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Chatprotokoll zum Expertenchat Sicher im Internet

auf Arbeit ist auch Leben - z.b. am Telefon (c) hfossmark / pixabay.de

Ein Familienservice, wie wir ihn bei der familienfreund KG verstehen, leistet mehr als Krippenplätze und Pflegedienste zu vermitteln. Zum Beispiel führen wir regelmäßig Telefonforen zu unterschiedlichsten Themen durch. Ergänzt wir dies zeitweise durch Chatforen. Am 24.11.2011 war es wieder einmal soweit und wir chatten gemeinsam  zum Thema Sicher im Internet:

Frage GT: Tritt eine Rechtsschutzversicherung auch für mich ein, wenn ich Abmahnungen erhalte, weil ich angeblich Urheberrechtsverletzungen begangen haben soll oder falsche Behauptungen in meinen Blog eingestellt wurden, die ich nicht gleich entfernt habe?

Antwort Hans-Jürgen Niehues: Die Abwehr von Urheberrechtsverletzungen ist in der Regel von der Rechtsscutzversicherung nicht umfasst, ebenso die Abwehr von Unterlassungsansprüchen wegen falscher Behauptungen.

Sicherheit und Datenschutz

Frage RF: Muss man bei Facebook jetzt echt ein Impressum haben?

Antwort Jochen Plett: Sicherlich sprechen Sie das Urteil des Landgericht Aschaffenburg vom 19. August 2011, Az: 2 HK O 54 / 11 an. Hier wird das Telemediengesetz tatsächlich dahingehend ausgelegt, dass jedenfalls bei gewerblichen Angeboten ein Impressum vorhanden sein muss. Die Rechtsansicht des Landgericht Aschaffenburg ist durchaus vertretbar. Es wäre sogar denkbar, auch andere Facebookseiten zu erfassen. Im gewerblichen Bereich ist es jedenfalls sinnvoll, durch einen Anwalt sein Facebookangebot prüfen zu lassen und sich ein entsprechendes Impressum erstellen zu lassen. Vorsorge ist hier sinnvoller, als ein teurer Prozess. Rechtsanwalt Jochen Plett Rechtsanwälte Barthelmes & Schwenke

Frage JL: ist es noch sicher, bei facebook zu sein? die ändern doch ständig ihre nutzereinstellugen. da bin ich echt unsicher…

Antwort Stefan Staub: Prinzipiell ist bei kostenlosen Angeboten immer die Frage, wie sich Unternehmen finanzieren. Dies geschieht in der Regel, und so auch bei Facebook, durch den Verkauf von werbewirksamen Daten. Facebook stellt Ihnen die aktuell gültigen AGBs auf der Webseite zur Verfügung. Hier sehen Sie dann welche aktuellen Nutzungsbedingungen Sie akzeptieren, wenn Sie Facebook nutzen. Generell sollten Sie sich bewußt sein, dass Ihre Daten sowohl an andere Unternehmen verkauft werden, als auch amerikanische Sicherheitsbehörden direkten Zugriff auf Ihre Daten bei Facebook haben. Wenn Se dies nicht wünschen, bleibt Ihnen nur die Wahl, Ihr Leben ohne Facebook und Konsorten zu gestalten ;-).

Frage FE: Ich bin recherchiere online und arbeite auch mit Mails. Nun würde ich mich gerne bei Facebook anmelden. Aber, man liest von vielen „Stolperfallen“. Kann ich das alleine einrichten oder bedarf es fachlicher Hilfe? – gibt es Stellen, die einen bei einer solchen Einrichtung unterstützen können?

Antwort Achim Plattner: Ein Facebookprofil können Sie ohne große Fachkenntnisse selbst einrichten. Es könnte jedoch hilfreich sein, sich vorher von einem Bekannten die verschiedenen Einstellungen insbesondere zur Privatsphäre erklären zu lassen.

