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„Besser Weihnachtsmann als gar kein Beruf…“

Weihnachtsmann (c) Willy_s / pixelio.de

In diesen Tagen denken wir Deutsche viel an den Weihnachtsmann. Nicht wegen der Geschenke, daran glauben höchstens noch die Kinder. Nein, wir machen uns Gedanken um seine Arbeitsbedingungen: Die endlosen Schlittenfahrten, das schlecht geheizte Home-Office am Nordpol, die unzähligen Wunschzettel, die er im Kopf behalten muss, der wenig artgerechte Einsatz der Rentiere usw. Wie schafft er das alles überhaupt? Ist er nicht der typische Saisonarbeiter, der ein paar Wochen lang pausenlos rackert und sich den Rest des Jahres nach einem Nebenerwerb umsehen muss und das in einem so strukturschwachen Gebiet wie der Arktis? Bekäme der Weihnachtsmann einen Burnout – wir hätten vollstes Verständnis.

(ddp direct) Scherz beiseite. Den Deutschen gelingt das Kunststück, selbst im Weihnachtsfest ihr heimliches Lieblingsthema unterzubringen – die Arbeit. Die große Oettinger-Deutschlandstudie zeigte ein erstaunliches Ergebnis: Was auch immer das offizielle Thema unserer Gespräche war, die Befragten kamen in den Gruppen und Interviews immer wieder auf einen ganz anderes Thema zu sprechen – auf die Arbeit.

Was haben wir Deutschen doch ein zutiefst seltsames Verhältnis zur Arbeit

Wir lieben und hassen sie, vergöttern und verteufeln sie, sie macht uns krank, aber wenn wir sie verlieren, werden wir noch viel kränker. Von allen Seiten hagelt es Warnungen vor zu viel Arbeit, man schult uns in Entschleunigung, rät uns zu mehr Work-Life-Balance, der Burnout scheint überall zu lauern. Und was tun wir? Wir können von der Arbeit scheinbar nicht genug bekommen, alles dreht sich um sie, wir leben für die Arbeit, obwohl wir doch angeblich arbeiten sollten, um zu leben. 82% aller Deutschen sagen , dass Arbeiten einfach zu einem glücklichen Leben dazugehört. Wir Deutschen nehmen die Arbeit ernst und sind stolz darauf, auch und gerade, wenn wir zurzeit nicht so viel Anderes haben, worauf wir stolz sein können.

Sind wir wirklich arbeitssüchtig? Ist die Arbeit unser Götze geworden? 83% der Deutschen sagen, dass es ihnen wichtig ist, einen guten Job zu machen, egal was sie tun. Von Besitzstandswahrung ist die Rede, von Überidentifikation mit Job, Leistung und wirtschaftlichem Erfolg (85% arbeiten gerne hundertprozentig). Haben wir uns die Arbeit zum Lebensmittelpunkt gemacht, weil wir nicht faulenzen, genießen und uns am Leben freuen können, wie andere Völker? Macht uns allein die Arbeit glücklich und unabhängig.

Das Thema ist nicht neu – aber womit hat es wirklich zu tun?

Das ambivalente Verhältnis zur Arbeit ist ein uraltes Motiv unserer Kultur, älter als das Wirtschafts-wunder und viel älter als die aktuelle Krise. Auffällig ist ja schon, dass wir besonders an der Arbeit hängen, wenn wir Gefahr laufen, sie zu verlieren. Wir bangen um unseren Arbeitsplatz, als hinge unser Leben davon ab, als verlören wir mit der Arbeit sofort auch alles andere: unseren Lebensstandard, unsere soziale Zugehörigkeit und gesellschaftliche Teilhabe, unsere Identität, einfach all das, was uns ausmacht. Wenn ein Amerikaner seinen Job verliert, so unser Eindruck, dann sucht er sich eben einen neuen. Und was tun wir? Job futsch = Leben futsch? Wer keine Arbeit hat, der wird nicht mehr gebraucht, der hat für die Gesellschaft jeglichen Wert verloren – so oder ähnlich beschreiben Arbeitslose immer wieder ihre Situation.

Und tatsächlich verliert man mit dem Arbeitsplatz mehr, als nur seinen Job. Häufig ist die Arbeit der einzige Bereich, in dem man noch Zugehörigkeit zu einer sozialen Gemeinschaft und einem gemeinsamen Werk verspüren kann. Man arbeitet, lebt, pausiert, feiert, freut sich und leidet zusammen, oft mehr als in vielen anderen Kontexten. Nicht zuletzt verbringt man viel Zeit bei der Arbeit und im Umfeld der Arbeit. Arbeit ermöglicht also nicht nur soziale Teilhabe, sie ist soziale Teilhabe.

Hinter der Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes steht die Furcht davor, aus der Gemeinschaft zu fallen und zu vereinsamen, nicht, weil die Gesellschaft diejenigen ablehnt und ausstößt, die keine Arbeit haben, sondern weil Arbeit für viele Menschen ihre Gemeinschaft ist, oder zumindest ein wichtiger Teil davon. Insgeheim gilt die Arbeits-Gemeinschaft sogar als besonders wertvolle Form der Gemeinschaft, denn für die Teilnahme an dieser Gemeinschaft bekommt man ja auch noch Geld.

