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Deutschland seit 2009 im Zeitalter der Inklusion

Verkehr | Rollifahrer (c) Sophie Lamezan / pixelio.de

Alle drei Minuten wird ein Mensch mit Trisomie 21 – auch Down-Syndrom genannt – geboren. Etwa fünf Millionen Menschen leben weltweit mit dem Gendefekt. Laut Auskunft des Deutschen Down-Syndrom  InfoCenter leben in Deutschland bis zu 50.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem zusätzlichen Chromosom 21. Diese Variante des menschlichen Chromosomensatzes wird Down-Syndrom oder Trisomie 21 genannt.

2009 hat die Bundesrepublik Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ratifiziert. Das Dokument sichert allen Menschen mit Behinderungen das elementare Recht auf Leben und den Zugang zu Bildung, Arbeit, Wohnen und Kultur unter allgemein gleichwertigen Bedingungen. Aufgrund der UN-BRK verpflichtet sich unsere Gesellschaft zur Inklusion.

Am 21.3. war Welttag der Menschen mit Down-Syndrom. Es sind bereits fünf Jahre vergangen, seit die Bundesregierung die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet hat. Sichtbar macht sich die Umsetzung der Inklusion vor allem im Schulsystem. Weniger bekannt ist, dass sie mehr ist als gemeinsames Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen. Tatsächlich ist die Inklusion eine konsequente Weiterentwicklung einer demokratischen Gesellschaft, in der gleichberechtigte Teilhabe aller praktiziert wird – beim Spielen und Lernen, am Arbeitsplatz, beim Wohnen oder in der Freizeit. Und sie gelingt vielerorts.

Inklusion kostet Geld, aber vor allem fordert sie bei allen ein Umdenken

Inklusion ist nicht mehr wegzudenken und aufzuhalten, trotz vieler kritischer Stimmen in Kindergärten, Schulen oder am Wohn- und Arbeitsmarkt. Finanzierung, personelle Engpässe und bürokratische Zwänge sind die häufigsten Gründe, die Inklusion infrage zu stellen.  Menschen mit Behinderungen steht ein gleichberechtigtes Lernen, Arbeiten und Leben selbstverständlich zu. Dafür brauchen wir nicht nur geeignete Institutionen und eine gesicherte Infrastruktur. Wir haben die Offenheit nötig – nachbarschaftlich vor unserer Haustür oder kollegial am Arbeitsplatz.

Zu sehen und anzuerkennen, dass Menschen verschieden sind, ist der Beginn von Inklusion. Sie tut auf Dauer allen gut.

Aktionstag vorbei – aber Arbeit geht weiter

Auch die Bundesregierung wies in einer Pressemitteilung auf den besonderen Aktionstag für Menschen mit Down-Syndrom hin. Das Datum 21. März ist gezielt gewählt. Menschen mit Down-Syndrom haben das 21. Chromosom drei, statt zwei Mal. Diese Besonderheit kann ganz unterschiedlich stark das Leben der Betroffenen beeinflussen. Auch mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen möchten und können Menschen mit Down-Syndrom am alltäglichen Leben teilnehmen.

Die Lebenserwartung von Menschen mit geistigen Behinderungen ist allgemein stark gestiegen. Das liegt vor allem an der guten medizinischen Versorgung und der vielen Forschung. Nicht nur bei Trisonomie 21 sondern auch bei anderen genbedingten Behinderungen treten Begleiterkrankungen auf.  So leidet  z.b. fast jeder dritte Mensch mit Down-Syndrom an einem Herzfehler.  Schulisch und beruflich gibt es noch viel zu tun. Erst 30 Prozent der Menschen mit diesem Gendefekt machen einen Schulabschluss.

Inklusion weiter fördern

Die Bundesregierung will das Thema der Inklusion weiter vorantreiben. Der Nationale Aktionsplan sieht vor, dass alle Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam Kindergärten und Schulen besuchen. Die Integration in den Arbeitsmarkt und der Übergang von Werkstätten für Behinderte in reguläre Beschäftigung soll verstärkt werden.

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1 Kommentar zu “Deutschland seit 2009 im Zeitalter der Inklusion”

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