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So bleibt der Vierbeiner gesund und fit bis ins hohe Alter

Den Hund verwöhnen (c) Foto: DK/familienfreund.de

„Die Annahme, dass Hunde bei ihrer Ernährung Abwechslung brauchen, ist falsch“, sagt Ernährungsexpertin Dr. Claudia Rade. Die Frage, mit welchem Futter Hunde bis ins hohe Alter gesund und fit bleiben, lag vielen Anrufern bei unserer Expertentelefon-Aktion am Herzen. Außerdem wollten viele wissen, wie man mit mäkeligen Essern umgeht, wann und warum Diätfutter angesagt ist und was sie selbst sonst noch für das Wohlbefinden ihres Hundes tun können.

Die vom Familienservice betreuten Beschäftigten erhielten kompetente Ratschläge von erfahrenen Spezialisten, die auch mit einigen Mythen zum Thema Hundefutter aufräumten. Am Telefon saßen:

  • Dr. Katrin Busch-Kschiewan, Wisskirchen, arbeitet seit 2005 als selbstständige Tierärztin mit Schwerpunkt Tierernährung. Nach ihrem Studium der Tiermedizin war Dr. Busch-Kschiewan als Tierärztin in der Ernährungsberatung tätig.
  • Christiane Frey, Heiligkreuzsteinach, ist ausgebildete Hunde-Trainerin, Verhaltensberaterin und spezialisiert auf ein „harmonisches Miteinander von Mensch und Hund”. Sie ist Mitglied der Trainer-Runde „kollegial = genial“, der bekannten Hundeakademie Perdita Lübbe, Darmstadt.
  • Dr. Claudia Rade, Hannover, ist Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik. Dr. Rade studierte von 1988 bis 1993 Tiermedizin in Hannover und promovierte 1996 im Fach Tierernährung.
  • Dr. Franziska Conrad, Köln, arbeitet seit 2004 als Tierärztin und Produktmanagerin für Diätnahrung bei Royal Canin. Sie betreut das Veterinärmarketing und ist für die wissenschaftliche Kommunikation im Unternehmen verantwortlich.

Ist das Futter im Hinblick auf die Nährstoffversorgung ausgewogen und wird es vom Hund gut vertragen, ist es nach Ansicht von Dr. Claudia Rade nicht sinnvoll, die Nahrung ständig umzustellen. Ein Futterwechsel sei bei einem gesunden Hund nur beim Übertritt in die nächste Lebensphase – zum Beispiel vom Wachstum in die Adultphase und von dort ins Seniorenalter – angebracht, um den unterschiedlichen Anforderungen an die Ernährung in jedem Alter optimal gerecht zu werden. Jeder abrupte Futterwechsel berge die Gefahr, dass Verdauungsstörungen in Form von Durchfall auftreten können. Sollte ein Futterwechsel aufgrund spezieller Bedürfnisse notwendig werden, empfiehlt die Tierärztin, die neue Nahrung schrittweise einzuführen, in dem sie zunächst mit dem alten Futter gemischt wird. Der Anteil des neuen Futters kann dann allmählich gesteigert werden, bis nach sieben bis zehn Tagen ausschließlich die neue Nahrung gefüttert werden kann.

Der Hund lebt nicht vom Fleisch allein

Wer denkt, er tut seinem Vierbeiner etwas besonders Gutes, indem er ihn mit rohem Fleisch füttert, liegt zwar nicht ganz falsch. Kleintierexpertin Dr. Katrin Busch-Kschiewan gibt allerdings zu bedenken: „Richtig ist, dass Hunde Fleischfresser sind. Fakt ist jedoch, dass sie auch pflanzliche Zutaten benötigen und diese ganz hervorragend verdauen können.“ Will man Hunde also optimal ernähren, gehöre beides in den Napf: pflanzliche und tierische Zutaten von bester Qualität. Durch ihre Kombination werden die positiven Eigenschaften beider in Hinblick auf eine gesunde Ernährung vereint, „Eine qualitativ hochwertige Fertignahrung versorgt den Hund zudem mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen – das schafft man nicht mit Fleisch allein.“ Diese gibt es im Zoofachhandel mittlerweile sogar speziell abgestimmt auf rassespezifische Besonderheiten.

Die Mär von den Suchtstoffen im Fertigfutter

Der Einsatz von Suchtstoffen ist nicht nur futtermittelrechtlich verboten, sondern auch völlig überflüssig. „Renommierte Futtermittelhersteller wie beispielsweise Royal Canin verfügen über langjährige Erfahrung bei Rezepturen und Herstellungsprozessen von Tiernahrung, die es ihnen ermöglicht, besonders schmackhafte Produkte herzustellen“, erklärt die Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik, Dr. Claudia Rade. Dabei kommen natürliche Aromastoffe wie Leberextrakt oder tierische Fette zum Einsatz, die den Vorlieben der jeweiligen Tierart entsprechen. Das Ergebnis ist eine besonders hohe Akzeptanz der Heimtiernahrung – ohne süchtig machende Substanzen.

Übergewicht vermeiden

Hunde neigen nach einer Sterilisation oder Kastration häufig dazu, weniger aktiv zu sein, während der Appetit selten nachlässt. Daher bewegen sich die Tiere laut Dr. Franziska Conrad nicht genügend, um die Kalorien wieder loszuwerden, die sie futtern. Sie rät in solchen Fällen, unbedingt eine Fütterungsumstellung vorzunehmen und mit einer Gewichtsreduktion sofort zu beginnen. „Idealerweise besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, wie das Idealgewicht wieder erreicht werden kann“, weiß die Ernährungsexpertin. „Er wird einen Diät- und Aktivitätsplan erstellen, damit aus rund nicht übergewichtig wird.“ Nach erfolgreicher Gewichtsreduktion sollte das Tier mit einem Futter für kastrierte Hunde mit einem reduzierten Energiegehalt gefüttert werden, damit es nicht wieder zu einer Gewichtszunahme kommt.

Bewegung bis ins hohe Alter

Ernährung ist der eine, Bewegung der andere Teil für ein langes, gesundes Hundeleben. Doch wenn der Vierbeiner in die Jahre kommt, wird auch er gemütlicher, genau wie wir Menschen. Hunde-Trainerin und Verhaltensberaterin Christiane Frey empfiehlt, die körperlichen Aktivitäten der Tagesform des Hundes anzupassen und häufiger Suchspiele zu machen, um gleichzeitig die geistige Auslastung zu fördern.

Betteln am Tisch

Man braucht nur ein paar Mal schwach zu werden und dem Hund etwas vom Tisch zu geben. Deshalb warnt Christiane Frey davor, damit gar nicht erst anzufangen. Bettelnde Hunde sollte man ignorieren und an einen festen Platz gewöhnen, auf dem sie sich während des Essens aufhalten sollen.

Im Nachgang des Expertentelefon Hundegesundheit am 27. Juni 2013 gab es noch ein Experteninterview und die häufigsten Fragen und Antworten veröffentlichen wir in unserem Webmagazin zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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