Unbezahlte Formen von Arbeit und Gemeinschaft (z. B. die familiäre Haus-Arbeit, oder die ehrenamtliche Arbeit) scheinen in den Augen der deutschen Gesellschaft auch weniger wert zu sein. Man muss geradezu dafür Werbung machen, dass diese gesellschaftlich so wichtigen, aber unbezahlten Tätigkeiten überhaupt ernst genommen werden.

Es bleibt ein Generalverdacht

Irgendwo da draußen soll es doch tatsächlich welche geben, die sich, anstatt redlich zu arbeiten, auf unsere Kosten durchs Leben schummeln. Die sich einfach einen lauen Lenz machen. Die womöglich gar nicht arbeiten wollen! Ihnen (nicht den Hedgefonds, nicht den Banken, nicht den Managern oder den Steuerhinterziehern) gilt unser Unmut, unsere Wut, mitunter sogar unser Hass. Überall vermuten wir sie: früher die faulen Studenten (die heute eher die am meisten Gestressten von allen sind) dann die faulen Beamten, die faulen Hippies/Gammler/Punker, die faulen Südländer, die faulen Ausländer und heute natürlich, als Gipfel der Unverschämtheit, die faulen Griechen, die es sich von unserem Geld wohl sein lassen und immer noch darauf hoffen, dass wir weiterhin ihren landesweiten Schlendrian finanzieren.

Diese permanente Suche nach den „faulen Eiern“ der Gesellschaft wird nirgends deutlicher als bei der erregten Debatte um Hartz 4. Als sternTV die Frage stellte: „Sollen Hartz4-Empfängern, die zu einem Termin beim Arbeitsamt nicht erscheinen, die Bezüge gekürzt werden?“ erhielt die Redaktion über 1000 e-Mails. 62% der Zuschriften fanden, dass eine Kürzung der – bekanntlich ohnehin sehr dürftigen – Bezüge hier gerechtfertigt, bzw. noch viel zu milde sei. Nur etwa 19% äußerten Verständnis für das Versäumen eines Termins.

So groß ist unsere Angst vor der Arbeitslosigkeit geworden, dass wir den Arbeitslosen am liebsten noch die Schuld dafür geben würden, dass sie keine Arbeit haben. Immer wieder hieß es: „Die wollen doch gar nicht arbeiten!“ Interessanterweise auch von denen, die selbst arbeitslos sind, oder früher waren. Von Gerechtigkeit war in unseren Gesprächen oft die Rede, von Mitleid fast nie. Psychologen bezeichnen ein solches Verhalten als „Identifikation mit dem Aggressor“. Am Thema Arbeit scheint sich die Gesellschaft regelrecht zu spalten.

Und auch diese Debatte folgt einem bekannten Muster. Wie ein roter Faden zieht sich eine Spannung durch unsere Kultur: zwischen der „arbeitenden Bevölkerung“ und denen, die andere Lebensentwürfe verfolgen, in denen regelmäßige Lohnarbeit nicht, oder nur am Rande vorkommt. Diese „Arbeit-Nichtnehmer“ werden zu Objekten unserer Projektion: Bettler, Nomaden und Zigeuner, Künstler und Musiker, Hippies und Punks, Adlige und Bohemiens – wer es schafft, sich durch die Welt zu bewegen, ohne sich unter das Joch der geregelten Arbeit zu beugen, wer so wenig Angst vor dem Leben hat, dass er auf den „sicheren Job“ verzichten kann, der löst bei uns Normalen starke Gefühle aus: Neid, Sehnsucht, Wut, Bewunderung, Furcht, Liebe und Hass. Wir fürchten, dass sie uns und unsere Gesellschaft schädigen könnten, wir verfolgen und drangsalieren sie sogar und würden insgeheim doch gern so leben, wie sie.

Über OETTINGER Brauerei GmbH

Die Oettinger Brauerei GmbH ist eine der erfolgreichsten Brauereien in Deutschland. Hier ist das traditionsreiche Familienunternehmen seit 2004 Marktführer. Im Jahr 2011 betrug der Ausstoß der gesamten Gruppe rund 10 Millionen Hektoliter.

Zur Oettinger-Gruppe zählen vier Braustätten in Deutschland mit insgesamt 1150 Mitarbeitern. Neben dem Stammsitz in Oettingen (Bayern) sind das die Zweigniederlassungen in Gotha (Thüringen/seit 1991), Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen/seit 2003) und Braunschweig (Niedersachsen/seit 2009).
Die Brautradition reicht bis in das Jahr 1731 zurück. Seither hat sich das Unternehmen vom reinen Bier-Brauer zu einem facettenreichen Getränkehersteller entwickelt. Aktuell zählen insgesamt 24 Biere, Biermischgetränke und Limonaden zum Sortiment der Marke „Original Oettinger“. Jedes einzelne Produkt bürgt für Spitzenqualität zum guten Preis aus Deutschland. Diese Kombination kommt bei den Kunden bestens an: Sie ist der Schlüssel zum Erfolg und somit auch die Grundlage für zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Bei der Qualitätsprüfung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) wurden Oettinger-Produkte zuletzt regelmäßig prämiert. In diesem Jahr erhielten mit Mönchengladbach und Braunschweig gleich zwei Standorte die höchste Auszeichnung, mit der eine Brauerei in Deutschland für ihre Qualitätsleistungen gewürdigt werden kann: den Bundesehrenpreis.

http://oettinger-bier.de
http://www.facebook.com/OeTTINGER.Brauerei

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