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Experteninterview mit Dr. Simon Feldhaus: „Stress lässt Menschen am Limit laufen“

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Dr. Simon Feldhaus ist Facharzt für Allgemein- und Komplementärmedizin mit den Schwerpunkten Anti-Aging-Medizin und Prävention. Im Experteninterview steht sie Rede und Antwort rumd um das Thema Fit bleiben – Leistungsstark statt ausgepowert!

1. Immer mehr Berufstätige fühlen sich chronisch erschöpft. Wie kommt das und wie kann man gegensteuern?

Dr. Simon Feldhaus: Durch den Stress, den unsere „moderne“ Gesellschaft erzeugt, laufen viele Menschen im Beruf, immer am oder auch über dem Limit. Der Körper muss daher die notwendige Energie durch dauerhafte Aktivierung der Stresshormone zur Verfügung stellen. Dies führt dann irgendwann zu Schwächung des Systems, welches für die Produktion der Stresshormone zuständig ist – der sogenannten Neuroendokrinen-Achse. Der Körper hat dann nicht mehr genügend Energie und man fühlt sich müde. Gegensteuern kann man, indem man immer wieder Erholungspausen in den Tagesablauf integriert und insbesondere am Abend und in der Nacht dem Körper die Ruhe gibt, sich wieder zu regenerieren.

2. Alle reden vom Burn-out. Doch was genau ist eigentlich damit gemeint? Welche Vorzeichen gibt es?

Dr. Simon Feldhaus: Burn-out ist eigentlich nur ein Oberbegriff für eine Reihe von Symptomen mit letztendlich dem Hauptsymptom Müdigkeit und Erschöpfung. Die Grenze zu einer Depression ist fließend und nicht immer kann man beides voneinander unterscheiden. Aus ganzheitlich medizinischer Sicht ist Burn-out primär ein organisches Problem der Erschöpfung der Nebenniere. Der Körper kann die zur Energiegewinnung notwendigen Stresshormone nicht mehr in adäquater Menge herstellen und dadurch bricht die Energieversorgung in der Zelle zusammen. Die Vorzeichen sind vielfältig und nicht immer eindeutig. Wenn aber das subjektive Gefühl von Stress zunimmt, Ruhepausen nicht mehr die gewünschte Erholung bringen, der Schlaf gestört und vielleicht auch der Puls leicht erhöht ist, sind das klare körperliche Warnsymptome. Weiterhin kommt es zu Gedächtnisstörungen und Konzentrationsschwächen sowie vermehrten Fehlleistungen beispielsweise im Beruf.

3. Warum steigt die Zahl der Patienten mit seelischen Leiden derzeit stetig an? Zeigt sich darin eine ernst zu nehmende gesellschaftliche Veränderung?

Dr. Simon Feldhaus: Die Gesellschaft ist einfach zu schnell geworden. Für nichts bleibt mehr Zeit. Alles muss sofort erledigt werden. Ruhepausen werden zunehmend verkürzt. Das beginnt schon in der Schule, wo den Kindern viel zu früh viel zu viel abverlangt wird und ein Kind nicht mehr Kind sein darf. Durch diese grundlegende Überforderung kommen entsprechende Symptome der Psyche auch häufiger vor.

4. Welche Bedeutung kommt dem Energiestoffwechsel und einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt bei der Entstehung von Erschöpfungszuständen zu?

Dr. Simon Feldhaus: Gerade der Energiestoffwechsel stellt eine zentrale Rolle im Prozess der Erschöpfung da. Wenn in den Zellen nicht mehr genügend Energie produziert und zur Verfügung gestellt werden kann, führt dies zur Einschränkung der Leistungsfähigkeit mit entsprechenden Auswirkungen in vielen Bereichen des Körpers. Durch den Mangel an Energie ist auch die Fähigkeit, im Stoffwechsel anfallende Säuren zu neutralisieren, reduziert. Das führt zu vermehrter Säurebelastung und diese wiederum verstärkt den Energiemangel.

