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Die 12 begehrtesten Themen beim Mitarbeiterchat zur Rückengesundheit am 11.07.2013

auf Arbeit ist auch Leben - z.b. am Telefon (c) hfossmark / pixabay.de

Am 11. Juli 2013 haben wir wieder einen unserer begehrten Expertenchats mit vorgelagertem Expertentelefon durchgeführt. Diesmal ging es um das Thema Rücken. Rückenleiden als Volkskrankheit und das Thema Rückengesundheit stand schon 2011 und 2012 auf unserer Agenda. So verwundert der Andrang am Telefon und im Chat nicht. Für alle, die keine Zeit zur Teilnahme hatten oder zu den Termin zu spät erfahren haben, hier die 12 ‚heißesten‘ Fragengebiete und die fachmännischen Antworten unserer Experten.

An der Tastatur und dem Telefon saßen beim Mitarbeiterchat für Sie und die familienfreund KG:

  • Professor Dr. med. Ulf R. Liljenqvist, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Chefarzt an der Orthopädischen Klinik II / Wirbelsäulenchirurgie am St. Franziskus Hospital in Münster, Generalsekretär der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft e.V.
  • Volker Hack, Personal-Trainer, Experte für Golf-Physiotherapie und mobile Physiotherapie, Weilersbach.
  • Andreas Reitmeier, Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.
  • Dr. Sven A. Clausen, Personal-Trainer und Leiter des Trainer-Netzwerks „Sport für Hanseaten“, Hamburg.

1. Ich habe in unregelmäßigen Abständen Probleme im Bandscheibenbereich und lasse mir die Schmerzen dann mit cortisonhaltigen Spritzen beseitigen. Das funktioniert immer ganz gut, aber kann es auch Nebenwirkungen haben?

Professor Dr. med. Ulf R. Liljenqvist, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Chefarzt an der Orthopädischen Klinik II / Wirbelsäulenchirurgie am St. Franziskus Hospital in Münster, Generalsekretär der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft e.V.: Kortisonhaltige Spritzen sind leider nicht ohne Nebenwirkungen und sollten nicht häufiger als fünf- bis zehnmal pro Jahr verabreicht werden.

2. Ich habe große Probleme mit meiner geschädigten Halswirbelsäule. Das geht einher mit Symptomen wie Schwindel, Benommenheit, Schlafstörungen und sogar Sehstörungen. Was raten Sie mir?

Prof. Dr. Liljenqvist: Zunächst einmal sollte man die Halswirbelsäule durch einen manualtherapeutisch erfahrenen Arzt untersuchen lassen. Röntgenbilder und ein MRT sollten angefertigt werden. Sind schwerwiegende strukturelle Schäden ausgeschlossen, würde ich Ihnen eine manualtherapeutisch ausgerichtete Behandlung empfehlen.

3. Ist der Verschleiß der Wirbelsäule ein Naturgesetz oder kann man etwas dagegen tun? Was empfehlen Sie in erster Linie?

Prof. Dr. Liljenqvist: Genetische Faktoren sind sicherlich am wichtigsten in der Entwicklung verschleißbedingter Veränderungen an der Wirbelsäule. Sogenannte exogene Faktoren wie berufliche oder sportliche Belastung, Rauchen oder Übergewicht sind eher zweitrangig. Liegt jedoch eine familiäre Belastung mit frühzeitigem Bandscheibenverschleiß vor, so sollten die genannten exogenen Faktoren vermieden werden.

4. Ich leide schon seit fünf Jahren an immer wiederkehrenden Rückenbeschwerden, war bei Ärzten und auch schon mehrere Male beim Physiotherapeuten. Danach war ich immer eine Zeit lang beschwerdefrei, danach ging das Ganze von vorne los. Wie kann ich diesen Kreislauf durchbrechen?

