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Online bewerben: Weniger ist oft mehr

Bewerbungsschreiben (c) pixabay.de

Ende Januar 2013 hatte unser Familienservice Sie und 3 Experten zum Thema ‚Online bewerben, aber richtig‘ eingeladen, Fragen zu stellen und Hinweise zu erhalten. Das Thema Bewerben und Selbstpräsentation ist in unserer Mitarbeiterunterstützung ein ständiger Dauerbrenner. Aus diesem Grund haben wir Dr. Hans-Christoph Kürn (Siemens AG), Mario D’Alessio (Fraport AG) und Carsten Franke (JobStairs) noch einmal gebeten, kurz und knackig Hinweise zu geben, die beiden Seiten im Bewerbungsprozess weiterhelfen.

Die richtigen Unterlagen schicken, positiv auffallen und den Job bekommen: Ratgeber rund um die Bewerbung übers Internet

  1. Flüchtigkeit vermeiden
  2. Vorsicht vor anonymen Spaß-Mailadressen
  3. weniger Aufwand, schnelle Antwort

Online zu kommunizieren – das ist im Berufsleben zunehmend die Regel. Schon der Einstieg bei einem Unternehmen beginnt heutzutage über das Internet mit einer Online-Bewerbung: „Bei unseren Partnerunternehmen, die zu den größten Arbeitgebern in Deutschland zählen, ist diese Art der Bewerbung schon lange und flächendeckend der Standard“, sagt Carsten Franke, Sprecher der Stellenbörse JobStairs. Dennoch ist die Unsicherheit von Bewerbern im Umgang mit Eingabeformularen im Internet immer noch groß und dabei ergeben sich viele Fragen.

Flüchtigkeit beim Online bewerben vermeiden

Experten wie Carsten Franke empfehlen vor allem, Flüchtigkeit bei der Online-Bewerbung zu vermeiden. Auch in einem an sich flüchtigen Medium wie dem Internet ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und Bewerbungen sorgfältig zu erstellen. Denn es gelten die gleichen Kriterien wie für die schriftliche Form. Das bedeutet: Keine lockeren oder umgangssprachlichen Formulierungen im Anschreiben, und kein Weglassen der Datumsangabe. „Bei einer Initiativbewerbung zum Beispiel sollte der Betreff außerdem eindeutig formuliert sein – aus ihm muss hervorgehen, für welchen Bereich man sich bewirbt“, erklärt Mario D’Alessio vom führenden internationalen Airport-Unternehmen Fraport AG und ergänzt: „Wird zudem ein Lebenslauf als Anlage hochgeladen, sollte dieser auch nach Möglichkeit unterschrieben sein.“

Vorsicht vor anonymen Spaß-Mailadressen

Wenn es darum geht, welche Dateien am besten online hinterlegt werden, raten die Personalfachleute Bewerbern dazu, sorgfältig auszuwählen. Denn hier gilt eher das Prinzip: „Weniger ist mehr“. Das letzte Zeugnis sollte auf jeden Fall dabei sein. Ebenso weitere Unterlagen, die besondere Fähigkeiten des Bewerbers herausstellen und dadurch seine Chancen erhöhen, zum Gespräch eingeladen zu werden. Absolute „NoGos“ sind eine anonyme Spaß-Mailadresse und ein Bewerbungsfoto, das im letzten Urlaub geknipst wurde. „Bevor die Bewerbung übermittelt wird, sollte man alles noch einmal genau anschauen und durchlesen“, empfiehlt Dr. Hans-Christoph Kürn von der Siemens AG. Er weist zudem darauf hin, dass vollgepackte Bewerbungsmappen aufdringlich wirken. „Bei Siemens kann man bis zu fünf Megabyte hinterlegen. Unsere Erfahrung zeigt, dass dies absolut ausreicht.“ Als bevorzugtes Dateiformat für Anschreiben, Arbeits- und Abschlusszeugnisse nennt Carsten Franke von JobStairs das PDF: „Es hat den Vorteil, dass es auf jedem Computersystem identisch angezeigt wird.“

Schnelle Bearbeitung, wenig Aufwand

Der Vorteil von Online-Bewerbungen liegt nach einhelliger Meinung der Experten vor allem in den vereinfachten Abläufen: Die Daten der Bewerber können direkt in das IT-System übernommen und gleich elektronisch bearbeitet werden. Auf diese Weise müssen Bewerber nicht lange auf eine Antwort warten und sparen obendrein die Kosten für eine aufwändige Mappe. Pluspunkte sammelt man viel eher mit einer glaubwürdigen Vorstellung seiner Person und der Bewerbungsgründe. Dr. Hans-Christoph Kürn: „Man sollte über seine Person und seine Interessen berichten, allerdings mit klarem Bezug zu den Aufgabenstellungen, die in der Stellenbeschreibung ablesbar sind.“ Übrigens kann man auch in einer digitalen Bewerbungsmappe die eigene Kreativität zum Ausdruck bringen. Mario D’Alessio von Fraport: „Am besten nutzt man diese, um typische Floskeln aus einschlägigen Ratgebern durch eigene Formulierungen zu ersetzen.“ Denn ein Bewerbungsschreiben „von der Stange“ wirkt auf Personaler ebenso abschreckend wie übertriebene Eigenwerbung. D’Alessio: „Lieber beschreiben, weshalb man so motiviert ist, für das Unternehmen in der ausgeschriebenen Position tätig zu werden.“

Bei Interesse am Experteninterview vom 24. Januar 2013 oder dem Nachbericht nach dem Expertenchat nutzen Sie einfach die beiden Beiträge und lassen uns auch gern Ihre Erfahrungen zukommen.

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