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geht die bildung den bach runter? – sächsischer bildungsplan ist evaluiert

Schule Schriftzug (c) S. Hofschläger / pixelio.de

leise, still ja fast schon heimlich…wurden die ergebnisse zur evaluation des sächsischen bildungsplans vorgestellt und veröffentlicht. vor gut einem monat trafen sich am 30.5.2011 das sächsische staatsministerium für kultus und sport sowie die mit evaluation beauftragte universität in dresden. analysiert und ausgewertet wurde der sächsische bildungsplan sowie die schuleingangsphase, die in den letzten jahren durch zahlreiche kooperationen und gesetzliche grundlagen ausgebaut wurde.

frau prof. ursula carle, mitarbeiterin der universität bremen, stellte die ergebnisse vor und ging u.a. der frage nach: „was fängt die praxis (kita/schule) mit den vorgaben an, wie werden diese aufgenommen und umgesetzt?“

die ergebnisse beruhen auf schriftlichen erhebungen, experteninterviews, gruppendiskussionen, begehungen in kindertagesstätten und schulen sowie praxisforschung in 10 verbünden aus grundschulen und der im einzugsgebiet liegenden kindertageseinrichtungen. weiterhin wurden 265 erzieherinnen und 226 eltern zur umsetzung des sächsischen bildungsplans (kindertagespflege und kindertageseinrichtungen ohne hort) sowie zur organisation und gestaltung des schulvorbereitungsjahres in der verzahnung mit der schuleingangsphase schriftlich befragt.

abgerundet wurde der prozess durch experteninterviews mit trägern und den zuständigen in den regionalstellen der sächsischen bildungsagentur sowie einer gemeinsamen gruppendiskussion mit fachberaterinnen für den kindergarten und fachberaterinnen für die schuleingangsphase.

eine der wichtigsten erkenntnisse nach nunmehr 6 bis 10 jahren bildungsplan lautet: „der bildungsplan ist durch die flächendeckenden fortbildungsangebote gut bekannt. er wird überwiegend positiv bewertet. insbesondere das vermittelte bild vom kind wurde von den einrichtungen und den erzieherinnen sehr positiv aufgegriffen.“

der teufel steckt wie immer im detail

„in der sogenannten praxis“ bedeutet das nichts anderes, dass die umsetzung, aus- und durchführung stark variiert. so heißt es: „die umsetzungsqualität reicht von kleinschrittiger arbeit mitvorgefertigtem material bis hin zu offener arbeit mit projekten oder in ateliers.“

in den kindertageseinrichtungen erschließt sich den erzieherinnen durch die verwendeten, vorgefertigten materialen oft nicht der fachliche hintergrund. die meisten materialien suggerieren, dass sie fachlich korrekt seien. in der offenen arbeit fällt es den erzieherinnen zusätzlich schwer den fachlichen gehalt im selbstgesteuerten spiel der kinder zu erkennen.

viel, vielleicht zu viel, hängt die umsetzung des sächsischen bildungsplans vom individuellen engagement und der vorbildung einzelner akteure ab. die erzieherinnen haben einen unterschiedlichen stand, was die kompetenzen angeht. hier ist differenzierung der fort- und weiterbildungsangebote gefragt.

…und auch beim bildungsplan bedarf es einer fachlichen überarbeitung

so heißt es: „die bildungsbereiche im sächsischen bildungsplan sind nach einer vorläufigen sichtung noch nicht ganz ausgereift, sondern bedürfen einer überarbeitung im zuge der nächsten revision.“

 

zusammengefasst empfehlen die experten zur überarbeitung des bildungsplans:

1. die pädagogischen basisvorstellungen des sächsischen bildungsplans haben sich bewährt und sollten erhalten bleiben, insbesondere die deutliche orientierung an den ressourcen jedes kindes und der zugrunde liegende bildungsbegriff.

2. als gemeinsame grundlage für eine abstimmung der bildungspläne zwischen elementar- und primarbereich sollten die bereichsspezifischen entwicklungsprozesse der kinder noch breiter und deutlicher bis zum ende der grundschulzeit herausgearbeitet werden. hilfreich wäre dafür eine anleitung wie diese entwicklung unter beteiligung der kinder dokumentiert werden könnte.

3. die fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen formulierungen innerhalb der ausführungen zu den bildungsbereichen sollten auf fachliche korrektheit und anschlussfähigkeit zum grundschullehrplan hin überprüft werden.

4. der pädagogische und methodische bezug zum spezifischen bildungsauftrag von kindertagespflege/krippe, kindergarten und grundschule (einschließlich ganztagsschule und hort) sollte sichtbar bleiben.

5. die eltern betreffende aussagen sollten durchweg auf eine beteiligung und auf echte kooperation hin korrigiert werden.

kooperation und zusammenarbeit

und auch an der schnittstelle zur schule ist noch jede menge zu tun. so gibt es nicht nur bei der kooperation zwischen den einrichtungen handlungsbedarf.

in punkto elternarbeit heißt es:

„insgesamt erscheint die noch eher traditionelle beteiligung der eltern (basteln, feste, feiern) entwicklungsfähig in richtung erziehungspartnerschaft. schwierigkeiten gibt es bei den informationen zum bildungsplan, da neue elterngenerationen, wie oben bereits festgestellt, auch immer wieder neu informiert werden müssen. die elternarbeit ist durch den bildungsplan und das schulvorbereitungsjahr insbesondere im kindergarten umfangreicher geworden, da eltern mehr fragen stellen, wie sie die bildung und erziehung ihres kindes gut gestalten können.“

 

was die handlungsempfehlungen angeht, muss man diese nicht zwingend bewerten, befürworten oder ablehnen. so heißt es ja nicht von ungefähr „viele wege führen nach rom“.

 

und wer jetzt neugierig ist und noch mehr lesen möchte hat hier auch noch die langfassung zur verfügung .

 

quelle: kita-bildungsserver

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