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Den Versorgungsalltag von Patienten mit Medikamenten muss man kennen

Arztbesuch | Aufklärungsgespräch (c) sparkie / pixelio.de

Mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) erfolgte die Einführung der Nutzenbewertung von patentgeschützten Arzneien und Erstattungsfestlegung für bestimmte Patientenpopulationen. Für Arzneimittelhersteller bedeutet dies vermehrt, den Patienten in den Fokus zu stellen und zwar über den gesamten Lebenszyklus eines Medikaments hinweg. Mittels longitudinaler Verordnungsanalysen und anonymisierter Krankheitsverläufe lässt sich der Versorgungsalltag von Patienten nachvollziehen.

(lifePR) (Frankfurt) Auch im Rahmen der wissenschaftlichen Versorgungsforschung gewinnen derartige Analysen immer mehr an Bedeutung. IMS Health bietet hierfür die notwendigen Datengrundlagen und Analysewerkzeuge.

Neuer Ansatz der Marktbetrachtung

Informationen über den Patienten und seinen Versorgungsalltag zu nutzen bedeutet eine neue Sicht auf den Markt zu entwickeln. Um die Versorgung von Patienten zu optimieren, ist ein Monitoring der Anwendung von Arzneien in der frühen Phase der Produkteinführung ebenso wichtig wie in der Phase der Marktsättigung und beim Eintritt von Wettbewerbern, denn Therapieerfahrung ist ein dynamischer Prozess.

Die Kenntnis über die Versorgungssituation von Patientenpopulationen versetzt in die Lage, gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der medikamentösen Behandlung zu entwickeln. Neben epidemiologischen Informationen sowie Absatz- und Umsatzzahlen ist dabei zukünftig vor allem die potenzielle und tatsächliche Anzahl behandelter Patienten wichtig. Für strategische Entscheidungen benötigen pharmazeutische Unternehmen ferner neben der Kenntnis der Marktgröße in behandelten Patienten auch die Marktdurchdringung mit dem eigenen Produkt in den jeweiligen Populationen. Verbunden mit der durchschnittlichen Therapiedauer und den Tagestherapiekosten lassen sich so recht verlässliche Vorhersagen zu Absatz und Umsatz pro Produkt treffen. Die dadurch gewonnene ganzheitliche Sichtweise auf den Markt schafft einheitliche Entscheidungsgrundlagen für Vertriebs- und Marketingmaßnahmen und ermöglicht eine abgestimmte Kommunikation, harmonisiert mit der Market Access-Strategie. Im Rahmen von Versorgungsforschung erhalten Wissenschaftler und Entscheider im Gesundheitswesen zudem Aufschluss über Effekte von Arzneien, verordnet durch ambulant tätige Ärzte.

Zielgruppengerechte Datenaufbereitung sowohl regional als auch national

Die Datendichte des Analysepakets IMS LifeLink Treatment DynamicsTM ermöglicht eine zielgruppengerechte Aufbereitung, die den Anforderungen verschiedener Nutzergruppen gerecht wird. Hier kommt der neuen Kennzahl „patients on drug“ – d.h. der Anzahl von Patienten, die mit einem bestimmten Medikament behandelt werden – unter Berücksichtigung der Packungsreichweite große Bedeutung zu, denn diese Kennzahl ist von äußeren Einflüssen unbeeinflusst und damit relativ robust. Es lässt sich feststellen, wie sich absolute Größe und prozentuale Anteile verschiedener Patientensegmente entwickeln.

Die Nutzung dieser und weiterer Kennzahlen kann entsprechend den Anforderungen variieren, z.B. in Abhängigkeit davon, ob es um die Beurteilung des Einsatzes eines Präparats im regionalen oder nationalen Kontext geht, denn die Morbidität der Bevölkerung differiert je nach Gebiet. Daher kann die kombinierte Betrachtung von Marktanteil und Wachstum eines Präparats in verschiedenen Regionen bspw. Unterschiede zu Tage fördern. Entsprechend liegt es nahe, patientensegmentspezifische Strategien zu entwickeln, die regional umgesetzt werden. Grenzen bei der regionalen Differenzierung setzen der Datenschutz bzw. gesetzliche Vorgaben. Dies wird vor jeder Erstellung regionalisierter Berichte geprüft.

