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Feuerbestattung: Was muss? Was kann?

Friedhof (c) familienfreund.de

Im Rahmen der Familienservice-Betreuung hatten wir Fragen bezüglich dem Umfang einer Feuerbestattung zu beantworten und möchten hierzu einige Recherchen bzw. Informationen eines Bestatters weitergeben.

Der Hintergrund: Der Zubestattende hat keine Angehörigen und sollte nicht einfach dem Ordnungsamt überlassen werden. Der gute Freund des Toten war nun erstaunt, was alles notwendig ist, um jemand beizusetzen. Vom Bestattungsunternehmen wurden in dem schriftlichen Angebot u.a. Matratze, Sargausschlag, Sterbehemd, Kissen und Decke sowie Griffe und ein Namensschild angeboten. Der betreute Mitarbeiter wandte sich an uns, um zu erfahren, ob dies alles notwendig ist und ob es (gesetzliche) Gründe gibt. Sarkastisch und überspitzt lautete die zentrale Frage: Darf man seinen Opa einfach so in eine Holzkiste schmeißen?

Zwischen Tradition und Gesetz

In einem bürokratischen Land wie Deutschland gibt es, je nach Bundesland, ein Bestattungsgesetz. Darüber hinaus gibt es noch ergänzende Verordnungen. Allerdings haben sich in unterschiedlichen Regionen dazu noch Traditionen gebildet, die quasi einer Verordnung gleichgesetzt werden.

Bei einer anonymen Feuerbestattung wird ein Verbrenner, sprich Verbrennungssarg bzw. Einäscherungssarg zwingend benötigt. Dieser kostet je nach Ausführung zwischen 300 und 600 Euro. Zusätzlich zur Lieferung des Sarges fallen noch Kosten für Sterbeurkunden, die Einäscherung als solches, die Nutzung der Trauerhalle, das Grab und die Kühleinrichtungen an.

Die Dienstleistung, die der Bestatter erbringt (es gibt auch Bestatterinnen), wie zum Beispiel die Fahrten mit dem Bestattungswagen, werden als Personalkosten in Rechnung gestellt. Dazu kommen auch noch die Desinfektion, das Einbetten und Einsargen sowie weitere Positionen.

Feuerbestattung und Bestattungskultur

Gemäß der deutschen Bestattungskultur , die sich im Laufe der Zeit entwickelt hat, wird der Verstorbene ’schlafend‘ in den Sarg gelegt. Damit nun der teure Verblichene nicht nackt beerdigt wird, benötigt er eigene Kleidung oder ein Totenhemd. Decke und Kopfkissen wünschen sich dann die Hinterbliebenen, um das ‚Bett‘ komplett zu machen.

Nötig sind diese Details jedoch nicht. Die Totenbekleidung, Decke und Kissen können gespart werden. Auch benötigt der Einäscherungssarg in den seltensten Fällen Griffe. Mehr noch – je nach Material der Griffe und beauftragtem Krematorium werden die Griffe sogar vorher wieder demontiert und weggeworfen. Und Verwechslungen können nach Rücksprache mit verschiedenen Bestattern mit einem Zettel und einer Reißzwecke verhindert werden.

Anders sieht es mit dem Sargausschlag aus. Vorschriften schreiben eine saugfähige Unterlage vor und dieser wird mit der Sargmatratze genüge getan.

Das Gespräch mit dem Bestatter

Einen guten Bestatter macht u.a. aus, dass er im Beratungsgespräch aufzählt, was machbar ist, darauf eingeht, was gewünscht ist und was nach seiner Erfahrung sinnvoll ist. Deutlich sollte dabei werden, was Vorschrift und was Tradition ist.

Das Bestattungshaus kennt weder die Wünsche noch die finanzielle Situation und sollte deshalb mittels Fragen alle möglichen Varianten vorstellen. Dies dient natürlich auf der einen Seite dem Schutz des Bestatters, aber auch der Auftraggeber hat ein Recht darauf zu erfahren, ob es eine Pflicht für bestimmte Dinge gibt oder auf diese verzichtet werden kann. Nicht das die Hinterbliebenen hinterher klagen und sagen: „Hätte ich das gewusst…“.

Wollen Sie eine billige Feuerbestattung?

Wenn der potentielle Kunde dem Bestatter zu verstehen gibt, dass er die günstigste bzw. billigste Feuerbestattung möchte, so muss er diesem Wunsch auch folgen. Gaukelt er vor, nicht notwendige Lieferungen und Leistungen seien Pflicht, so sollte sich der Kunde bei der zuständigen Innung bzw. Handwerkskammer beschweren. Im schlimmsten Fall kann auch der Weg zum Anwalt notwendig werden, wenn der Bestatter in nahezu krimineller Weise mehr ‚Umsatz‘ erzielt hat. Natürlich ist dies nicht nur eine Frage des Aufwandes, sondern auch der Beweisbarkeit. Erschwerend kommt oft hinzu, dass mehrere Personen in der Angebotsphase beteiligt sind und die Vorstellungen unterschiedlich kommuniziert werden und nicht selten nicht zusammen passen.

Hierzu ein Zitat vom Bestatter-Weblog

„Wenn man eine Holzkiste herstellte, die in Abmaßen und Ausfertigung einem Sarg entspräche, könnte man auch diese verwenden.“

Man käme lediglich in Erklärungsnot, wenn das Krematorium einen Nachweis über die Verbrennungseigenschaften der verwendeten Materialien benötigt. Bei industriell gefertigten Särgen liegen hierzu natürlich Unterlagen vor und man erspart sich viele Nachfragen.

Der Familienservice hilft weiter

Sind bei Ihnen noch Fragen geblieben? Da auch der Tod ganz natürlich zum Leben dazu gehört, beantwortet der Familienservice alle Fragen der betreuten Mitarbeitenden sowie deren Angehörigen. Nutzen Sie die spezielle Hotline, die sie bei Ihrem Arbeitgeber erfahren.

Allgemeine Fragen können auch gern im Kommentarfeld gestellt werden. Entweder wir beantworten diese oder greifen sie bei einem späteren Beitrag auf.

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2 Kommentare zu “Feuerbestattung: Was muss? Was kann?”

  1. 300 – 600 € ?
    Ich habe zirka 10 Firmen verglichen. Das günstige war als Komplettpaket für 1000 € bei Feuerbestattungen24.de .

    Also bei einer Bestattung zwschen 300 – 600 € würde mich interessieren ob dies auf wirklich seriös ist?

    1. Hallo StolzerDaddy.

      Zunächst erstmal herzliches Beileid für Ihren Verlust.

      Die Spanne von 300 bis 600 € war, wie Sie oben lesen können, nicht für die gesamte Bestattung, sondern nur die Kosten für einen Verbrennungssarg.

      Grüße aus Leipzig nach NRW, wo Ihr recherchierter Dienstleister seine Leistungen nur anbietet.

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