Frage WH: Gibt es verbindliche Datenschutzbestimmungen in Bezug auf die Verwendung von Google-Analytics auf Websites

Antwort Stefan Staub: Datenschutzbestimmungen im Sinne einer Rechtsvorschrift gibt es nicht. Die Aufsichtsbehörden für den Datenschutz haben jedoch Verhaltensregeln bzw. Anforderungen an die Verwendung von Webtrackingtools aufgestellt. Ich empfehle hier die Seite des virtuellen Datenschutzbüros www.datenschutz.de. Dort finden Sie die konkreten Anforderungen der Aufsichtsbehörden bzgl. des Einsatzes von Google Analytics.

Sicherheit beim Online-Shopping?

Frage RF: Ich habe eine Payback-Karte und benutze sie auch. Wissen die Leute von Payback jetzt, was ich einkaufe? Und wenn ja: Was können die denn mit diesen Infos anfangen?

Antwort Stefan Staub: Ja, Payback verdient Geld durch den Verkauf Ihrer Daten an andere Unternehmen. Es wird beim Einkauf mit der Payback-Karte ein Einkaufsprofil von Ihnen erstellt. Somit versucht man Ihre Lebensgewohnheiten zu erfahren und werbetechnisch auszunutzen. Diese Daten geben Aufschluss welche Produkte Sie bevorzugen, wann Sie am liebsten einkaufen, etc. Diese Profile sind für Werbeagenturen und Marketingexperte sehr wertvoll. Aus Ihren Einkaufsgewohnheiten werden dann personalisierte Werbungsaktionen gestartet um Sie gezielter zu bewerben.

Frage HJ: ich habe neulich ein katzenklo im internet bestellt und als ich es auspackte festgestellt, dass es gebraucht war. was kann ich da tun?

Antwort Jochen Plett: Leider enthält Ihr Sachverhalt nicht alle relevanten Daten wie Kaufdatum etc. Daher eine erste Einschätzung: Wenn Sie ein neues Katzenklo bestellt haben, dann haben Sie auch Anspruch auf Lieferungen eines neuen Katzenklos. Sie sollten, wenn Sie das neue Klo haben möchten, den Verkäufer nachweisbar (z.B. Einschreiben) auffordern,Ihnen das bestellte neue Klo zu liefern. Die Kosten der Rücksendung und der neuen Lieferung hat der Verkäufer zu tragen, denn es handelt sich um eine mangelhafte Erfüllung. Handeln Sie zügig, insbesondere bezüglich der Rüge binnen zwei Wochen. Sie können aber auch, soweit die zweiwöchige Frist zum Widerruf nach Erhalt der Ware noch nicht abgelaufen ist, widerrufen (E-Mail, Fax, Brief) dann die Ware zurücksenden und Ihr Geld zurückverlangen. Prüfen Sie nochmals die Widerrufsbelehrung. Jochen Plett Rechtsanwalt Kanzlei Barthelmes & Schwenke, Hamburg

Vertragsabschlüsse im Internet

Frage US: kann ich nach abschluss einer versicherung übers internet wieder zurück treten?

Antwort Achim Plattner: ja können . sie haben ein 14 tägiges Widerrufsrecht.

Frage AS: Vor kuzem hatte ich einen Bankwurm. Muss ich jetzt im Online-Banking um mein Geld fürchten?

Antwort Achim Plattner: Sofern Ihre Antivirensoftware den Wurm nicht frühzeitig erkannt und gelöscht hat, würde ich Ihnen empfehlen mit Ihrer Bank Kontakt auf zu nehmen, was Sie in dem speziellen Fall unternehmen können.

Frage MA: Sichert meine Rechtsschutzversicherung mich auch dann ab, wenn ich das World Wide Web mit dem Smartphone von einem beliebigen Ort aus nutze, um private Geschäfte zu machen?

Antwort Hans-Jürgen Niehues: Ja, allerdings ist auf eine weltweite Deckung zu achten, denn die Vertragspartner sitzen nicht immer im europäischen Raum.

