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Ausbildung 2013 – Neue Rahmenlehrpläne der Kultusministerkonferenz

Jugendliche lacht (c) stephan dietl / pixelio.de

Zum Schuljahresbeginn am 1. August 2013 werden Auszubildende in zwölf modernisierten und zwei neuen Berufen nach neuen Rahmenlehrplänen der Kultusministerkonferenz in den Berufsschulen der Länder unterrichtet. Die neugeordneten Ausbildungsberufe wurden dem Qualifikationsbedarf der Wirtschaft, dem technologischen Fortschritt sowie internationalen und europäischen Vorgaben angepasst. Damit trägt die Kultusministerkonferenz entscheidend zur Sicherung des Ausbildungsstandortes Deutschland und zur niedrigen Jugendarbeitslosigkeit bei.

Die Bundesregierung und die Kultusministerkonferenz haben in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern und Gewerkschaften zwei neue Berufe geschaffen:

  1. Der zweijährige Ausbildungsberuf zur Fachkraft für Metalltechnik wird der wachsenden Bedeutung von neuen Technologien und der Qualitätssicherung in der Metallbranche gerecht. Er löst damit elf zweijährige Berufe ab, die noch vor der Gründung der Bundesrepublik geschaffen wurden. Im Anschluss an diese Ausbildung kann die Berufsausbildung je nach Fachrichtungen in drei- und dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen innerhalb der Berufsgruppe Metalltechnik weitergeführt werden.
  2. Ebenso wurde die dreijährige Berufsausbildung zum Stanz- und Umformmechaniker und zur Stanz- und Umformmechanikerin zur Komplettierung der Berufsgruppe Metalltechnik neu geschaffen. Facharbeiter und Facharbeiterinnen mit dieser Ausbildung richten u.a. im Bereich des Automobil- und Maschinenbaus, in der Medizintechnik sowie Elektronik-, Luft- und Raumfahrt- und Telekommunikationsindustrie Produktionsanlagen ein, nehmen sie in Betrieb, programmieren, planen, überwachen und optimieren Prozessabläufe.

Zu den modernisierten Ausbildungsberufen gehören:

