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ab auf die reise mit dem flugzeug

Flugzeug (c) Michael Hirschka / pixelio.de

sommer, sonne, ferienzeit und viele menschen starten in den urlaub. wegfahren, rumreisen – zu fuss, mit dem auto, per öffentlichen personennahverkehr, auf dem wasser oder wegfliegen – einiges gilt es immer zu beachten: was soll man machen, wenn sich der flug verspätet oder überbucht ist?

fluggäste haben in diesen fällen ansprüche gegen die fluggesellschaften. sie sind oft nur mühsam und bürokratisch durchzusetzen. deshalb erheben nur wenige ihre ansprüche auf entschädigung. hier setzt die geplante neue regelung zur streitschlichtung im luftverkehr an, die das kabinett anfang des monats beschlossen hat. künftig können sich fluggäste an eine schlichtungsstelle wenden, um ihre ansprüche außergerichtlich geltend zu machen. von einem solchen verfahren profitieren auch die luftfahrtunternehmen. denn es ist oft auch für sie die kostengünstigere lösung. außerdem können sie ihre kunden über eine einvernehmliche schlichtung eher halten als nach einem klageverfahren. in anderen wirtschaftszweigen, etwa bei den versicherungen, wird die schlichtung bereits erfolgreich angewendet.

ansprüche bei überbuchung, verspätung und streichung

wenn luftfahrtunternehmen fluggäste wegen überbuchung, verspätung und streichung von flügen nicht befördern, haben fluggäste anspruch auf ausgleichszahlungen. die beträge verringern sich auf die hälfte, wenn fluggäste ihr reiseziel innerhalb bestimmter fristen mit einem ersatzflugzeug erreichen:

flüge innerhalb der eu

  • 250 euro (flugstrecke bis 1.500 km)
  • 400 euro (flugstrecke ab 1.500 km)

flüge zwischen der eu und einem nicht-eu-land

  • 250 euro (flugstrecke bis 1.500 km)
  • 400 euro (flugstrecke 1500 km bis 3500 km)
  • 600 euro (flugstrecke ab 3500 km)

darüber hinaus können fluggäste verlangen, dass ihnen der preis erstattet wird oder sie anderweitig befördert werden. dabei haben sie die wahl zwischen:

  • der erstattung des ticketpreises (inklusive steuern und gebühren) innerhalb von sieben tagen, ggf. in verbindung mit einem rückflug zum ersten abflugort ihrer reise zum frühestmöglichen zeitpunkt oder
  • einer anderweitigen beförderung zum reiseziel unter vergleichbaren bedingungen zum frühestmöglichen zeitpunkt oder
  • einer anderweitige beförderung zum reiseziel unter vergleichbaren bedingungen zu einem späteren zeitpunkt nach ihrem wunsch, vorbehaltlich verfügbarer plätze.

ebenfalls besteht anspruch auf mahlzeiten und getränke, zwei kostenlose telefonate, faxe oder e-mails. ist ein aufenthalt über nacht nötig, muss das luftfahrtunternehmen fluggäste zudem im hotel unterbringen und den transport zwischen flughafen und hotel bezahlen.

 … bis zur erstattung des ticketpreises

ist für ein ausführendes luftfahrtunternehmen absehbar, dass sich der abflug gegenüber der planmäßigen abflugzeit verzögert, haben die flugpassagiere anspruch auf betreuungsleistungen. bei einer verspätung von drei stunden oder mehr können fluggäste nach einem urteil des europäischen gerichtshofs vom 19. november 2009 (Rs C-402/07 und C-432/07) zudem ansprüche auf ausgleichszahlungen geltend machen, weil sie sich durch den zeitverlust in einer vergleichbaren lage befinden wie die von einer streichung betroffenen fluggäste. wenn die verspätung mindestens fünf stunden beträgt, hat das luftfahrtunternehmen auch die erstattung des ticketpreises (inklusive steuern und gebühren) anzubieten.

ansprüche auf ausgleichszahlungen können in bestimmten fällen entfallen: das ist der fall, wenn das luftfahrtunternehmen nachweisen kann, dass die streichung auf „außergewöhnliche umstände“ zurückgeht. vorausgesetzt, diese umstände hätten sich auch dann nicht vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren maßnahmen ergriffen worden wären. hierzu zählen beispielsweise naturereignisse wie flugasche infolge eines vulkanausbruchs oder ein streik der fluglotsen. bei einem flugzeug auftretende technische probleme führen nach der rechtsprechung des europäischen gerichtshofes in der regel nicht zu einem ausschluss der ausgleichszahlungen.

allerdings: unterrichtet das luftfahrtunternehmen den fluggast rechtzeitig über die streichung des fluges, kann der anspruch auf ausgleichszahlungen unter bestimmten umständen entfallen.

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