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Auch das gehört für Unternehmerpersönlichkeiten dazu

Stiefel in vielen Farben von Salamander

Etwas was der Markt unbedingt braucht oder etwas, was das existierende Konzept noch besser macht – das ist oft die Basis für eine Existenzgründung.

So war es wohl auch im September 2009 als Stephanie Caspar mirapodo gründete. Nach Erfahrungen bei ebay und ImmobilienScout steht sie nun an der Spitze von bis zu 30 Mitarbeitern und leitet einen Onlineshop für über 6.000 verschiedene Schuhmodelle. Nicht nur ihre Überzeugung das richtige Konzept zu haben sondern auch der starke Halt in der OTTO-Gruppe und siebenstellige Budgets geben ihr die Sicherheit sich gegen Zalando & Co. zu behaupten. Teilweise aggressive Marketingkampagnen sollen den Erfolg des Wettbewerbs sichern und jedem dürfte wohl der schreiende Postbote zu Ohren gekommen sein.

Mirapodo geht einen ganz anderen Weg

Zum Erfolgskonzept gehört die extreme Service- und Kundenorientierung, die aus der umfangreichen Sortiments-, Distributions- und Bestellabwicklungserfahrung von Otto und Baur herrühren. „Jeder bekommt die Kunden, die er verdient“, heißt ein Verkäufersprichwort und leider sind die Kunden in Deutschland nicht so serviceorientiert, wie erhofft. Landauf und Landab klagen die Menschen über die Servicewüste Deutschland und schlagen dann kaufbare Angebote aus.

Bitter für Otto, Baur und mirapodo

Bereits im Februar 2012 sprach man auf gruenderszene.de davon, das mirapodo von seinem stärksten widersacher überrollt wurde. Dabei sahen die Zahlen von 2011 und vorallem die Gewinne nicht schlecht aus. „In Deutschland legten die E-Commerce-Umsätze um 9 Prozent von 3,1 auf 3,3 Milliarden Euro zu und machen damit knapp 58 Prozent der Einzelhandelsumsätze der Gruppe aus. Damit konnte die Otto Group ihre Position als weltweit größter Online-Händler für Fashion und Lifestyle und weltweit zweitgrößter Online-Händler mit dem Endverbraucher (BtoC) bestätigen.“ Quelle Allerdings sind die Gewinnerwartungen unterdurchschnittlich. Durch die Problematik der hohen Retourquoten sind die Ertragschancen beim direkten Widersacher aber noch schlechter. Zu dieser Zeit betritt zusätzlich Amazon mit einem eigenen Angebot den Onlineshuhmarkt und setzt mirapodo noch weiter unter Druck.

Am 31. Januar 2013 teilte die Axel Springer AG mit, das die WELT-Gruppe spätestens zum 1. August 2013 einen neuen Verlagsgeschäftsführer bekommt. Er wird Dr. Stephanie Caspar heißen. Ist dies eine andere Strategie das Totholz-Medium mit Know-How aus dem Onlinebusiness zu pimpen ? Und was wird aus der Onlinehoffnung mirapodo ?

2011/2012 hatte die Otto-Führung die Onlinestrategie geändert und mit Project A und einem Führungskräfteexodus bei Rocket Internet ein deutliches Zeichen gesetzt. Allerdings ist die Liste der Nichterfolge mit Discount24, Yalook, Yourhome, Jungstil, Refashion und Quelle nicht kurz. Kurzerhand wird mirapodo nun myToys zugeordnet und die Mischung aus Schuhen und Spielzeug ist so verwirrend, das auch der Branchenberichterstatter Lebensmittelzeitung zalando und mirapodo verwechselt.

„Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!“

Hier schließt sich nun der Kreis für Frau Caspar, wie bei vielen Unternehmerpersönlichkeiten. Gestartet als Unternehmensberaterin bei McKinsey, Aufbau der Onlinekompetenz bei ebay, ImmobilienScout und mirapodo und nun Oldschool und Online gekoppelt bei AXEL Springer.

Dann bleibt nur zu hoffen, dass es bei myToys demnächst keine Pferdelasagne gibt.

Infografik: Die Top 10 der Mode-Webseiten in Deutschland | Statista
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