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Ein Kindergarten, zwei Kulturen

chinesische KiTa kommt nach Leipzig (c) Wolfgang Zeyen / chinesischer-kindergarten.de

Erste deutsch-chinesische Kita in Sachsen entsteht in der Südvorstadt

Es ist nicht nur eine Premiere für die Stadt, sondern auch für das Land: In Leipzig entsteht der erste deutsch-chinesische Kindergarten Sachsens. Nach Angaben des Landesjugendamts gibt es bislang keine vergleichbare Einrichtung im Freistaat.

Initiator des Projekts ist der aus Stuttgart stammende Diplompädagoge Wolfgang Schäfer. Seit fünf Jahren lebt er in Leipzig. „In Stuttgart habe ich in einem Verein gearbeitet, der eine Kindertagesstätte betrieben hat. Hier wollte ich auch so etwas aufbauen. Es ist ja mein Beruf.“ Also machte er sich auf die Suche nach einem Areal. Fast zwei Jahre lang suchte er mit Unterstützung der Stadt mehrere kleine Flurstücke in der Südvorstadt zusammen, die nebeneinander lagen. „Eine einheitliche, große, leere Fläche findet man ja kaum noch“, so Schäfer. Am kommenden Mittwoch nun wird der Grundstein in der Lößniger Straße 6–8 gelegt. Mit dabei sein werden auch Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) und Gabriele Goldfuß, Leiterin des Referates für internationale Zusammenarbeit. Name der Einrichtung? Villa Rumpelpumpel.

Die erste große Etappe hat Schäfer geschafft – nach einer Menge Arbeit. „Allein der Bauantrag war eine Odyssee. Und wer baut, weiß was ich meine, wenn ich sage: Es gibt immer Überraschungen“, erzählt Schäfer. „So rückte zum Beispiel die Kampfmittelbeseitigung an, bohrte 27 Löcher, in Loch 26 schlug die Sonde an – Verdacht auf einen Bombenfund.“ Also habe ein Bagger ein Riesenloch ausgehoben und zum Schluss ein Experte festgestellt: Verdacht unbegründet. „Vielleicht hat ja jemand einen Euro ins Loch fallen lassen“, witzelt Schäfer.

Er schaut jetzt nicht mehr zurück, sondern nach vorn. Geplant ist ein zweisprachiger Ganztagskindergarten. In ihm sollen 44 Krippenkinder (ab zwölf Monate bis zum dritten Lebensjahr) sowie 96 Kindergartenkinder (ab drei Jahre bis zum Schuleintritt) betreut werden. Bauherr und Betreiber ist der Verein zur Unterstützung berufstätiger und alleinerziehender Eltern Stuttgart. Er investiert 2,2 Millionen Euro in einen vierstöckigen Neubau mit grünem Hof. Der Kredit stehe, versichert Schäfer. Es gebe zudem Zuschüsse von Stadt und Land. Insgesamt bekomme der Verein 700000 Euro Fördergelder. Im kommenden Sommer soll die Kita fertig sein.

„Unser Ziel ist, dass diejenigen, die mit einem Jahr kommen, bis zur Schule bleiben können“, sagt der Initiator. Dann mache auch das Konzept mit zwei Sprachen und zwei Kulturen Sinn. „Mein Ansatz ist: Regelmäßigkeit, Ruhe und Konstanz. Das sind die Dinge, die den Kindern heute am meisten fehlen.“ Auf das Thema China kam er aus zwei Gründen: Da ist zum einen seine Frau, eine Chinesin, und zum anderen die dynamische Entwicklung der asiatischen Supermacht. „China wird unsere Zukunft beeinflussen. Und da unsere Zukunft unsere Kinder sind, wollen wir sie optimal darauf vorbereiten.“

Es ginge dabei neben der Sprache genauso sehr um Traditionen, Werte, Kultur. So werde es beispielsweise chinesische und deutsche Jahresfeste geben. „Es ist angedacht, dass Erzieherinnen aus dem Reich der Mitte jeweils ein bis zwei Jahre bei uns bleiben und dann wieder zurückkehren.“ Die deutschen Pädagogen sollen länger bleiben, für Konstanz sorgen. Schäfer weiß, dass sein Konzept von den Leuten abhängt, die es umsetzen – Erzieher und Eltern. „Wir lassen uns da gern auf neue Ideen ein. Aus der Zusammenarbeit aller Beteiligten entsteht der Geist der Villa Rumpelpumpel.“

Peter Krutsch, LVZ vom 30.10.2008

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1 Kommentar zu “Ein Kindergarten, zwei Kulturen”

  1. unzuferläßig.arbeitgeber sowie personal ist im ständigen wechsel.geld kommt nur nach ermahnung.
    finger weg von diesen objekt.

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