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integration statt separation?

Klingel mit Rollstuhlsymbol (c) BrandtMarke / pixelio.de

lesen, schreiben, rechnen, lernen, malen, spielen und wachsen – für viele kinder ist das der schullalltag. und es gibt in der regel zensuren, zeugnisse, leistungsbewertung, die es im  abschlussorientierten deutschland „später“ einmal ermöglichen sollen, denn (traum-)beruf zu finden, zu studieren, das abitur zu machen oder/und eine ausbildung.

soweit so gut – leider  ist nur jedes 6. kind in einer regelschule behindert. das bedeutet laut vdk, dass deutschland beim gemeinsamen unterricht behinderter und nichtbehinderter kinder das schlusslicht europa. hintergrund ist, dass die bundesregierung in dem vorliegenden behindertenbericht einräumen muss, dass nur 15,7 prozent aller schüler mit sonderpädagogischem förderbedarf eine regelschule besuchen. 84,3 prozent gehen in die förderschule.

und das hat konsequenzen. im abschlussorientierten deutschland verlassen so 77 prozent die förderschule ohne hauptschulabschluss. lediglich das ausstellen einer teilnahmebestätigung ist hier dann der nachweis über den lernerfolg. mascher: „behinderte kinder haben in deutschland keine gleichwertigen bildungschancen. ihre selbstbestimmung und teilhabe wird dadurch erheblich eingeschränkt.“ sagt ulrike mascher.

der schullalltag in den förderschulen unterscheidet sich so auch konsequent von dem der regelschule. vorbereitung auf das leben, förderung von selbstständigkeit und mitbestimmung sind schlagwörter, die den alltag der kinder prägen. und auch die qualität wird von vielen eltern von gehandicapten kindern oft in frage gestellt. die zweifel beginnen bei der feststellung des sonderpädagogischen bedarfes, über ärztliche einschätzungen bis hin zum mangel an der förderung und forderung des einzelnen. die ängste sind oft noch viel konkreter und manifestierter als bei eltern in regelschulen. der wunsch, was zu ändern riesengroß.

und trotzdem gibt es kleine siege. wenn alle beteiligten wollen, kann auch ein kind mit festgestellten sonderpädagogischen bedarf auf eine regelschule gehen. wenn man sich frei von kostenfragen und dem gedanken des mehraufwandes bewegt, den normalerweise der gesetzgeber über die sozialgesetzgebung geregelt hat, ist der blick auf das kind uns seine möglichkeiten frei. wenn kinder an förderschulen nicht lesen oder schreiben dürfen zum beispiel, obwohl sie es durch aus möchten, ist der antrag auf einen integrationsplatz an einer regelschule ein möglicher schritt.

und hier bieten wir nicht nur eltern sondern auch lehrerInnen und erzieherinnen gern unsere unterstützung an. ganz praktisch ist mit blick auf das wohl des kindes eine integration problemlos möglich. und der weg zum „inklusiven“ bildungssystem kann nur so beginnen. hier müssen die vertragsstaaten sicherstellen, dass kinder mit behinderungen nicht aufgrund ihres handicaps vom allgemeinen bildungssystem und insbesondere vom obligatorischen grundschulunterricht oder vom besuch weiterführender schulen ausgeschlossen werden.

und genau das würde dann auch die anerkennung in form von abschluss und zeugnis mit sich bringen. die chance einen beruf außerhalb von werkstätten zu ergreifen, wäre da. langfristig würde das einer abschaffung der förderschulen gleich kommen. die optimalen lernbedingungen für alle kinder müssten sich dann in jeder schule wiederfinden lassen. sowohl der betreuungsschlüssel als auch das barrierefreie umfeld wären ein standard, welcher nicht nur den kindern sondern auch ihnen als lehrerInnen und erzieherInnen zu gute kommt.

„mit der schrittweisen umsetzung eines inklusiven schulkonzepts in allen bundesländern mit dem klaren vorrang des gemeinsamen unterrichts muss das für das deutsche schulsystem typische trennen und aussortieren überwunden werden. die schulträger vor ort müssen in den regelschulen die voraussetzungen dafür schaffen, dass behinderte kinder gleichberechtigt am unterricht teilnehmen können“, fordert mascher .

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