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Studie: zu schlechte Qualifizierung von Erzieherinnen und Tagesmüttern für Kinder unter 3 Jahre

umfrage (c) derarteru / pixelio.de

Im Februar bis Dezember 2006 erhob die Bertelsmannstiftung in einer Befragung von Fachverantwortlichen zur Qualifizierung von Mitarbeiterinnen in Kitas für Unter-Dreijährige und Tagesmütter“ Daten zur Qualifizierung von Erzieherinnen und Tagesmüttern für die Bildungsbegleitung von Kindern unter drei Jahren. Die Ergebnisse liegen nun vor. An der Studie haben mehr als 30% der befragten Institutionen und Personen teilgenommen.

Träger oft schlecht vorbereitet auf Kinder unter 3 Jahre

Befragt wurden Fachverantwortliche des Bundes, der Länder, der Kommunen und der Wohlfahrtspflege. Verschickt wurden 2289 Fragebögen. Mit 750 Teilnehmenden schätzt Bertelsmann die Responsquote mit 33% als hoch ein. Dabei wurde besonders die mangelnde Vorbereitung der Träger auf die Kinder dieser Altersgruppe bemängelt. 61% aller Befragten sehen die Träger von Kindertageseinrichtungen als nicht so gut, schlecht bzw. sehr schlecht auf die Bildung, Betreuung und Erziehung von Unter-Dreijährigen vorbereitet. Die Hauptdgründe für die mangelnde Vorbereitung sehen die Träger unter anderem darin, dass:

  • es nur eine zu geringe politische und finanzielle Unterstützung gibt
  • in der Betreuung von unter 3-jährigen Konzepte fehlen und der Focus auf der örtlichen Ebene auf Betreuung liegt
  • der Personalschlüssel schlecht ist und die Gruppen zu groß
  • die gesellschaftliche Akzeptanz für den Betreuungs- und Bildungsauftrag fehlt

Weniger als die Hälfte der Befragten schätzt die Kompetenz der Erzieherinnen und Tagesmüttern als sehr gut bis gut ein. Die Mehrheit ist sehr unzufrieden mit der Qualität der Betreuungspersonen. Der Fortbildungsbedarf wird auf 94,6% geschätzt, um Kinder unter 3 Jahren zukünftig entsprechend dem Bildungsauftrag fachlich und qualitativ hochwertig zu betreuen. Die meisten Defizite liegen nach Meinung der Befragten in der Ausbildung von ErzieherInnen und Kindertagespflegepersonen, die vorwiegend auf die Betreuung von größeren Kindern ausgerichtet ist. Das Bild vom Kind, welches ja im Grunde die Wurzel des Bildungsauftrages darstellt, ist fachliche defizitär und schlicht veraltet. Außerdem fehlen entscheidende methodisch-didaktische Kenntnisse.

Qualifizierung ist der Schlüssel aber Fortbildung nur ein Anfang

Natürlich machen Erzieherinnen und Kindertagespflegepersonen Fortbildungen. Das ist ja auch gesetzlich verankert. Allerdings gibt es reichlich Kritik an Umfang und Qualität der Fortbildung. Zu kurz, zu wenig spezifiziert und zu viele verschiendene Anbieter. Die Träger der ErzieherInnen und Kindertagespflegepersonen kommen dabei nicht wirklich gut weg. Gerade zu kurz trifft auf alle „hausinternen“ und von Trägern organisierten Fortbildungen zu. Gefordert wird, dass der Trainier trainiert wird und sich um das erstellen von wirklichen Fortbildungskonzepten kümmert. Immerhin erfolgt Fortbildung auch in Verbindung mit dem Konzept und nicht nur losgelöst, um den Tag rumzukriegen. Und natürlich muss auch die Quantität steigen, denn die Fortbildungslandschaft ist breit gefächert und reicht vom Jugendamt über die Familienbildungsstätte bis hin zur Hochschule und dem örtlichen Tagesmütterverband. Leider werden selten mehr als 5 Fortbildungsveranstaltungen im Jahr angeboten. Und diese sind dann auch meist nicht länger als 1 bis 2 Tage. Die weiteren Ergebnisse der Studie kann man hier nachlesen.

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