Frage PJ: Es ist ja toll, wenn man übers Internet Verträge abschließen kann. Besonders, wenn man Geld spart. Aber sind die Verträge dann auch rechtswirksam?

Antwort Jochen Plett: Im Regelfall ja. Verträge, die einer bestimmten Form bedürfen, wie etwa Grundstückskaufverträge, werden im Normalfall auch nicht über das Internet abgeschlossen. Ausnahmen gelten wieder für Minderjährige oder natürlich Geschäfte mit illegalen Waren und Dienstleistungen. Rechtsanwalt Jochen Plett Rechtsanwälte Barthelmes & Schwenke

Frage VH: Wie kann ich mich dagegen wehren, dass mein Ex-Freund mich im Internet belästigt?

Antwort Jochen Plett: Sie können zunächst Strafantrag bei der Polizei stellen. Im Regelfall kann bei Gericht auch eine einstweilige Verfügung erwirkt werden, die Ihrem Ex-Freund die Belästigungen untersagt. Die Betreiber der Plattformen haften in der Regel nicht, können aber zur Prüfung und Löschung des Inhalts verpflichtet sein. Rechtsanwalt Jochen Plett Rechtsanwälte Barthelmes & Schwenke

Frage LE: Ich verbringe viel Zeit im Internet. Worauf sollte ich beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung achten, damit ich zum Beispiel auch bei Online-Geschäften optimal versichert bin?

Antwort Hans-Jürgen Niehues: Ihr Rechtsschutz sollte den Vertrags-Rechtsschutz für die von Ihnen und Ihren Familienangehörigen im Internet privat abgeschlossenen Verträge enthalten. Dazu zählen Kaufverträge, Ersteigerungen aus Auktionen, Darlehens-, Versicherungs- und Reparaturverträge. Darüber hinaus sollte auf jeden Fall der Schadenersatz-Rechtsschutz eingeschlossen sein, um Schadenersatzansprüche aus „Trojaner-“- und „Phishing“-Attacken geltend machen zu können.

Persönliche Sicherheit

Frage OC: Kann man Passwort-Tresore unbedenklich nutzen?

Antwort Stefan Staub: Sie sollten darauf achten, dass das Programm in verschiedenen Computerzeitschriften getestet wurde. Des weiteren sollten Sie sich überlegen, was passiert, wenn das Programm abstürzt oder Sie das Generalpasswort vergessen haben. Sollten Sie dann keine weiteren Notizen in schriftlicher Form besitzen, haben Sie keine Möglichkeit mehr auf diese Daten zugreifen zu können. Ebenso sollten Sie daran denken, wie ein Wechsel der Hardware mit dem jeweiligen Software zu bewerkstelligen ist. Sollte kein Export der Daten möglich sein, müssen Sie bei dem Wechsel des Computers die Daten wieder manuell einpflegen.

Frage TU: Wie kann man denn überhaupt dafür sorgen, dass im Netz niemand anderes auf Informationen zugreifen kann, die ich zum Beispiel zu meiner Gesundheit mache?

Antwort Achim Plattner: Durch eine verschlüsselte Datenübermittlung, die Sie an einem https:// in der Adresseingabezeile des Browsers am Anfang der URL erkennen, und mithilfe der Hinweise in der Datenschutzerklärung des Versicherers.

Frage KE: Ich habe eine Rechnung erhalten, weil ich im Internet angeblich Filme herunter geladen habe. Habe ich aber nicht. Unterstützt mich meine Rechtsschutz-Versicherung notfalls vor Gericht?

Antwort Hans-Jürgen Niehues: Sofern es sich nicht um den Vorwurf von Urheberrechtsverletzungen handelt, sondern schlicht Rechnungen übermittelt werden von Leistungen, die Sie gar nicht in Anspruch genommen haben, so unterstützt Sie eine Rechtsschutzversicherung, notfalls auch vor Gericht.

