gut subventionierter 2. und 3. arbeitsmarkt gegenüber. so gibt es beispielsweise im erwerbslosenzentrum e.v. die von der bundesagentur finanzierten abm-stellen zur beratung von erwerbslosen. also beraten selbst betroffene arbeitssuchende ihre mit der bundesagentur im klinsch liegenden leidensgenossen. aus zahlreichen anfragen wissen wir, das die beratungsqualität leider nicht den gewünschten erfolg und die versprochene verbindlichkeit hat. dann hilft nur das nicht steuerfinanzierte angebot – nachdem steuerfinanziert versucht wurde zu helfen.

fakt ist, dass die 40 millionen euro für alle freigemeinnützigen träger, die einem der sechs spitzenverbände der freien wohlfahrtspflege abrufbar sind, sowie für sonstige gemeinnützige träger, die in der sozialwirtschaft aktiv sind. also fließen die 40 mio euro nicht in die weiterentwicklung und förderung sondern vor allem in den erhalt von sozialen strukturen und projekten. zum zweiten bleibt generell zu prüfen, wer, wann, wo und wie mittel einsetzt bzw. ausgibt. wenn ein laden keine oder nicht genug kunden hat, gibt es nur eine antwort: schließen. hat ein sportverein nicht genug mitglieder heisst die antwort der bundes- oder landesregierung: förderprogramm und trägt den namen „komm, in den sportverein“. so erhalten alle sächsischen grundschüler dieses jahr 2 gutscheine, die die finanzierung der mitgliedschaft in einem verein ermöglichen.

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