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Es war einmal … Kinder zwischen Jugendamt und Kultus

froschkönig (c) sassi / pixelio.de

Vor langer, langer Zeit … So fangen die Märchen an, die die Gebrüder Grimm schrieben und die, wie wir wissen auch bittere reale Schicksale und Ereignisse einer für Menschen kritischen Lebenszeit beschreiben und die nicht selten von (Um-)Brüchen der Gesellschaft handeln.

Um fundamentale Umbrüche sowohl im Kleinen, in uns selbst und innerhalb der Institutionen, welche unsere Kinder betreuen, als auch im Großen, nämlich im System Bildung, ging es am 26. Mai 2008 bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung e.v. Leipzig mit dem Titel „Herkunft = Zukunft“. Schon im Jahr 2006 wagten sich eine handvoll LeipzigerInnen, welche sich als Netzwerk Eltern- und Familienbildung formierten, trafen und zukunftsorientiert sowie innovativ besprachen, an die Neuentwicklung von Fachstandards.

Dabei kristallisierte sich schnell heraus, dass viele Probleme und Herausforderungen der Familien und Träger im Alltag darin bestehen, sich im festen (Würge-)griff des Kinder- und Jugendhilfegesetz und des Kultusministerium (noch) schnell und flexibel genug zu bewegen, um jeden Tag die richtigen und wichtigen Angebote für die eigene Familien als auch die Kunden zu finden, auszuwählen und finanzierbar zu gestalten. Schon damals – 2006 – wurde heiß über die Zuständigkeiten, Dopplungen und Sinnhaftigkeit von Gesetzen und Ämtern diskutiert. zu wenig Zeit, zu viel Bürokratie, zu leise Nein-Sager, zu spärliche Grundausstattung, zu langsame politische Entwicklung und das Gefühl, dass mehr als nur die Förderbedingungen für die Ganztagsangebote in Sachsen überprüft und qualitativ kontrolliert werden müssten, trieben 2008 auch die Zuhörer bei der FES, angeregt durch ein starke Podiumsdiskussion, in Gesprächsextase.

Gefordert wurde letztlich von den „Podianern“, politisch Stellung zu beziehen und sich nicht mit Flickschusterei, sondern mit einer Umstrukturierung des Bildungssystems zu befassen.

Prägnante Fragen der Teilnehmer

  • Wie kann man Chancengleichheit im Bildungsystem herstellen?
  • Wie kann monetäre Ungleichheit überwunden werden?
  • Was bewirken PPP-Modelle?
  • Ist private Schule besser als staatliche Schule?
  • Sind Hausaufgaben sinnvoll im Modell Ganztagsschule?
  • Was heißt denn bitte Ganztagsschule?
  • Welche Qualifikationen brauchen Bildungs-, Bindungs- und Betreuungspersonen, wie Lehrer, Erzieher und Kindertagespflegepersonen?
  • Wieviel Geld benötigen (Pilot-)Projekte und wie kann die flächendeckende Umsetzung und Evaluierung gewährleistet werden?
  • Gehört die mehrstündige Fahrt mit dem Fahrdienst bzw. ÖPNV zur Bildungseinrichtung zum Lehrplan?
  • Sind Förderschulen Problemlöser für Unbequeme/Auffällige?
  • Wieviel Raum braucht Bildung?
  • Wie und wWann gestalte ich Bildungsübergänge?
  • Warum ist Bildung Ländersache?
  • Welche Konzepte gibt es und welche sind gut?
  • Welchen Stellenwert hat Gesamtschule im sächsischen Schulsystem?
  • Was heißt Forderung und Förderung für Personal und Eltern?
  • Welche Mitwirkungsmöglichkeiten habe ich und wo?
  • Was bewerten denn Noten?
  • Wie kann man Erfolg von Veränderungen messbar machen?
  • Wie kann man Integrieren statt Separieren?

Die Stückelung des Kindes am Vormittag innerhalb der Schule (Kultusministerium) und am Nachmittag im Hort (Sozialministerium) besprach man eben so offen, wie die Belastungen von Familien. Und man schaute wieder auf die anderen Länder dieser Erde und auch die besten Beispiele aus Australien, Großbritannien, Kanada und Skandinavien fanden Erwähnung.

UPDATE: Kindertagesstätten und Kindertagespflege wurden in die Obhut des Kultusminiteriums übergeben. Somit liegt das ‚betreute Kind‘ nun im Ganzen bei Kultus.

Und, wenn Sie nicht gestorben sind, dann leben Sie noch heute?

So enden die Märchen der Gebrüder grimm für gewöhnlich und so endet es auch hier. Denn bereits im Jahr 2006 schrieben die Mitglieder des Netzwerkes Eltern- und Familienbildung in ihrem maximalistischen Ansatz ein paar zukunftsorientierte Ideen auf. Ein Wehrmutstropfen bleibt, denn die familienfreund KG durfte nie im Netzwerk mitarbeiten oder erhielt Informationen, um die gute und wichtige Arbeit der Netzwerkpartner in die Welt zu rufen.

Update 2014

Nachdem die SPD nun wieder – wie 2006 / 2008 (siehe zeitliche Bezüge oben) – an der Regierung beteiligt ist, kann sie ihre Versprechen nun endlich einlösen.

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