  1. Elektroniker für Informations- und Systemtechnik/Elektronikerin für Informations- und Systemtechnik: Die Bezeichnung des dreijährigen Ausbildungsberufes zum Systeminformatiker und zur Systeminformatikerin wurde in Elektroniker für Informations- und Systemtechnik und Elektronikerin für Informations- und Systemtechnik umbenannt. Damit wird deutlicher, dass es sich um einen industriellen Elektroberuf und nicht um einen Informatiker handelt.
  2. Fertigungsmechaniker/Fertigungsmechanikerin: Die dreijährige Ausbildung wurde den Entwicklungen in der Fertigung und Montage von industriellen Serienerzeugnissen angepasst.
  3. Kraftfahrzeugmechatroniker/Kraftfahrzeugmechatronikerin: Komplexere technische Systeme in Automobilen führen zu neuen Reparatur- und Diagnosemethoden. Ebenso erfordern die veränderten Vorgaben der Schadstoffreduzierung, neue Karosseriereparaturmethoden und eine erhöhte Kundenorientierung die Neuordnung der dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker und zurKraftfahrzeugmechatronikerin . In den modernisierten Beruf, wurde die Ausbildung zum Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik zur Mechanikerin für Karosserieinstandhaltungstechnik als Schwerpunkt Karosserietechnik sowie die zweijährige Ausbildung zum Kraftfahrzeugservicemechaniker und zur Kraftfahrzeugservicemechanikerin integriert. Eine gemeinsame Beschulung im ersten Ausbildungsjahr ist mit den weiteren Ausbildungsberufen innerhalb der Berufsgruppe Fahrzeugtechnik möglich.
  4. Klempner/Klempnerin: Der Klempner oder die Klempnerin wird im technologischen Wandel der Erneuerbaren Energien, der Architektur, der Fertigungs-, Montage- und Abdichtungstechniken sowie mit einer kundenorientierten Kommunikation konfrontiert. Hier werden zusätzliche Anforderungen an das Know-how der Fachkräfte gestellt. Diesen erhöhten Ansprüchen wird die neugeordnete dreieinhalbjährige Berufsausbildung gerecht. Eine gemeinsame Beschulung mit den Ausbildungsberufen der Berufsgruppe Metalltechnik ist im ersten Ausbildungsjahr möglich.
  5. Mediengestalter Digital und Print/Mediengestalterin Digital und Print: Durch die Ergänzung neuer Wahlqualifikationen im Berufsbild wurden die Ausbildungen zum Dekorvorlagenhersteller und zur Dekorvorlagenherstellerin, zum Fotomedienlaborant und zur Fotomedienlaborantin sowie zum Fotolaborant und zur Fotolaborantin in die dreijährige Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print und zur Mediengestalterin Digital und Print integriert. Die neu gestaltete Ausbildung ermöglicht zudem zukunftsweisende Tätigkeitsfelder in der 3D-Grafikerstellung, Contenterstellung und Social-Media.
  6. Milchwirtschaftlicher Laborant/Milchwirtschaftliche Laborantin: Die Neuordnung der dreijährigen Ausbildung berücksichtigt insbesondere die wachsende Bedeutung von Lebensmittelsicherheit und Qualitätssicherung sowie technische Fortschritte in der milchwirtschaftlichen Laborpraxis.
  7. Orthopädietechnik-Mechaniker/Orthopädietechnik -Mechanikerin: Die modernisierte dreijährige Ausbildung umfasst den gesamten Bereich des Konstruierens, Aufbauens und Anpassens von Hilfsmitteln unter Beachtung u.a. anatomischer, physiologischer Gegebenheiten bis hin zum Planen und Organisieren von Arbeitsabläufen sowie Maßnahmen der Qualitätssicherung.
  8. Pflanzentechnologe/Pflanzentechnologin: Der neu bundesrechtlich geregelte dreijährige Ausbildungsberuf löst drei kammerrechtliche Regelungen in diesem Bereich ab. Die wesentlichen Aufgaben sind der Anbau, die Pflege und die Ernte von Kulturpflanzen zu Versuchs- und Vermehrungszwecken. Versuche, Vermehrungs- und Züchtungsverfahren sowie Probenanalysen werden durchgeführt und ausgewertet.
  9. Weintechnologe/Weintechnologin: Auch die traditionelle Ausbildung zum Weinküfer und zur Weinküferin wurde modernisiert. Diese umbenannte Ausbildung integriert die neue hochtechnisierte Herstellung von Wein und Weinerzeugnissen.
  10. Werkstoffprüfer/Werkstoffprüferin: Sowohl die Ausbildungsordnung als auch der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz für die dreieinhalbjährige Ausbildung mit seinen vier differenzierten Fachrichtungen wurde den Erfordernissen des Marktes angepasst. Sie ist so strukturiert, dass die nach der DIN EN ISO 9712 von den Zertifizierungsstellen vorgegeben Inhalte für zerstörungsfreie Prüfverfahren in dem ebenso vorgegebenen zeitlichen Umfang durch den Ausbildungsbetrieb sowie die Berufsschule vermittelt werden. So können sich die Auszubildenden direkt, ohne eine kostenpflichtige Prüfungsvorbereitung, der Qualifizierungsprüfung nach DIN EN SO 9712 unterziehen.
  11. Fluggerätelektroniker/Fluggerätelektronikerin
  12. Fluggerätmechaniker/Fluggerätmechanikerin

Sichergestellt wurde mit der Modernisierung der dreieinhalbjährigen Berufsausbildungen zum Fluggerätelektroniker und zur Fluggerätelektronikerin sowie zum Fluggerätmechaniker und zur Fluggerätmechanikerin innerhalb der Berufsgruppe der Luftfahrttechnischen Berufe, dass die Facharbeiter und Facharbeiterinnen ohne weitere Schulungen die erforderliche EU-Zertifizierung nach einer beruflichen Praxiszeit erhalten. Bürokratische Akkreditierungsverfahren für Betriebe und Berufsschulen werden so überflüssig und der Ausbildungsberuf für die Auszubildenden sowie die Reparatur- und Instandsetzungsbetriebe der Luft- und Raumfahrt attraktiver.

Die neuen und aktualisierten Rahmenlehrpläne der Kultusministerkonferenz für den berufsbezogenen Unterricht an der Berufsschule sind breit angelegt, um berufliche Mobilität sowie Flexibilität zu sichern und eine qualifizierte Beschulung in der Nähe des Ausbildungsortes zu ermöglichen. Sie stehen auf der Homepage der Kultusministerkonferenz unter www.kmk.org im Bereich Berufliche Bildung zum Herunterladen bereit.

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