Volker Hack, Personal-Trainer, Experte für Golf-Physiotherapie und mobile Physiotherapie, Weilersbach: Es wäre sinnvoll, wenn Sie mit Ihrem Physiotherapeuten ein an Ihren Beschwerden angepasstes „Eigentrainingsprogramm“ erarbeiten und dieses regelmäßig zuhause durchführen würden. Sie haben hier eine Schwachstelle, auf die Sie Rücksicht nehmen sollten.

5. Ich arbeite als Angestellter in einer mittelständischen Firma. Den ganzen Tag verbringe ich sitzend am PC. Stühle und auch Tische sind in der Firma sicherlich nicht ergonomisch optimal, aber keiner traut sich, das Thema anzusprechen, es könnte ja für den Arbeitgeber teuer werden. Was raten Sie uns?

Volker Hack: Sie selbst könnten zum Beispiel mehrmals täglich Ihre Sitzposition ändern, oder wenn Sie ein Headset oder ein Mobiltelefon haben, während eines Telefonates aufstehen und sich bewegen. Es hilft auch, wenn Sie an Ihrem Arbeitsplatz einen Zettel anbringen, der Sie mehrmals täglich daran erinnert, dass Sie sich aufrichten und eine gerade Haltung einnehmen sollen.

6. Ich spiele seit acht Jahren Golf und habe plötzlich große Probleme mit der Lendenwirbelsäule während meines Golfschwungs. Woran kann das liegen und wie kann ich die Probleme in den Griff bekommen?

Volker Hack: Vielleicht haben Sie sich eine Einschränkung – eine Blockade – im Alltag in Ihrem unteren Rücken zugezogen. Beim Spielen machen Sie eine Ausweichbewegung und somit wird Ihr normaler Schwung verändert. Hilfreich wäre es, wenn Sie sich Ihren Schwung von einem Golflehrer analysieren lassen würden. Sinnvollerweise sollten Sie auch mit einem Therapeuten ein für Sie angepasstes Aufwärmprogramm erarbeiten und vor dem Spiel durchführen. Aufwärmen bedeutet nämlich mehr als „Einschlagen“.

7. Ich bin 25 Jahre alt und arbeite als Angestellte in einem Büro. Eine ältere Kollegin war wegen ihrer chronischen Rückenbeschwerden immer wieder krankgeschrieben und musste jetzt sogar ihren Job ganz aufgeben. Nun möchte ich mich privat gegen Berufsunfähigkeit absichern. Worauf muss ich dabei achten? Wie hoch sollte beispielsweise die Versicherungssumme sein?

Andreas Reitmeier, Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth: Vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie sich unbedingt über den geplanten Anbieter informieren. Geeignet hierfür sind unter anderem Publikationen unabhängiger Stellen wie etwa „Finanztest“. Die Berufsunfähigkeitsrente sollte nach Ansicht der Ergo Direkt Versicherungen ungefähr 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoarbeitseinkommens abdecken. Die wichtigsten Faktoren zur Berechnung sind das Bruttoarbeitseinkommen der letzten drei Jahre und das Versorgungsziel. Je nachdem, welche Versorgungsansprüche bereits bestehen, zum Beispiel durch Rentenzusagen, ergibt sich daraus eine Versorgungslücke, die im Falle eines Falles zu schließen ist.

8. Ich bin 35 Jahre alt und hatte noch nie Probleme mit dem Kreuz. Aus heiterem Himmel hat mich nun ein „Hexenschuss“ getroffen. Mein Hausarzt hat mir eine Spritze gegeben. Kann ich, nachdem ich einmal beim Arzt war, jetzt noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Andreas Reitmeier: Grundsätzlich ist ein Arztbesuch an sich kein Ablehnungsgrund. Wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt, so müssen Gesundheitsfragen allerdings beantwortet werden. Hierbei sind der aktuelle Gesundheitszustand sowie Vorerkrankungen von großer Bedeutung. Erst unter Berücksichtigung Ihrer gemachten Angaben sowie eventueller ärztlicher Unterlagen kann darüber Auskunft erteilt werden, in welcher Form – beispielsweise durch eine Ausschlussklausel – Versicherungsschutz angeboten werden kann.