5. Gibt es wirksame Möglichkeiten, akut gegen mangelnde Leistungsfähigkeit anzukämpfen?

Dr. Simon Feldhaus: Neben Maßnahmen der Stressreduktion – wie Sport oder mentale Trainings – und dem Einbau von Erholungspausen gilt es, dem Körper zu helfen, Säuren ab- und die Energiespeicher wieder aufzubauen. Dazu ist ideal eine Zwei-Phasen-Kur wie die Basica Intensiv-Kur geeignet. Die ausgewählten Mikronährstoffe und Vitamine aktivieren die Energieproduktion am Tag. Und die basischen Mineralien führen zur Neutralisation der überschüssigen Säuren in der Nacht.

6. Welche Vorteile bringt ein Zwei-Phasen-Präparat wie die Basica Intensiv-Kur mit sich?

Dr. Simon Feldhaus: Der Vorteil besteht darin, dass der Körper mithilfe der zwei Phasen genau dann, wenn er Energie und Nervennahrung braucht, also tagsüber Magnesium und die B-Vitamine für mehr Energie und Kraft bekommt. Andererseits wird nachts der so wichtige Regenerationsprozess des Körpers durch die Mischung an Zink, Selen und Vitamin D gestärkt, das Immunsystem aufgebaut und überschüssige Säure durch basische Mineralien abgebaut. Die „tageszeitengerechte“ Einnahme der Mikronährstoffe orientiert sich am Biorhythmus, was eine besonders gute Aufnahme und Verwertung im Organismus sicherstellt.

7. Auf welche Art kann die Ernährung Menschen, die sich ausgebrannt fühlen, unterstützen?

Dr. Simon Feldhaus: Wichtig ist eine gesunde vielfältige Ernährung mit Naturprodukten, die möglichst unverarbeitet sind: Biogemüse – sowie Fleisch aus artgerechter Haltung. So ist der Nährwert am höchsten und es sind wahre Lebensmittel und nicht reine Kalorienquellen. Insbesondere ist es wichtig zu frühstücken. Ohne Frühstück kann das nächtliche Energie- beziehungsweise Kohlenhydratdefizit nicht ausgeglichen werden. Am Abend sollte auf Kohlenhydrate möglichst verzichtet werden und vor allem Eiweiß und gesunde Fette zugeführt werden, um eine längerfristige Energieproduktion in der Nacht zu sichern.

8. Welche Sportarten sind für Patienten mit Erschöpfungssyndrom zu empfehlen?

Dr. Simon Feldhaus: Grundsätzlich muss dies sehr individuell angeschaut werden. Denn eine geeignete Sportart hängt natürlich auch von den Vorlieben des Einzelnen ab. Es ist aber auf jeden Fall ein Ausdauersport mit niedrigen Pulsraten zu empfehlen, wie beispielsweise Jogging, Schwimmen, Nordic Walking oder Ähnliches. Der Puls sollte zwischen 120 und 130 Schlägen pro Minute liegen.

9. Wann ist die Hilfe eines Coaches oder Psychologen ratsam?

Dr. Simon Feldhaus: Sobald der Betroffene selbst nicht mehr in der Lage ist, die notwendigen Veränderungen zu sehen oder umzusetzen, ist unbedingt professionelle therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn es braucht manchmal einen Außenstehenden, der einem den neuen Weg weist.

10. Gibt es Tipps, mit denen sich verhindern lässt, dass Betroffene – im Beruf wie in der Familie – immer wieder in die eigene Perfektionsfalle tappen?

Dr. Simon Feldhaus: Jeder Mensch sollte sich selbst Zeit zur Erholung geben und eine Sache nach der anderen erledigen. Die Tibetische Weisheit „Lebe im Hier und Jetzt und sei zufrieden“ sagt eigentlich alles aus, was man beherzigen sollte.

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