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Experteninterview zum Thema „Hohe Zahnarztkosten sind kein Schicksal“

auf Arbeit ist auch Leben - z.b. am Telefon (c) hfossmark / pixabay.de

Interview mit Holger Lehmann, Gründer des Zahnkosten-Auktionsportals „2te-Zahnarztmeinung.de“ und mit Michaela Franz, Expertin für Zahnzusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

1. Warum fallen Heil- und Kostenpläne überhaupt so unterschiedlich aus?

Holger Lehmann: Häufig wünschen sich die Patienten hochwertige Versorgungen, die über die gesetzliche Regelversorgung hinausgehen. In diesem Bereich haben Zahnärzte und Dentallabore große Preisspielräume, weil diese Leistungen nach den privaten Gebührenordnungen kalkuliert werden. So können Zahnärzte beispielsweise zwischen dem 1,0 und 3,5-fachen GOZ-Satz frei wählen. Und wer nicht prüft und vergleicht, bezahlt den Höchstpreis.

2. Wie und wo kann ein Patient dann einen zahnärztlichen Heil- und Kostenplan anonym, unabhängig und kompetent überprüfen lassen?

Holger Lehmann: Ob ein Heil- und Kostenplan inhaltlich stimmig ist, kann einem Patienten nur von der Zahnarztpraxis gesagt werden. Denn nur abrechungstechnisch und zahnmedizinisch geschulte Mitarbeiter haben die Kompetenz, das zu beurteilen. Wenn es um die Höhe eines Heil- und Kostenplans geht, kann man über einen „Zahnkosten-Optimierer“ einen Preisvergleich durchführen lassen. Dann sieht man, wie viel andere Zahnärzte für die geplante Behandlung verlangen würden.

3. Arbeiten Zahnärzte, die besonders günstig sind, mit Dentallaboren aus dem Ostblock zusammen?

Holger Lehmann: Bei unser Auktionsplattform beispielsweise gibt es nur Zahnersatz aus Deutschland. Durch den Wettbewerb sinkt der Preis. Die Dentallabore haben speziell im privaten Bereich einen Spielraum bei der Preisfestsetzung. Manche Dentallabore sind aber einfach auch nur deshalb teuer, weil Zahnärzte mit ihnen seit Jahren nicht über den Preis verhandelt haben und diese immer noch die alten und hohen Preise nehmen. Es gibt also auch in Deutschland günstige und gute Dentallabore. Man muss sie nur finden.

4. Ab welcher Höhe eines Heil- und Kostenplanes macht es überhaupt Sinn, eine Zweitmeinung einzuholen?

Holger Lehmann: Theoretisch ist es bei jeder Eigenbeteiligung sinnvoll. Denn auch bei kleinen Leistungen gibt es große Unterschiede: für eine Kunststofffüllung gibt es Zuzahlungen von 30 bis 150 Euro. Bei professionellen Zahnreinigungen geht die Spanne von 50 bis 120 Euro. Es lohnt sich also, auch bei kleinen Behandlungen die Preise zu vergleichen. Bei Zahnersatz lohnt es sich immer, weil es da gleich um einige hundert oder sogar tausend Euro geht.

5. Was halten Sie von Gutachtern, können diese Kostenvoranschläge von Zahnärzten auch prüfen und vergleichen?

Holger Lehmann: Gutachter überprüfen nur, ob die geplante Behandlung den kassenärztlichen Richtlinien entspricht (Planungsgutachten) oder ob eine Behandlung gut durchgeführt wurde (Mängelgutachten). Wenn diese Gutachten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen beauftragt werden, muss man sie privat bezahlen. Ein Gutachter gibt aber keine Auskunft darüber, ob man einen guten Preis für eine geplante Behandlung hat. Da muss sich der Patient schon selbst informieren.

6. Mit einem neuen Angebot wollen Sie dafür sorgen, dass die Preise beim Zahnarzt transparenter werden und dass es auch in dieser Branche Wettbewerb gibt. Wie sieht dieses Angebot aus?

Michaela Franz: Mit unserem „Zahnkosten-Optimierer“ können die Patienten kostenlos und unverbindlich Vergleichsangebote für eine notwendige Zahnbehandlung einholen und damit durchschnittlich 56 Prozent ihres Eigenanteils sparen.

7. Und wer kann diesen Service nutzen?

Michaela Franz: Dieser kostenlose Service steht allen Patienten – ob Kunde oder nicht – kostenlos zur Verfügung.

8. Wie genau funktioniert der Zahnkosten-Optimierer?

Michaela Franz: Die Patienten müssen lediglich eine Kopie ihres Heil- und Kostenplans an uns schicken. Über unseren Partner www.2te-zahnarztmeinung.de holen wir dann Vergleichsangebote von registrierten Zahnärzten aus der Region des Interessenten ein. Diese Zahnärzte geben auf den eingestellten Heil- und Kostenplan einen eigenen Preis ab. Das Ergebnis erhält der Patient und entscheidet, ob er einen der mitbietenden Zahnärzte kennenlernen möchte oder auf der Basis dieses Preisvergleichs mit seinem alten Zahnarzt über den Preis neu verhandeln möchte.

9. Muss man bei den „günstigeren“ Zahnärzten Abstriche bei der Qualität machen?

Michaela Franz: Nein, Einbußen bei der Qualität gibt es auch bei den günstigeren Angeboten nicht. Es wird nur mit Zahnärzten zusammengearbeitet, die den Zahnersatz in Deutschland herstellen lassen und Wert auf eine erstklassige und individuelle Versorgung vor Ort legen. Zudem wird durch ein Bewertungssystem eine kontinuierliche Kontrolle der teilnehmenden Zahnärzte gewährleistet.

10. Ist der „neue“ Zahnarzt an sein alternatives Angebot gebunden?

Michaela Franz: Nein, er ist daran nicht gebunden, sondern muss sich dann auch noch ein eigenes Bild machen. Im Regelfall können die Zahnärzte die Kosten aber sehr gut einschätzen. Spätere Abweichungen gibt es nur sehr selten oder wenn sich aufgrund der folgenden Untersuchung der Behandlungsumfang ändert.

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