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Ferienbetreuung als Kooperationsprojekt

Vereinbarkeit von Beruf und Familie | Beispiele von Unternehmen (c) demografienetzwerk-frm.de

Dieser Beitrag ist Teil 1 von 24 der Serie Demografienetzwerk Frankfurt Rhein Main

Von den zwölf Wochen Schulferien im Jahr sind die Sommerferien für berufstätige Eltern besonders herausfordernd. So geht es auch den Beschäftigten des Medienhaus Südhessen. Das Familienunternehmen mit seiner Marke Darmstädter Echo beschäftigt insgesamt 436 Mit- arbeiter/innen, der Frauenanteil liegt bei 55 Prozent. Mit 20 Prozent überdurchschnittlich hoch ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen.

Aber nicht allein Frauen beschäftigt das Thema Vereinbarkeit. Aktuell sind zwei Väter in Elternzeit. Sie gehören zu den rund 26 Prozent der Beschäftigten mit Kindern unter 18 Jahren. Der Wunsch nach Unterstützung bei der Schulferienbetreuung stand weit oben in der Bedarfsabfrage. In den Sommerferien 2011 bekamen sie Entlastung: Gemeinsam mit vier weiteren Kooperationspartnern hat das Medienhaus Südhessen erstmalig ein zweiwöchiges Ferienprogramm initiiert. In den ersten beiden Ferienwochen wurden insgesamt 50 Kinder (jeweils zehn Plätze pro Partner) zwischen 8 und 17 Uhr betreut. Der elterliche Eigenanteil betrug 50 Euro pro Kind und Woche. Die restlichen Kosten wurden zu je 20 Prozent von den fünf Kooperationspartnern getragen.

Entstehung des Projektes Ferienbetreuung

Entstanden ist die Idee eines Kooperationsprojektes „Ferien“ auf der Auftaktveranstaltung NetzWerkStadt. Statt jeder für sich haben sich unter der Leitung von Corinna Schlender vom Medienhaus Südhessen fünf Arbeitgeber aus der Region zusammengetan. Mit Unterstützung vom Jugendamt der Stadt Darmstadt wurde ein externer Anbieter ausgewählt. Als Arbeitgeber war die Kommune einer der Kooperationspartner! Der Auswahl voraus gingen mehrere der insgesamt zehn Projekttreffen. In den jeweils zweistündigen Sitzungen wurden Fragen zum Umfang, Versicherung und Verpflegung, aber auch Kostenbeteiligung und steuerrechtliche Fragen geklärt.

Hierbei offenbarten sich unterschiedliche Unternehmensabläufe und -kulturen, die jenseits des eigentlichen Auftrages eine Bereicherung für alle Teilnehmer/innen darstellten. Die Abstimmung mit den Partnern verlief nicht immer reibungslos und nahm viel Zeit in Anspruch. Es hat sich gelohnt: Ausgestattet mit einem eigens entwickelten Logo auf selbst gestalteten T-Shirts hatten die Kinder jede Menge Spaß und die Eltern entspannte Arbeitstage. Einen deutlich geringeren Zeitaufwand erwartet Corinna Schlender für die Planung der nächsten Ferienbetreuung. Viele grundlegende Fragen wurden beim ersten Mal geklärt. Dass es ein weiteres Mal geben wird, steht fest. Der Gewinn für das Unternehmen und die Beschäftigten war deutlich, die Maßnahme ein voller Erfolg. Damit Eltern das Angebot in ihrer Ferienplanung berücksichtigen können, wird frühzeitig mit der Bekanntmachung begonnen. Bereits im Dezember 2011 wurden die Beschäftigten über die firmeninternen Informationskanäle auf das Angebot hingewiesen.

Mit dem Ferienprogramm verstetigt das Medienhaus sein Image als attraktiver Arbeitgeber,  sowohl nach außen als auch nach innen. Die Zufriedenheit ist nicht nur bei den Beschäftigten gestiegen, die die Betreuung in Anspruch genommen haben. Auch Beschäftigte ohne (Schul-)Kinder begrüßten die Maßnahme. Eine Mitarbeiterin der Chefredaktion schrieb im „Echo-unter-uns“ einen Artikel (ihr Sohn hatte teilgenommen), andere Mitarbeiter/innen meldeten der Personalabteilung persönlich zurück, dass sie die Maßnahme toll fanden.

Durch die Kooperation mit anderen Arbeitgebern aus der Region hat sich gezeigt, dass es auch für mittelständische Arbeitgeber möglich ist, größere Maßnahmen anzubieten, um die Vereinbarkeit zu erleichtert. Der Nutzen für die Kooperationspartner war so eindeutig, dass nicht nur alle fünf bei der Planung für das nächste Jahr dabei bleiben, sondern noch drei weitere Partner hinzu gekommen sind.
Autorin: Frauke Spreckels, FamilienSinn

Medienhaus Südhessen GmbH, Holzhofallee 25-31, 64295 Darmstadt, www.echo-online.de

Branche: Druck und Verlag

Ansprechpartnerin Corinna Schlender, Telefon 06151 387-275, corinna.schlender@darmstaedter-echo.de

Belegschaft

  • 436 Mitarbeiter/innen (ohne Logistik)
  • 55,2 Prozent Frauen und 44,8 Prozent Männer
  • 115 Mitarbeiter/innen mit Kindern
  • 20 Frauen in Führungspositionen
  • 2 Männer in Elternzeit
  • Altersdurchschnitt 45 Jahre

Über das Entstehen und die Idee dieses Beispieles

Die Wirtschaft in der Region FrankfurtRheinMain boomt, die Bevölkerung nimmt immer noch leicht zu, doch die Unternehmen stellen fest, dass sie die neuen Mitarbeiter, die sie benötigen, nicht bekommen.Um Unternehmen Anregungen zu geben, wie sie Beruf und Familie für ihre Mitarbeiter vereinbar gestalten können, hat das IHK-Forum Rhein-Main gemeinsam mit dem Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain 25 Unternehmen in der Region FrankfurtRheinMain besucht, die interessante Maßnahmen in ihren Betrieben umsetzen.

In 25 Artikeln beschreiben die Interviewer/innen Maßnahme und Unternehmen. Fotos aus den Unternehmen ergänzen die Darstellung. Damit möchten die Industrie- und Handelskammern der Region und der Arbeitskreis Beruf und Familie im Demografienetzwerk FRM einen Beitrag dafür leisten, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie den Menschen und Unternehmen leichter gelingt. So könnte die Erwerbstätigenquote von Frauen erhöht, mehr Frauen in Führungspositionen gebracht und für Väter Familienzeit gewonnen werden – und nicht zuletzt den Unternehmen erleichtert werden, ihre Fachkräfte zu finden und zu binden.

* Hinweis: Es handelt sich bei der Wiedergabe des Beitrages um ein wörtliches Zitat. Lediglich zu Zwecken der Lesbarkeit wurden  Formatierungen vorgenommen. Die Rechte des Beitrages liegen weiterhin beim Autor bzw. dem Demografienetzwerk. Der vollständige Download der Broschüre ist auf deren Seite kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

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