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Am Anfang war die Tierhaut

Eigentlich ist Leder ein echtes Naturprodukt – und ein Kulturgut obendrein, denn es wird schon seit Jahrtausenden hergestellt und verarbeitet. Die Massenherstellung hat allerdings gravierende Folgen für die Umwelt. Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. (Bundesverband) stellt auf www.oeko-fair.deökologisch verträgliche Varianten vor und beschreibt Alternativen zur Verwendung von Tierhaut.

(ddp direct) Rau, glatt, weich, fest, naturbelassen, farbig oder gar hochglänzend: Die Varianten, in denen uns Leder im Alltag begegnet, sind kaum aufzuzählen. Manchmal lässt sich das Ausgangsmaterial – die Tierhaut – kaum noch erahnen. Und tatsächlich hat das Material, das die Menschen bereits in der Steinzeit um ihre Füße wickelten, kaum noch etwas mit dem zu tun, was wir in Form von Schuhen, Taschen, Jacken, Mänteln und Möbeln kaufen. Die Lederherstellung ist heute ein hochkomplexer Prozess, unter Einsatz von einer Vielzahl von Verfahren und Chemikalien. Vor allem Letztere sind zum Teil problematisch für die Umwelt. Betroffen sind davon vor allem die Menschen in den Ländern des Südens, wo der größte Teil des Leders heute hergestellt wird.

Zum Beispiel Chrom: Das Metall wird zum Gerben des Leders verwendet und ist in bestimmten Verbindungen giftig. Da in vielen ärmeren Ländern die Umweltauflagen sehr schwach sind, erkranken die Arbeiter in den Gerbereien häufig an Allergien, Bronchitis, Asthma oder Lungenkrebs. Aber auch die Käufer der Produkte aus chromgegerbtem Leder sind gefährdet. Tests haben ergeben, dass viele von ihnen mit giftigen Chromverbindungen belastet sind, die bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen können. Orientierung bietet hier das „FOC“-Zeichen (free of chrome). Es weist auf chromfrei gegerbtes Leder hin.

Eine Alternative zur Chromgerbung ist die pflanzliche Gerbung mit bestimmten Rinden und Früchten. Allerdings entstehen dabei organische Abwässer, die ebenfalls die Flüsse belasten. Umwelt- und Tierschützer fordern immer wieder, auf die Verwendung von Leder ganz zu verzichten. Das alternativ genutzte Kunstleder belastet jedoch ebenfalls die Umwelt. „Wer Lederprodukte nicht als Wegwerfartikel begreift, sondern sie sorgfältig aussucht und lange nutzt, verhält sich insgesamt am umweltfreundlichsten“, sagt Saphir Robert, Referentin der VERBRAUCHER INITIATIVE.

Weitere Informationen zur Lederherstellung, sowie Kauf- und Pflegetipps gibt es auf der Webseite www.oeko-fair.de der VERBRAUCHER INITIATIVE.

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