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Initiative „Für ein kindergerechtes Deutschland“ vorgestellt – Umfrage belegt Zeitmangel

Kind | 2 Kinder auf dem Klettergerüst (c) torsten schröder / pixelio.de

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat am heutigen Dienstag in Berlin die Initiative „Für ein kindergerechtes Deutschland“ gestartet. Ziel der Aktion ist, gerechte Startbedingungen für Kinder und Jugendliche auf allen förderalen Ebenen und in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft zu etablieren. Die dafür notwendigen Perspektiven, Forderungen und Maßnahmen bündelt der „Nationale Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland 2005 – 2010“ (NAP), zu dem heute eine Zwischenbilanz vorgestellt wird. Dass Kindergerechtigkeit schon heute einen hohen Stellenwert hat, im Alltag jedoch auf viele Hindernisse stößt, belegt eine aktuelle repräsentative Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag des Bundesfamilienministeriums, die ebenfalls heute veröffentlicht wird.

„Kinder sind die Zukunft unseres Landes. Sie zu fördern, zu schützen und zu beteiligen ist eine gemeinsame Aufgabe für alle Ebenen unseres Staates und unserer Gesellschaft. Kindergerechtigkeit steht jeden Tag tausendfach auf dem Spiel: auf dem Schulhof, im Ausbildungsbetrieb, in der Nachbarschaft, im Planungsausschuss, im Sportverein oder im Parlament. Verantwortliche müssen lernen, noch häufiger Kinder in eigener Sache einzubeziehen oder zumindest ihre Interessen mitzubedenken. Der Nationale Aktionsplan zeigt außerdem, dass frühe Bildung und gezielte Förderung für sozial benachteiligte Kinder immer mehr zur zentralen Gerechtigkeitsfrage für unser Land wird. Nur wenn alle Kinder am Anfang gute Startbedingungen haben, haben sie auch gleichberechtigte und gerechte Chancen, ihre Talente und Fähigkeiten im späteren Leben zu entfalten. Deutschland kann davon nur profitieren“, sagt Ursula von der Leyen.

Nach einer aktuellen repräsentativen Elternumfrage von Infratest Dimap im Auftrag des Bundesfamilienministeriums

  • ist für 85 Prozent der Eltern die Zeit mit ihren Kindern sehr wichtig, für 15 Prozent wichtig. Doch zwei Drittel der Befragten sehen gerade Zeitmangel als häufigstes Hindernis, den Familienalltag kindergerechter zu gestalten.
  • Zehn Prozent der Mütter und ein Drittel aller Väter verbringen werktags weniger als zwei Stunden mit ihren Kindern.
  • Über 40 Prozent der Familien finden nur an zwei Tagen in der Woche Zeit für ein gemeinsames Frühstück.
  • 85 Prozent der Befragten geben an, oft bzw. sehr oft mit ihren Kindern gemeinsam zu kochen und zu essen. Allerdings kochen und essen 27 Prozent der Eltern mit einem Haushaltsnetteinkommen unter 1.500 Euro nur gelegentlich, selten oder nie mit ihren Kindern.

„Diese Zahlen zeigen, dass die allermeisten Eltern ihre Verantwortung für ein gesundes und glückliches Aufwachsen ihrer Kinder wahrnehmen wollen, jedoch im Alltag noch zu oft an Grenzen stoßen. Deswegen müssen wir die Zeittaktung im Alltag auf die Bedürfnisse von Familienleben ausrichten. Eltern brauchen Entlastung in der Organisation des Alltags, um verlässlich gemeinsame Zeit mit ihren Kindern zu haben. Zeitmuster der Arbeitswelt können trotz hoher Effizienzanforderungen kinderfreundlich gestaltet werden. Dies zeigen die Erfahrungen der inzwischen 1.700 Unternehmen, die sich im Unternehmensnetzwerk ‚Erfolgsfaktor Familie‚ mit dem Bundesfamilienministerium zusammengetan haben. Im Zusammenspiel mit familienbewussten Arbeitsstrukturen steht auch eine flexible, hochwertige Kinderbetreuung, in der Kinder früh gefördert werden und die Eltern ermöglicht, ihrer Arbeit konzentriert nachzugehen. Der Ausbau der familienunterstützenden Dienstleistungen gibt den Familien den Spielraum, bei zeitraubenden Alltagsaufgaben Entlastung zu finden, um mehr Zeit mit ihren Kindern zu gewinnen.“, so Ursula von der Leyen.

