Blickpunkt Leben – Familienfotos für die Ewigkeit

Baby schaut Buch an (c) PublicDomainPictures / pixabay.de

Baby schaut Buch an (c) PublicDomainPictures / pixabay.de

Kinder bereichern in erster Linie das Leben ihrer Eltern. Während man vor 200 Jahren Erinnerungen noch mühsam mit Pinsel und Farbe festhielt, brachte der technische Fortschritt eine rasante Entwicklung bei Kameras und Fotoapparaten. Vom schwarz-weiß Fotos über den Farbfilm bis hin zur digitalen Fotografie und den bewegten Bildern haben Familien heute viele Möglichkeiten individuell unvergessliche und intime Momente für die Ewigkeit einzufangen.

Fotos machen, insbesondere Familienfotos, gehört heute zum Alltag der Menschen dazu. Sie dokumentieren mit ihrer Handykamera auszugsweise ihr Leben und erstellen bzw. verteilen mehr Abbilder ihrer selbst bzw. von Objekten sowie Tätigkeiten als jemals zuvor. Natürlich kann man nicht genau sagen, wie viele Bilder jeden Tag geknipst, gespeichert und hochgeladen werden aber allein in sozialen Netzwerken, wie Instagram rechnet man mit täglich 20 Millionen neuer Fotos.

Und wie hat alles begonnen?

Mit der Camera obscura natürlich. Schon Aristoteles nutzte im 4. Jahrhundert vor Christus das Prinzip des abgedunkelten Raumes in den durch ein Loch in der Wand Licht einfiel. Das einfallende Licht projizierte bei ausreichend kleinem Lochdurchmesser auf die gegenüberliegende Wand ein auf dem Kopf stehendes Abbild der Außenwelt. Leonardo da Vinci (1452 bis 1519) brachte die Camera obscura zum Funktionieren und im 17. Jahrhundert wurde sie zu einem transportablen Kasten weiterentwickelt. Ab 1815 wurde asphaltbeschichtete Zinnplatten und später Silberplatten verwendet. In allen Verfahren vor der Industrialisierung kam es zu langen Entwicklungszeiten. Erst Anfang 1840 wurde diese von 15 Minuten unter günstigen Lichtverhältnissen auf 45 Sekunden gesenkt. Jeder hätte theoretisch mit dem Kodak Nr. 1 um 1888 für 25 Dollar seine ersten Bilder machen können. Für die damalige Zeit war der Kodak Nr. 1 jedoch recht teuer. In Deutschland gab es ihn ab 1890 für 120 Mark.

Vom Fotoapparat zur Handykamera in 100 Jahren

Mit dem Rollfilm kam auch der Entwicklungsdienst von Eastman und kurze Zeit später kleinere und günstigere Kameras. Fotografieren und entwickeln, war für jedermann erstmals möglich. Der ersten Kamera mit eingebauter Blitzsynchronisation 1935 folgte 1938 die erste Kamera mit Belichtungsautomatik. Nikon lieferte 1950 den ersten serienmäßig ansetzbaren Elektromotor S-36 mit Batteriebetrieb. 1978 kam die erste Spiegelreflexkamera und 1985 die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Autofokus. Ab Mitte der 80er Jahre konnten die Menschen die ersten kommerziell erhältlichen Digitalkameras kaufen. Bilder wurden auf CDs entwickelt. Im 21. Jahrhundert weicht die Analog- der Digitalfotografie. Die ersten Handys mit eingebauter Kamera existieren seit 2005. Jeder kann zweifelsohne vor allem technisch fotografieren aber nicht jeder ist ein Fotograf.

Vom Fotografieren zum Fotograf

Fotografen sind hochspezialisiert. Sie verfügen in unserer heutigen Zeit nicht nur technisch über eine besondere Ausstattung sondern meist auch über einen besonderen unique selling point, wie die Kölner Fotografin Sari Tanuhardja. Authentizität ist ihr besonders wichtig und Fotos zu machen, die ausschließlich mit dem vorhandenem Licht (AVAILABLE LIGHT) und in natürlicher Umgebung entstehen. Mit ihren Babyfotos fängt sie für ihre Kunden wunderschöne und einmalige Momente mit vielen kleinen Details und große Emotionen ein. Überdurchschnittlich oft werden natürlich Menschen fotografiert. Aber es gibt auch Fotografen, die sich ausschließlich Landschaften, Tieren und Objekten verschrieben haben. Sie widmen ihr kreatives Tun der Unterwasser,- der Astro- oder der Panoramafotografie.

Erinnerungen bleiben für Ewigkeit

In keiner anderen Zeit gab es soviel Bilder von der Welt und ihren Menschen. Ob digital, ausgedruckt an der Wand oder bewegt in Videos, Internet und Fernsehen – Bilder dominieren unseren Alltag. Während unsere Großeltern Abbilder ihrer selbst noch handlich im Schuhkarton aufbewahren konnten, wären wir ohne die umfangreichen Speichermedien längst nicht mehr in der Lage Bilder von uns selbst und uns lieben bzw. wichtigen Menschen aufzubewahren. Kinder und Jugendliche verfügen teils über ein unerschöpfliches Portfolio an eigenen Bildern. Jeder Moment ihres Lebens wird heutzutage oft durch die eigenen Eltern und später durch sie selbst dokumentiert. Die Liebe zum Bild ist gleichzeitig die Liebe zur Erinnerung. Die vielen kleinen Momente, die wir mit unseren täglichen Fotos einfangen, ermöglichen es uns später einmal besonders intensive Erinnerungen zu erleben. Wenn Menschen heute sterben, sind sie über lange Zeiträume in unseren Gedanken und Herzen. Ein Blick ins Fotoalbum, an die Wand oder auf die virtuelle Gedenkseite zeigen Unmengen von Erinnerungen in lebendigen situationsbezogenen lustigen und traurigen Bildern. Lebensfreude von Geburten und Hochzeiten erscheinen ebenso wie Bilder über Alter, Krankheitsverläufe oder den Tod an sich. Zeit wird nicht nur erlebbar sondern sie lebt.

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