Facebook Zaehlpixel
0341-355408-12 info@familienfreund.de

Experteninterview rund um Phishing im Internet

Computer | Webcam (c) Sabine Flaisch / pixelio.de

Interview mit Olaf Pursche, Ressortleiter des Sicherheits-Centers bei der Redaktion COMPUTER BILD, und Thomas Gerschütz, Experte im E-Business-Bereich bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth

1. Wie funktioniert das Daten-Phishing und wie schützt man sich davor?
Olaf Pursche: Phishing ist das Abgreifen fremder Nutzerdaten über gefälschte Internetseiten. Opfer werden meist per Mail oder Kurznachricht auf solche Seiten gelockt. Am besten ignoriert man solche Locknachrichten komplett. Denn gerade Banken verschicken keine Mails, die zur Eingabe von Nutzerdaten auffordern.

2. Welche Plug-ins, also welche Software-Ergänzungen, kann man bei den gängigen Internetprogrammen gefahrlos nutzen?
Olaf Pursche: Vor allem sollten Nutzer auf die Aktualität von Plug-ins achten, denn viele aktualisieren sich nicht von selbst. Und veraltete Plug-ins erhöhen das Risiko durch Schadprogramme, Viren und andere Sicherheitsbedrohungen.

3. Warum sollte die Benutzerkontensteuerung des Computers aktiv sein?
Olaf Pursche: Durch Nutzerkonten mit eingeschränkten Zugriffsrechten kann auch der Zugriff von Schadprogrammen wirksam eingeschränkt werden.

4. Woran erkennen Verbraucher einen guten Virenschutz?
Olaf Pursche: Erkennen lässt sich das für Nutzer kaum. Generell gilt: besser eine Virenschutz-Software als gar keine. Noch besser schützt eine Internet-Security-Suite mit Firewall und weiteren Modulen. Die Programme müssen sich ständig selbst per Internet aktualisieren. Welches das Beste ist, lesen Sie in den Tests einschlägiger Fachzeitschriften – natürlich auch in COMPUTER BILD.

5. Können Käufer beim Shoppen im Internet mit E-Payment wirklich sicher bezahlen? Wie funktioniert das?
Olaf Pursche: Absolute Sicherheit bietet letztlich kein Zahlungssystem. Bei der Zahlung per Kreditkarte können Nutzer ihr Geld bei Missbrauch immerhin innerhalb von 4–6 Wochen zurückbuchen, wenn sie ihre Auszüge regelmäßig kontrollieren.

6. Was ist Spyware und wie kann man sich davor schützen?
Thomas Gerschütz: Spyware kundschaftet die Daten auf einem Computer aus und versendet sie – entweder an denjenigen, der die Spyware erdacht hat, oder an andere Adressaten. Diese Informationen werden beispielsweise genutzt, um dem Computerbesitzer Werbung einzublenden, die seinen Interessen entspricht. Die Daten können aber auch für illegale Handlungen genutzt werden. Schutz bieten die üblichen Schutzsysteme, die auch bei anderen Schadprogrammen eingesetzt werden.

7. Können Verbraucher sich in irgendeiner Form gegen die Folgen von Internet-Kriminalität versichern?
Thomas Gerschütz: Solche Versicherungen sind nicht verbreitet, aber es gibt sie. Oft sind sie im Paket mit anderen Versicherungen, die gegen allgemeinen Betrug schützen, oder in Rechtschutz-, Hausrat- oder Haftpflichtversicherungen gegen einen Zusatzbeitrag integriert.

8. Worauf muss man achten, wenn man online beispielsweise einen Sparvertrag oder eine Versicherung abschließen möchte?
Thomas Gerschütz: Ein seriöser Anbieter hat ein ordentliches Impressum, das Auskunft gibt, mit wem man es zu tun hat, ein nachprüfbares Gütesiegel vom TÜV (safershopping) oder von anderen vertrauenswürdigen Organisationen (trusted shop). Auch eine langjährige Präsenz im Online-Markt ohne schlechte Presse ist ein Indiz für Seriosität. Man kann auch einfach in einer Suchmaschine den Anbieter- oder Markennamen eingeben und gezielt nach Erfahrungsberichten suchen. Natürlich müssen auch die Konditionen stimmen. Hier geben Testberichte eine gute Orientierung. Aber: Nicht der Allergünstigste ist automatisch der Beste. Wegen ein paar ersparten Euros pro Jahr sollte man keine Abstriche an Qualität, Sicherheit und Seriosität machen.

9. Wie sicher ist es, wenn man online – beispielsweise zum Abschluss eines Versicherungsvertrages – bei Gesundheitsfragen oder Gehaltsauskünften Daten preisgibt? Sollte man so etwas überhaupt tun?
Thomas Gerschütz: Auch wenn man dem Anbieter vertraut, sollte man darauf achten, dass es zum Beispiel keine technischen Schwachstellen gibt. So sollte die Verbindung zur Website des Anbieters verschlüsselt sein. Zusätzlich sollte geprüft werden, wie der Anbieter mit den Angaben zur Gesundheit oder zum Einkommen umgeht. Bei Maklern kann es übrigens vorkommen, dass die Angaben nicht nur an die Versicherung oder Bank weitergegeben werden, mit der man einen Vertrag abschließen möchte, sondern auch beim Makler verbleiben und dort weiter genutzt werden.

10. Worauf sollten Verbraucher achten, die Facebook und andere Social Media-Plattformen zwar nutzen, aber dabei ihre Sicherheit und die ihrer persönlichen Daten nicht gefährden möchten?
Thomas Gerschütz: Das Internet vergisst nichts! Durch die hochwirksamen Weiterleitungsfunktionen kann schnell die Kontrolle über die Verbreitung der auf Social Media-Plattformen gemachten Aussagen verloren gehen. Dann ist es ärgerlich, wenn peinliche oder kompromittierende Dinge im Netz unterwegs sind. Daher sollte man sich vorher über die möglichen Einstellungen zu Privatsphäre auf Social Media-Plattform informieren und diese Möglichkeiten von Anfang an konsequent nutzen. Außerdem sollte man sich immer wieder fragen: Muss das wirklich jeder wissen? Möchte ich das noch in zehn Jahren über mich im Web finden?

Hat Ihnen der Beitrag geholfen? Behalten Sie ihn nicht für sich !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.