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familienkolumne: angebote „streuen“ – oder lieber nicht?

Weltkugel (c) Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

sehr verbreitet, aber auch umstritten, ist das strewing. hier „streuen“ lernbegleiter dinge, die von interesse sein könnten: es werden bücher auf dem wohnzimmertisch gelegt, interessante gegenstände platziert, komplizierte wörter in unterhaltungen eingefügt oder auch andere wege in der stadt gelaufen,

um eventuell neue läden zu entdecken. die gefühle des lernbegleiters sollen den prozess des freien lernens nicht behindern, weshalb streuen ohne erwartung geschehen soll. ohne vorausgehende erwartungshaltung kann der begleiter keine enttäuschung zeigen, wenn das angebot nicht bemerkt oder abgelehnt wird. nur so kann der lernende frei entscheiden.

gegner des streuens glauben nicht an ein streuen ohne erwartung. davon abgesehen warnen sie vor der gefahr, die kinder
erst recht durch das streuen einzuschränken. gäbe der lernbegleiter ständig möglichkeiten vor, würde sich keine langeweile beim lernenden einstellen. diese sehen die gegner als chance für den lernenden, selbst neue entdeckungen zu machen.

ein weiteres gegenargument ist, dass wenn kinder an „angebote“ gewöhnt sind, sie gefahr laufen könnten, an eigenkreativität zu verlieren und von den angeboten geradezu abhängig zu werden: „und was kann ich jetzt machen?“. befürworter des streuens möchten ein möglichst breites spektrum an möglichkeiten bieten, aus denen das kind wählen kann. so soll die vielfalt der welt dargestellt werden. ob gestreut wird oder nicht – von besonderer wichtigkeit ist die gleichwertigkeit aller möglichen aktivitäten. es findet keinerlei ungefragte bewertung statt: weder die „leistung“ noch der sinn wird geprüft. alles wird als lernmöglichkeit empfunden, sei es nur als kettenglied bis zur ausführlichen recherche, als chance für eine tiefere auseinandersetzung mit einem bestimmten thema, als nötiger übergang, als zielsetzer, als motivationsförderer. für unschooler steckt überall lernpotential: so ist es unschoolern üblicherweise egal, ob ihr kind drei stunden im museum verbringt, beim fußball oder vor der playstation.

quelle: unerzogen magazin ausgabe 2/2008 – mit freundlicher unterstützung von sören kirschner und dem tologo verlag

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