Das Einsatzspektrum der Daten beschränkt sich jedoch nicht auf Erkenntnisse zur Anwendung von Arzneien in der alltäglichen Praxis. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA), die mit IMS-Daten zur Patientenversorgung arbeitet, stellt fest: „Die Nutzung patientenbasierter Versorgungsdaten entwickelt sich ständig weiter. Das vorhandene Datenmaterial erweitert sich ebenso wie die Möglichkeiten, verschiedene Datenquellen miteinander zu kombinieren. Das macht die Verwendung solcher Daten auch im Rahmen medizinischer Verordnungen und Vorschriften möglich“, so Jim Slattery, Scientific Administrator für die Bereiche Business Coordination and Scientific Projects Pharmacovigilance and Risk Management Sector bei der EMA. Zudem lässt sich erkennen, ob und wie Patienten über längere Zeiträume von der Behandlung profitieren.

Individuelle Darstellungen möglich

Longitudinale Verordnungsdaten zeigen nicht nur das gesamte Patientenpotenzial, sondern geben auch Aufschluss darüber, ob die mit einem Präparat behandelten Patienten Wiederholungsrezepte erhielten oder neu erkrankt bzw. neu auf ein Medikament eingestellt sind. Wie viele Patienten von einem anderen Medikament umgestellt oder auf ein anderes Arzneimittel eingestellt wurden, lässt sich ebenfalls ermitteln. Eine solche Einbeziehung von Patientenzahlen erlaubt eine realistische Sicht auf die Dinge. Denn sich verändernde Absatz- und Umsatzzahlen werden erheblich relativiert, wenn die Entwicklung der entsprechenden Patientenpopulationen im gleichen Zeitraum deutlich abweicht. Das ermöglicht rechtzeitig Steuerungsmaßnahmen zur Verbesserung der Therapie.

Neueinstellungen und Umstellungen von Medikationen im Fokus

Besonderes Augenmerk richtet sich auf Patienten, die entweder neu erkrankt und bspw. auf ein Präparat A eingestellt sind oder von ihrem Arzt auf Präparat A von einem anderen Medikament umgestellt wurden. Weil diese Ein-/Umstellungen maßgeblich für den Erfolg einer Therapie sind, ist es wichtig, den Anteil dieser Patienten an allen mit Medikament A behandelten Patienten über die Zeit zu beobachten. So lassen sich patientenbezogene Therapiebewegungen analysieren und Trends, die aus der rein quantitativen Beobachtung von Absatz und Umsatz noch nicht erkennbar sind, frühzeitig identifizieren. Dies mindert die Gefahr, eine kritische Entwicklung zu übersehen.

Der Patient weist den Weg

Die durch das AMNOG etablierte unterschiedliche Bewertung des Nutzens hat die Grundlagen für den unternehmerischen Erfolg der Arzneimittelhersteller für einzelne Patientenpopulationen radikal verändert. Wer trotz der durch das Gesetz eingeschränkten Möglichkeiten auch weiter daran teilhaben will, muss wissen, welchen Weg „seine Patienten“ – geführt von ihren behandelnden Ärzten – einschlagen, um sie darauf auch weiterhin therapeutisch begleiten zu können. Versorgungsforscher interessieren sich auf wissenschaftlicher Basis für vertiefende Einblicke in das therapeutische Geschehen unter Alltagsbedingungen und liefern Ergebnisse und Argumente für Stakeholder wie z.B. Krankenversicherungen für deren Weichenstellungen. IMS LifeLink Treatment Dynamics(tm) bietet die Basis dafür, dass der Patient auch künftig im Mittelpunkt steht.

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