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Kritik an Ganztagsschule, G8 und Gemeinschaftsschule

Schule Schriftzug (c) S. Hofschläger / pixelio.de

Alles was zählt, sind die Ergebnisse. Und die sind jetzt veröffentlicht. Wie am 2.12.2008 berichtet, gab es eine Umfrage vom Bildungsbarometer zum Thema Schulsystem. Nun können sie hier nachlesen, was die Befragten geantwortet haben. Das Bildungsbarometer zur Schulstruktur bestätigt die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den Vorschlägen zu veränderten Strukturen in allgemeinbildenden Schulen.

Reformansätze überzeugen die Bevölkerung nicht! Bildungsbarometer zur Schulstruktur

Keines der Reformvorhaben vermag die Bürgerinnen und Bürger zu überzeugen. Kritik ernten die Projekte Ganztagsschule, G8 und Gemeinschaftsschule. Änderungsbedarf sehen die Befragten auch beim föderalen System. 74% der Befragungsteilnehmer beklagen die Belastung durch G8. Zwar könnte den Befragten zufolge der Ganztagsunterricht helfen, das G8 besser zu gestalten. Doch sehen etwas mehr als 15% se­hen keinen Unterschied zum 9jährigen Gym­nasium und nur eine verschwindend geringe Anzahl von Personen konstatiert eine Ver­besserung der Belastungssituation. Rund ein Viertel der Befragten kritisiert, dass trotz des Ganztagsunterrichts zu Hause noch gelernt werden müsse.

Und wie soll das Deutsche Schulsystem ge­gliedert sein?

Rund 29% der Befragten wollenam liebsten eine Gemeinschaftsschule für die Kinder bis zum Abschluss der Sekundarstufe I, 31,6% möchten Kinder bis zur 4. Klasse in einer Gemeinschaftsschule sehen, 24,7% sind für gemeinsame Beschulung bis zur Klassenstufe 6. 11,6% würden dieses Gemeinsame gerne noch bis in die 8. Klassenstufe fortgesetzt wissen.

„Die Bevölkerung erkennt, dass Reformen erforderlich sind, sie ist aber unentschlossen, welcher Weg zum Ziel einer besseren Bildung führt“, erläutert Prof. Dr. Reinhold S. Jäger vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, die Ergebnisse der Befragung und ergänzt: „Die Unzufriedenheit der Bevölkerung zeigt: Schnellschüsse in der Bildungspolitik haben keinen Rückhalt in der Bevölkerung und gehen auf Kosten der Schülerinnen und Schüler. An der Qualität der Bildung ändern sie nichts. Darüber hinaus fehlt es aber der Bildungspolitik an der Vermittlungskraft, die verschiedenen Modelle transparent darzustellen und zugleich plausibel zu machen, warum zwischen den Bundesländern solch massive Strukturunterschiede im Bildungssystem existieren“

Norbert Milte, Geschäftsführer der Schülerhilfe, erfährt durch die tägliche Praxis in den Nachhilfeschulen, wo die Probleme liegen: „Die Struktur des Bildungssystems überfordert viele Schülerinnen und Schüler. Aber auch die Lehrer und Eltern leiden darunter, dass das System die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler vernachlässigt.“ Er empfiehlt: „Reformen sollten an die Erfahrungen der Eltern und Lehrkräfte anknüpfen. Daher sollten sie in die Gestaltung der Schulstruktur einbezogen werden.“
An der Befragung des Bildungsbarometers nahmen 1816 Befragten aus der ganzen Bundesrepublik teil. Die Stichprobe ist spezifisch repräsentativ. Das Bildungsbarometer ist eine gemeinsame Aktion von zepf und Schülerhilfe. Das nächste Bildungsbarometer startet Anfang März. Dann steht das Thema „Nachhilfe“ auf dem Prüfstand.
Pressemitteilung:
Prof. Dr. Reinhold S. Jäger
Geschäftsführender Leiter
zepf – Zentrum für empirische pädagogische Forschung
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
http://www.bildungsbarometer.de

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