Frage JK: Was muss ich meinen Geschäftspartnern im Internet über mich verraten, wenn ich online einkaufe?

Antwort Stefan Staub: Prinzipiell muss ich nur die Daten angeben, die zwingend für die Abwicklung des Geschäfts notwendig sind. Dies kann natürlich je nach Art des Geschäfts variieren und ist abhängig von der angebotenen Zahlungsart. Eine Zahlung per Rechnung kann somit eine Auskunft bei Ratingagenturen wie der Schufa nach sich ziehen. Bei Vorkasse wäre dies nicht erlaubt.

Frage FT: Kann man sehen, ob Webseiten sicher sind?

Antwort Achim Plattner: Ob eine aufgerufene Seite sicher ist, kann man nie sagen. Wenn Sie eine Seite aufrufen möchten, die Ihnen nicht vertrauenswürdig erscheint, sollten Sie den Aufruf der Website unterlassen und sich besser nochmals über Kundenerfahrungen mit der Website beziehungsweise dem Unternehmen in Google, Foren, Blogs oder bei Verbraucherverbänden informieren. Bei bekannten und vertrauenswürdigen Marken kann man in der Regel nichts falsch machen. Aber auch hier sollte man immer nochmals prüfen, ob man sich auf der wirklichen Website der Marke befindet und nicht auf einer Produktpiraten-Seite gelangt ist.

Was finden andere über mich im Netz?

Frage LK: Ich suche einen neuen Job. Darf das Unternehmen, bei dem ich mich bewerbe, sich im Internet über mich informieren?

Antwort Stefan Staub: In der Regel ist das als nicht datenschutzkonform zu beurteilen. Das Datenschutzrecht sieht eine Direkterhebung beim Betroffenen vor, also in diesem Falle beim Bewerber. Außerdem soll es einen direkten Zweckbezug der Daten zum angestrebten Arbeitsverhältnis geben. Und obendrein soll eine Interessenabwägung zwischen dem Schutz des Persönlichkeitsrechts des Bewerbers und dem Informationsinteresse des Unternehmens stattfinden.

Frage VZ: Kann man – die Stiftung Warentest behauptet das ja – eine Risikolebensversicherung online wirklich günstig abschließen? Und welche Angaben muss man dann über sich machen?

Antwort Achim Plattner: Es ist richtig, dass die Ergo Direkt Versicherungen im Bereich der Risikolebensversicherung von Stiftung Warentest immer wieder als Testsieger festgestellt wurde und man daher günstig abschließen kann. Für den Abschluss sind Angaben zum Versicherungsnehmer, der zu versichernden Person, zum Leistungsempfänger, zu Vorversicherungen, Bankdaten und Daten zum Gesundheitszustand der zu versichernden Person anzugeben.

Frage KK: Können die Daten, die meine Freund und ich bei Facebook und anderen Plattformen eingeben, missbraucht werden?

Antwort Stefan Staub: Ein klares Ja! Erstens können Software-Fehler von Unbefugten ausgenutzt werden. Zweitens werden Dienstleistungen, die vermeintlich kostenlos sind, im Hintergrund meist durch Werbemaßnahmen finanziert. Und drittens, je mehr Daten ich im Internet preisgebe, umso umfassender wird mein digitales Abbild und desto wertvoller sind meine Daten für Unternehmen.

Moderator: Liebe Leser, wir danken Ihnen für die Teilnahme. Leider konnten wir heute nicht alle Fragen beantworten, wir hoffen aber, dass Sie Ihre Frage oder zumindest eine ähnliche beantwortet vorgefunden haben. Für heute verabschieden wir uns von Ihnen und wünschen einen sch¬önen Abend. Bis zum nächsten Mal. Bleiben Sie sicher im Web.

Die meistgestellten Fragen am Telefonforum „Sicher im Internet“ und das Experteninterview zu „Sicher im Netz“ interessieren sie eventuell auch.

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