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Erziehungsratgeber – was Eltern und Kind wirklich hilft

Kinder | 4 neugierige Kinder (c) Henning Hraban-Ramm / pixelio.de

Wir leben in schwierigen, herausfordernden Zeiten. Und die Frage, die allen jenen von uns häufig durch den Kopf geht, die Eltern sind, ist die, was wir unseren Kindern am besten mitgeben. Wie bereiten wir unseren Nachwuchs am besten vor, auf die Welt. Und manchmal beschäftigt nicht wenige Eltern auch die Frage, wie sie dem lieben kleinen Monster überhaupt Herr werden können.

Die liebe Not vieler Eltern haben zahlreiche Autoren erkannt und zum Anlass genommen, sie mit einer wahren Flut von Erziehungsratgebern zu überschwemmen. Nicht alle sind dabei wirklich gut und hilfreich – es wimmelt in diesem Feld geradezu vor abstrusen Theorien und planlosen Strategien, von fragwürdigen Ansätzen und geradezu weltfremden Anleitungen. Hier die Spreu vom Weizen zu trennen, fällt schwer. Aus diesem Grund haben wir uns die Mühe gemacht, die Unzahl von Erziehungsratgebern zu durchforsten und drei wirklich hilfreiche und lesenswerte Ratgeber für Sie herausgesucht.

Michael Winterhoff: Warum unsere Kinder zu Tyrannen werden

Das Werk des Psychiaters ist ein Buch abseits der zweizeiligen Ratschläge und der alles besser machenden Anweisungen – es ist ein Werk, das Verständnis schafft. Verständnis, woher die Probleme rühren können, wenn Kinder einem auf der Nase herumtanzen und praktisch erziehungsresistent sind. Verständnis vor allem für das Kind selbst, denn nicht selten sind die Eltern selbst die Ursache für die Vielzahl an schwierigen Konflikten. Es ist für viele wohl auch ein Buch der schmerzhaften, aber enorm hilfreichen Einsichten.

Nach Winterhoffs langjährigen Erfahrungen liegt die Ursache für ein querulantes Verhalten im Kindesalter fast immer darin, dass die Eltern dem Kind das Gefühl geben, allein auf der Welt zu sein. Das eigene große Harmoniebedürfnis bringt Eltern dazu, ihre Kinder wie gleichberechtigte Partner zu behandeln und beim eigenen Kind Liebe und Anerkennung zu suchen. Das Kind ist damit aber völlig überfordert – und entwickelt eine völlig narzisstische Haltung.

Winterhoff schafft es dabei, komplexe psychologische Theorien nicht nur überzeugend sondern auch klar verständlich darzulegen und anhand von zahlreichen Fallbeispielen die Problematik wirklich erlebbar zu machen. Im Grunde ist “Warum unsere Kinder zu Tyrannen werden” ein Buch, das uns alle angeht – weil es sich um ein Problem dreht, das in unserer Gesellschaft generell sehr weit verbreitet ist. Ganz besonders ist es aber eine Hilfe für Eltern, die ihren Kindern einfach nicht mehr Herr werden.

Jesper Juul: Dein kompetentes Kind

Der dänische Familientherapeut gehört zu den meist gelesenen und meist geschätzten Autoren in diesem Feld. Anders als viele Erziehungsratgeber nimmt Juul Kinder wirklich ernst. Sie haben von Anfang an eine eigene Persönlichkeit und sind sozial kompetente Partner für uns Erwachsene. Deshalb gibt es auch keine „Patentrezepte“ – weil jedes Kind eine individuelle Persönlichkeit ist.

Juul gibt den Eltern vielmehr Möglichkeiten in die Hand, auch im störenden oder unpassenden Verhalten ihrer Kinder eine Botschaft zu sehen – und sie zu deuten. Erziehung ist ein Prozess, der beide Seiten verändert, Eltern und Kinder.

Auch, und vor allem die Eltern sind in der Pflicht, sich selbst kritisch zu hinterfragen, ihre eigenen Werte in Frage zu stellen, und zu überprüfen, ob sie ihren eigenen Werten tatsächlich gerecht werden. Allzu oft halten uns Kinder lediglich den Spiegel vor – „Kinder kooperieren“, so umschreibt Juul das in seinem Buch. Es stellt damit eine wirkliche Lebenshilfe dar, und eine Alternative für all die, die mit Hausrezepten für alle nichts anfangen können oder wollen.

Remo H. Largo: Babyjahre

Der Kinderarzt Remo H. Largo hält sich in seinem Werk Babyjahre – Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren ebenfalls von standardisierten Ratschlägen und Allheilmitteln fern. Sein Buch beschäftigt sich vor allem mit den ersten vier Jahren der kindlichen Entwicklung. Er will Verständnis wecken, für die biologischen Prozesse, für das, was bei der Entwicklung des Kindes abläuft – und Eltern damit ermöglichen, ihr Kind besser zu verstehen und den Weg seiner Entwicklung deuten zu können.

Aus diesem Verständnis heraus sehen auch viele sonst belastende Situationen ganz anders aus – viele oft schon seit Jahrzehnten kursierenden „guten Ratschläge“ verlieren völlig ihren Sinn. Kinder die nachts schreien brauchen keine „Erziehungsmaßnahmen“ – sie können ganz einfach ihren Wach-Schlaf-Rhythmus noch nicht perfekt steuern und brauchen oft einfach noch Nahrungszufuhr in den Nachtstunden. Manche Kinder schaffen es dabei früher durchzuschlafen, andere brauchen für die Entwicklung einfach ein wenig länger. Das ist nur ein Punkt, wo Largo Eltern die Augen öffnet und mit lang gehegten Vorurteilen und Fehlurteilen ein für allemal aufräumt. Nicht umsonst gelten seine Bücher praktisch als Standardwerke der Erziehungsliteratur.

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