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Neues Verfahren erhöht die Sicherheit von Gefäßprothesen

Medizin | Wirbelsäule, geröntgt (c) Dieter Schütz / pixelio.de

Etwa 40 von 100.000 Einwohnern erkranken jährlich an einem Aortenaneurysma. Für die Versorgung dieser krankhaften Erweiterung der Schlagader hat sich das schonende Verfahren eines Aortenstents bewährt. Dieser Zylinder aus einem Drahtgeflecht, der mit einer Gefäßprothese ummantelt ist, schaltet die Aussackung aus. Das Blut strömt durch die Prothese, das Aneurysma ist dem Blutfluss nicht mehr ausgesetzt. Im Lauf der Zeit kann sich eine solche Prothese durchaus verschieben oder auch undicht werden. Mit einem neuen Verfahren – der „Verschraubung“ der Prothese mit der Schlagader – werden diese Komplikationen auf lange Sicht deutlich reduziert. Die Methode wird deutschlandweit nur in wenigen Zentren angeboten – Gefäßchirurgen in Dresden-Friedrichstadt gehören zu den ersten in Dresden, die das Verfahren erfolgreich einsetzen.

Für die Behandlung eines Aneurysmas, einer Erweiterung bzw. Aussackung der Schlagader, hat sich das sogenannte endovaskuläre Verfahren etabliert. Bei diesem Verfahren wird eine künstliche Gefäßprothese an die Stelle des erkrankten Gefäßes eingebracht. Die Methode schaltet in der überwiegenden Zahl der Fälle das Aneurysma dauerhaft aus. Es gibt jedoch Situationen, in denen sich die Prothese nicht optimal an die Gefäßwand anlegt oder die Andockstelle (zwei Prothesen werden ineinander gesteckt) nicht gut abdichtet. Bisher mussten der Patient mit einer offenen Operation oder durch das Einbringen weiterer Stents nachbehandelt werden. Durch ein neues Verfahren kann dem Patienten so die stärker traumatisierende und mit höherer Komplikationsrate belastete offene Operation erspart werden.

Es kommt das sogenannte HeliFX® zum Einsatz: Dieses System bietet die Möglichkeit einer Verschraubung der eingesetzten Gefäßprothesen untereinander oder des Stents mit der Gefäßwand. „Hierbei handelt sich um spiralförmige Kleinstschrauben aus einer Kobalt-Chrom-Nickellegierung (Elgiloy), die über ein spezielles Applikationssystem in den im Körper liegenden Stent eingebracht werden“, erklärt Dr. Felicitas Zimmermann, Chefärztin der Klinik für Gefäßchirurgie am Friedrichstädter Haus. „Der spezielle Katheter lässt sich außerhalb des Körpers so bedienen, dass er an der Spitze im Stent um 90 Grad abgewinkelt werden kann“, ergänzt Oberarzt Dr. Ameer Al-Nakkash die Funktionsweise. So lassen sich die Schrauben dann mit einer elektronischen Winde innerhalb des Katheters eindrehen. Die Spiralen haben einen Durchmesser von ca. 0,5mm.

Die Aorta ist die größte Schlagader des Körpers und transportiert sauerstoffreiches Blut vom Herzen in alle Körperregionen. Ist die Wand der Schlagader in einem Abschnitt geschwächt und hält der Belastung durch den Blutstrom nicht stand, spricht man von einemAneurysma, einer Erweiterung oder Aussackung. Bleibt diese krankhafte Veränderung unbehandelt, besteht die Gefahr, dass das Aneurysma plötzlich reißen und der Betroffene dann innerlich verbluten kann.

Für die Behandlung eines Aneurysmas hat sich das endovaskuläre Verfahren etabliert. Dabei wird eine künstliche Gefäßprothese in das kranke Blutgefäß implantiert. Zum Einsetzen einer solchen Stentprothese werden durch zwei kleine Schnitte die Leistenschlagadern freigelegt. Über diese kann jeweils ein Katheter durch die Beckengefäße bis in die Hauptschlagader vorgeführt werden. Anschließend wird über diese Katheter die zunächst eng zusammen gefaltete Prothese eingeführt und unter Röntgenkontrolle freigesetzt. Durch die Eigenelastizität drückt sich die Prothese oberhalb und unterhalb des Aneurysmas in die dort gesunde Wand der Aorta. Kleine Metallhäkchen sichern zunächst die feste Lage der Prothese ab.

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