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Wenn Kinder durch Unfall plötzlich sterben: Daran sollten Sie denken!

Familie | Mutter, Vater und Kind (c) Skitterphoto / pixabay.de

Ein Blick in die Nachrichten lässt uns manchmal erschauern. Da liest man, dass auf der Rückreise aus dem Urlaub eine ganze vierköpfige Familie durch einen schweren Unfall verstorben ist. Das Unglück trifft einen direkt, wenn man die Familie kennt und indirekt, wenn man sich den Gedanken erlaubt, welche Auswirkungen es hat, wenn Kinder durch Unfall plötzlich sterben.

Klären, was passiert ist!

Die Nachricht, dass ein Kind nach dem Urlaub nicht in die Kinderbetreuung zurückkehren wird, trifft alle Beteiligten sehr hart. Gerade Verkehrsunfälle haben oft verheerende Auswirkungen. Manchmal ist die ganze Familie vom Tod betroffen, manchmal nur die Kinder oder/und ein Elternteil bzw. andere Mitreisende. Hat man Gewissheit, dass ein Kind aus der Kindertagesstätte, Kindertagespflege oder Schule nicht wiederkommen wird, ist Krisenmanagement nötig.

  1. Zum einen muss man selbst verstehen und verarbeiten, dass ein Kind aus den Ferien nicht zurückkehren wird.
  2. Zum anderen muss man es den Kollegen mitteilen.
  3. Am Ende bleibt, es den anderen Kindern und Eltern mitzuteilen.

Wie geht man mit dem Thema Tod und Trauer in Bildungseinrichtungen generell um?

Pädagogische Leitfäden und Projektvorschläge gibt es unendlich viele, um Kinder mit dem Sterben, dem Tod, einer Beerdigung bzw. dem Thema Trauer bekannt zu machen. Kinder sind starke kleine Persönlichkeiten, die je nach Alter erstaunliche Reife auch bei schwierigen und traurigen Themen zeigen. Empathie erzeugen muss man bei Kindern nicht. Sie sind empathisch und nehmen schlimme Nachrichten oft besser auf als gedacht. Bei Kindern erzeugt das Thema Sterben, Tod und Trauer viele neugierige Fragen. Je nach konfessioneller Gebundenheit kann der Himmel eine große Rolle spielen. Kinder dürfen und müssen in Bildungseinrichtungen erfahren, wie vielfältig das Leben ist.

Vorbereitung im Alltag hilft im Ernstfall!

Kinder verfügen, wie Erwachsene über sehr feste Bindungen. Dazu zählt natürlich als allererstes die Bindung zu den Eltern. Des weiteren zählt die Bindung zu wichtigen anderen Bezugspersonen, wie z.B. den Großeltern oder den BetreuerInnen in der Einrichtung. Ebenso haben Kinder Bindungen zu anderen Kindern, z.B. in ihrer Kinderbetreuung, im Garten- oder Sportverein. Das alles muss man wissen und beachten, wenn Kinder durch Unfall plötzlich sterben. Ein junger Mensch wird aus einer Gemeinschaft gerissen. Unerwartet und mit Wucht trifft diese Gemeinschaft der Tod dieses Kindes. Sie braucht Raum und Zeit, um zu trauern, um zu verstehen und, um sich zu verabschieden. Der Alltag kann und darf ruhen. Einfach so weiterzumachen (als wäre z.B. nichts passiert), ist nicht ratsam.

Der Tod löst bei Kindern je nach Alter unterschiedliche Vorstellungen aus:

  1. Kinder bis 3 Jahre verstehen den Tod bzw. den zeitlich andauernden Verlust eines nahestehenden Menschen nicht wirklich und ganz. Das liegt vor allem daran, dass Kinder in diesem Alter sich nur kurze Zeiträume vorstellen können. Das Zeitgefühl für den Ausdruck: „für immer weg“ fehlt noch.
  2. Kinder bis zur Einschulung: In diesem Alter erforschen viele Kinder den Tod. Sie wollen ihn verstehen und Fragen stellen. Es ist ein Ereignis. Der Tod löst in diesem Alter oft Ängste bei Kindern aus, wie z.B. die Angst vor dem Alleinsein oder die Angst vor dem Einschlafen. Gute Erklärungen sind auch gefragt, wenn man selbst trauert und Abschied nimmt.
  3. Kinder im Grundschulalter bis 9 Jahre: Sie entwickeln eine Vorstellung vom Tod. Sie zeichnen unter Umständen Bilder, wie der Tod ihrer Meinung nach aussieht. Den Trennungsschmerz durch Tod empfinden sie sehr bewusst auch, wenn sie den Tod als endgültige Trennung immer noch nicht ganz verstehen.

Der Tod gehört zum Leben dazu!

Wer nun an dieser Stelle auf ein wirkliches Rezept zum Umgang mit Tod, Trauer und Verlust in einer Kinderbetreuung rechnet, den müssen wir hier ein bisschen enttäuschen. Den Gedanken an den Tod eines Kindes verdrängen viele einfach. Wer sich in seinem pädagogischen Alltag vorbereiten möchte, der muss sich als allererstes mit dem Thema befassen. Wir haben folgende Tipps für Sie:

Unser erster Tipp: Informieren Sie sich und/oder lassen Sie sich informieren!

