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Umgang mit Diabetes im Urlaub

Medikamente (c) klicker / pixelio.de

Urlaub planen und unbeschwert verreisen in alle Länder dieser Welt – auch für Diabetiker ist dies fast ohne Einschränkungen möglich. Mit entsprechender Planung steht einem entspannten Urlaub nichts im Weg. Dr. med. Rüdiger Fitzlaff, Diabetologe und Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin I – Gastroenterologie der HELIOS St. Marienberg Klinik Helmstedt, gibt Tipps für den Umgang mit Diabetes im Urlaub.

(ddp direct) In Deutschland sind mehr als 10 Millionen Menschen von der chronischen Stoffwechselerkrankung betroffen. „Während jedoch vor 20 Jahren einem Diabetiker noch von weiten Fernreisen abgeraten wurde, müssen sie sich heute auch im Urlaub nicht sonderlich einschränken“, so Dr. Fitzlaff. Wichtig sei eine umfassende und gründliche Reiseplanung: Bereits vorhandenes Wissen über die eigene Krankheit sollte neu aufgefrischt und die landestypischen Gegebenheiten des Urlaubsziels vorab beachtet werden. „Dann steht einem erholsamen Urlaub nichts mehr im Weg.“

Recherche und Planung bei der Reisevorbereitung

  • Informationen über landesspezifische Gegebenheiten wie beispielsweise Ernährung, Klima, Hygiene und medizinische Versorgung
  • Informationen über Fahr- und Flugzeiten, Verpflegung und Unterbringung
  • Individuelle Rücksprache mit dem betreuenden Arzt/Diabetesberater
  • Ärztliches Attest ausstellen lassen und Notwendigkeit einer Auslandskrankenversicherung abklären

Medikamente auf Flugreisen

  • Informationen über länderspezifische Bestimmungen beim Reiseveranstalter einholen
  • Bescheinigung über die dringende Notwendigkeit der medizinischen Instrumente bereit halten
  • Verfügbarkeit der erforderlichen Medikamente im Urlaubsland überprüfen und ausreichenden Vorrat einplanen
  • Spritzen und Insulinpumpen, Lanzetten oder Medikamente dürfen meist nur unversehrt verpackt, mit Original-Etikett bzw. in der Originalverpackung mitgeführt werden
  • Ersatzbatterie für Blutzuckermessgerät oder ein Zweitgerät und eine ausreichende Menge an Teststreifen nicht vergessen
  • Im Vorfeld über die landestypische Ernährung (insbesondere über den Kohlenhydrat-Gehalt) informieren, um die erforderliche Insulinmenge sicherer abzuschätzen
  • Allgemeine Empfehlungen zur Vermeidung von Magen-Darm-Infektionen besonders ernst nehmen

Vor Ort im Urlaubsland

Besonders bei Fernreisen kann es in den ersten Tagen zu schwankenden oder erhöhten Blutzuckerwerten kommen. Dr. med. Rüdiger Fitzlaff erklärt: „Schuld daran ist ein erhöhtes Stressniveau im Körper. Die Belastungen der Anreise, die Gewöhnung an eine neue Umgebung, eine mögliche Zeitverschiebung und ein anderes Klima verändern das Zusammenspiel der Hormone und bewirken so Schwankungen des Blutzuckerspiegels.“ Im Urlaub sind daher häufigere Kontrollen als zu Hause notwendig, denn auch ungewohnte körperliche Aktivitäten und ein anderer Tagesrhythmus können den Zuckerspiegel im Blut beeinflussen.

Nicht vergessen: Ein Blick auf die Füße

Barfuß laufen, vor allem im heißen Sand oder auch das Tragen neuer ungewohnter Schuhe bei der Besichtigungstour führen häufig zu Komplikationen an den Füßen, die den glücklichen Verlauf des Urlaubs gefährden. Jeder Diabetiker sollte daher auf seine Füße besonders Acht geben. Das Diabetische Fußsyndrom gehört zu den häufigsten Folgekomplikationen dieser Erkrankung. „Bei Menschen, die über lange Zeit mit einem schlecht eingestellten und erhöhten Blutzuckerspiegel leben, besteht ein hohes Risiko für Komplikationen an den Füßen und Unterschenkeln “, sagt der Diabetologe der HELIOS St. Marienberg Klinik Helmstedt.

Es kommt zunächst zu Störungen und Ausfällen der Nerven (diabetische Neuropathie), die für Bein und Fuß zuständig sind. In vielen Fällen ist zusätzlich die Durchblutung gestört. Die Haut an den Füßen wird durch verminderte Schweißbildung trocken und rissig und ist so besonders anfällig für Verletzungen. Diese werden wiederum durch die Störung in den Nerven häufig nicht bemerkt – sodass Wunden nicht erkannt und entsprechend versorgt werden. Banale Infektionen können sich ausbreiten und im schlimmsten Fall zur Amputation führen – deutschlandweit sind davon jährlich mehr als 30.000 Menschen betroffen.

„Damit die Entspannung auch nach dem Urlaub anhält, sollten die Füße besonders beachtet, täglich nach kleinen Verletzungen untersucht und anschließend gut gepflegt werden“, rät Dr. Fitzlaff. Mit diesen Tipps in Hinterkopf ist auch für Diabetiker das Reisen in alle Länder der Welt ohne große Einschränkungen möglich.

Klinikkontakt:
HELIOS St. Marienberg Klinik Helmstedt
Abteilung für Innere Medizin I – Gastroenterologie
Chefarzt: Prof. Dr. med. Detlev Ameis
Telefon: (05351) 14 – 12 10
Telefax: (05351) 14 – 82 19
E-Mail: innere1.helmstedt@helios-kliniken.de
www.helios-kliniken.de/helmstedt

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 74 eigene Kliniken, darunter 51 Akutkrankenhäuser mit sechs Maximalversorgern in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin und Wuppertal sowie 23 Rehabilitationskliniken. Darüber hinaus hat die Klinikgruppe 35 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren und 13 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 2,9 Millionen Patienten, davon mehr als 780.000 stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 23.000 Betten und beschäftigt rund 43.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2012 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

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