Der „Nationale Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland 2005 – 2010“ (NAP) geht auf den Weltkindergipfel der Vereinten Nationen in New York im Jahr 2002 zurück. In der Folge hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Nichtregierungsorganisationen den Alltag in Deutschland kritisch und konstruktiv auf Kinderfreundlichkeit geprüft als Grundlage für den NAP. Eine Zwischenbilanz zum NAP wurde heute veröffentlicht. Um den Nationalen Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland in die Praxis umzusetzen und an bereits erreichte Erfolge anzuknüpfen, startet das Bundesfamilienministerium nun die Initiative „Für ein kindergerechtes Deutschland“. Ziel ist, die politische und öffentliche Aufmerksamkeit für Kindergerechtigkeit zu erhöhen, Aktivitäten auf Bundes-, Landes- und vor allem auch auf kommunaler Ebene anzustoßen und ein starkes Netzwerk aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu knüpfen.

  • Städte und Kommunen erhalten Unterstützung für ihre vielfältigen Vorhaben für mehr Kindergerechtigkeit.
  • Im Bereich Kindergerechtigkeit engagierte Personen und Initiativen schaffen – Kinder und Jugendliche beteiligen sich mit einem Projekt des Deutschen Bundesjugendrings intensiv an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für ein kindergerechtes Deutschland.

Das Webportal www.kindergerechtes-deutschland.de wird fortlaufend ausgebaut, eine Projektdatenbank stellt gute Beispiele vor und das Servicebüro der Initiative berät Verantwortliche aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft zu allen Fragen der Vernetzung, des Projektmanagements und der Kommunikation.

Erste Meilensteine auf dem Weg zu mehr Kindergerechtigkeit konnte das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit anderen Ministerien, mit den Ländern und Kommunen bereits setzen:

  • Unter dem Motto „Nur wer was macht, kann auch verändern!“ fördert das Bundesfamilienminsterium in einem Aktionsprogramm mit der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Deutschen Bundesjugendring die aktive Einbindung von Kindern und Jugendlichen in gesellschaftliche Entscheidungsprozesse.
  • Beim wirksamen Kinderschutz ist das Bundesfamilienministerium auf das Engagement der Kommunen angewiesen. „Zukunft für Kinder in Düsseldorf“ ist eines von vielen beispielhaften Präventionsprojekten. Hier vernetzen sich Kliniken, Kinderärzte, Hebammen, soziale Dienste und Kindertageseinrichtungen und bieten Eltern in belasteten Lebenslagen frühe Hilfen an.
  • Mit der „Qualifizierungsinitiative Kinderbetreuung“ für Erzieherinnen, Erzieher und für Tagespflegepersonen und der „Qualitätsoffensive für frühkindliche Bildung und Förderung“ flankiert das Bundesfamilienministerium wichtige Aktivitäten der Länder im Bereich der Frühförderung.
  • Die Initiative der Bundesregierung „Leben hat Gewicht – gemeinsam gegen den Schlankheitswahn“ stärkt unter anderem die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen und schützt sie vor Magersucht verherrlichenden Internetseiten.
  • In über 500 Mehrgenerationenhäusern kommen täglich rund 90.000 Menschen jeden Alters zum Essen, zum Austausch und zu gemeinsamen Aktivitäten zusammen. Offene Treffs sind das Herzstück der Mehrgenerationenhäuser und ergänzen und stärken familiäre Strukturen.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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