Zum Thema gibt es viel Literatur, zahlreiche Schulungen und Weiterbildungen bis hin zu praktischen Checklisten und Handlungsempfehlungen. Ob und wie viel sie „vorgedruckt“ verwenden wollen, bleibt ihnen überlassen. Wichtig und richtig wäre, dass sie in ihrer Einrichtung auch wirklich dann so handeln und umgehen, wie sie es vorbereitet haben. Ein gemeinschaftliches Erarbeiten ist oft empfehlenswerter als das Überstülpen von Dienstanweisungen. Lebensnahe- und praktische Handlungen sind authentischer als vorbereitete Lückentexte. Denken Sie immer in alle Richtungen und ausgehend von allen Beteiligten.

Unser zweiter Tipp: Sinnvolle Projekte mit Praxisbezug planen bzw. durchführen!

Nach dem Einlesen kommt das Umsetzen in die Praxis. Auch kleine Kinder können z.B. mit einem besseren Verständnis zu ihrem Körper sanft an das Thema Lebensende herangeführt werden. Je nach Alter der Kinder sollten sie sich Gedanken um ein ausgewogenes Projekt, mit viel Raum und Zeit für Fragen, machen. Spaziergänge zum Friedhof bieten sich ebenso an, wie ein Besuch beim Bestatter oder in einem Kinderhospiz.Ebenso kann man darüber sprechen, wie z.b. eingangs erwähnte Medienberichte auf Kinder wirken, wenn sie sie denn mitbekommen und, welche Gedanken sie selbst haben. Es ist wichtig über den Tod, die Trauer und das Zurückfinden in einen lebenswerten Alltag zu sprechen.

Unser dritter Tipp: Beziehen Sie die Eltern, Großeltern und das soziale Umfeld der Kinder ins Thema ein!

Die Arbeit mit den Kindern ist wichtig und richtig. Dazu gehören aber auch deren Eltern. Viele von ihnen sind selbst schon vom Tod eines geliebten Menschen, eines Freundes oder Kollegen betroffen. Ihr Erfahrungswissen, kann wie beim Einblick in die Berufe, ein echte Bereicherung darstellen. Eventuell wollen sie ein oder mehrere Elternteile (gern auch über Kreuz) ansprechen und einladen, um über ihre persönlichen Erfahrungen zu Tod und Trauer zu sprechen. Ebenso kann es ratsam sein generell alle Eltern in separaten Elternweiterbildungen für das Thema zu sensibilisieren oder zumindest in einem Elternabend auf das Projekt hinzuweisen.

Unser vierter Tipp: Alle sitzen in einem Boot!

Nicht nur die Kinder und die Eltern gehören einbezogen. Auch die Kollegen, das Team und die Leitung gehören mit ins Boot. Natürlich wird es zu diesen Themen Weiterbildungen und Gespräche geben. Aber für eine wirkliche Vorbereitung muss man sich auch Handlungsklarheit verschaffen. Es benötigt Strategien im Umgang mit dem Tod eines Kindes in der Kinderbetreuung. Besonders betroffen sind BezugserzieherInnen! Sie müssen den anderen Kindern gerecht werden und gleichsam mit dem Tod des Kindes fertig werden. Ebenso müssen sie sich auf Gespräche mit den Hinterbliebenen, den anderen Eltern und den Kollegen vorbereiten (dürfen).

Unser fünfter Tipp: Lassen Sie alle Gefühle und Gedanken zu!

Der Tod hat viele Gesichter und oft trifft er uns unerwartet. Wir können erkranken oder verunfallen. Wir erleben, wie andere erkranken, verunfallen oder ihre Lebensende einfach erreicht haben. Oft trifft der Tod eines Menschen besonders hart seine Angehörigen, seine Verwandten und Bekannten. Im Falle der vierköpfigen Familie von oben trifft es auch mit voller Wucht eine ganze Dorfgemeinschaft. Je plötzlicher und unerwarteter ein solches Ereignis eintritt, umso irrationaler ist es in der Regel.

Ist man direkt von Trauer betroffen, muss man diese zulassen, um sie verarbeiten zu können. Wenn sie sich mit dem Tod eines Kindes in ihrer Betreuungseinrichtung befassen, überprüfen sie auch ihre eigene Haltung zum Tod. Denken sie darüber nach, was das Gefühl mit ihnen macht, dass ein Kind, was sie kannten und mochten nicht mehr wiederkommt. Es ist möglich, dass sie oder/und KollegInnen aus Gründen zur Trauerfeier eingeladen werden. Erlauben Sie sich und/oder ihrem Team Abschied zu nehmen.

Zurück in den Alltag!

Gehen wir gestärkt und entwickelt aus Krisen hervor ist der Fachbegriff dafür Resilienz. Die Krise haben wir als sinnstiftend überstanden und wahrgenommen. Wir sind an ihr gewachsen, haben Schlüsse gezogen und uns persönlich weiterentwickelt. Der Umgang mit dem Tod und dem Weiterleben danach ist für viele richtig schwierig. Manchen Menschen gelingt es ohne professionelle Hilfe, wie z.B. Trauerbegleitung, nicht ohne weiteres in einen anderen lebenswerten Alltag hineinzufinden. Auch hier unterstützt die familienfreund KG mit ihrem Familienservice betreute MitarbeiterInnen bei ihren Fragen rund um das Thema Tod und Sterben. Wir nennen Ansprechpartner und helfen beim Organisieren. Arbeitgeber, die den professionellen Familienservice nutzen möchten, kontaktieren uns unter 0341 35540812.

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