9. Ich bin 23 Jahre alt und habe nach meiner Ausbildung zur Altenpflegerin meine erste Stelle in einem Pflegeheim angetreten. Viele meiner älteren Kollegen sagen, dass man den Job nicht bis 65 ausüben kann, weil er „ins Kreuz geht“. Ich würde mich gerne absichern, aber ist es für eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zu früh?

Andreas Reitmeier: Besonders in jungen Jahren ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig und ratsam. Bei einem höheren Eintrittsalter steigen die Beiträge an und es besteht die Gefahr, dass mögliche Erkrankungen hinzukommen, welche nur zu erschwerten Bedingungen versicherbar sind oder bei denen im schlimmsten Fall kein Versicherungsschutz mehr angeboten werden kann.

10. Ich jogge regelmäßig und gehe zudem noch zweimal die Woche ins Fitness-Studio. Danach schmerzt mir jedes Mal der Rücken. Woran kann es liegen, dass ich trotz meiner sportlichen Aktivitäten Probleme mit dem Kreuz habe?

Dr. Sven A. Clausen, Personal-Trainer und Leiter des Trainer-Netzwerks „Sport für Hanseaten“, Hamburg: In der Regel schaden weder Kraft- noch Ausdauertraining dem Rücken. Im Gegenteil: Meistens bessern sich Rückenbeschwerden dadurch sogar. Lassen Sie Ihre Lauftechnik, Ihr Schuhwerk und Ihre Fitnessübungen am besten durch einen geschulten Trainer überprüfen. Vielleicht kam es in der Vergangenheit zu einer unbewussten Fehlbelastung, die sich leicht korrigieren ließe.

11. Ich setze mich im Beruf und im Privatleben selber so unter Druck, dass ich verspanne und dadurch immer wieder Probleme mit dem Kreuz bekomme. Welche regelmäßigen Entspannungsübungen empfehlen Sie mir?

Dr. Sven A. Clausen: Am wirkungsvollsten ist es, ein Körpergefühl zu entwickeln, bei dem Sie drohende Verspannungen bereits frühzeitig erkennen. Wenn Sie spüren, dass Sie im Rücken verkrampfen, halten Sie einen Moment inne, schließen Sie die Augen und atmen Sie dabei mehrfach ein und aus. Danach dehnen Sie Ihren Rücken, indem Sie im Sitzen einen Katzenbuckel machen und sich mit weiten Armen bewusst wieder aufrichten. Weitere Übungen finden Sie etwa beim Autogenen Training.

12. Welche Sportarten sind besonders rückenfreundlich und in welcher Intensität sollte man sie ausüben? Und von welchen Sportarten würden Sie bei Rückenproblemen abraten?

Dr. Sven A. Clausen: Das gezielte Krafttraining ist nach wie vor die beste Trainingsform für den Rücken. Darüber hinaus sind besonders Individualsportarten wie Schwimmen oder Gymnastik empfehlenswert, die einseitige Belastungsformen vermeiden. Auch Mannschaftssport ist grundsätzlich sinnvoll, solange es hier keinen direkten gegnerischen Körperkontakt gibt, der kaum kontrollierbar ist. Die Intensität hängt immer von Ihrem aktuellen Entwicklungsstand ab und sollte bei erhöhter Belastbarkeit entsprechend angepasst werden.

Noch einmal herzlichen Dank an alle Teilnehmer des Mitarbeiterchat für die Fragen und die Experten für die Antworten (und Geduld ;-) ). Für die Mitarbeiter in den vom Familienservice betreuten Unternehmen und Institutionen halten wir weitere Informationen bereit. Über die bekannten Wege (Familienbriefkasten, Familienchenchat und Mitarbeiterunterstützungstelefon) lassen Sie uns einfach eine Nachricht zukommen. Die familienfreund KG kümmert sich dann umgehend um Ihre weiteren Fragen und Wünsche.

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