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förder- oder regelschule

Schulanfang mit Schultüte (c) annca / pixabay.de

ein ganz normaler wochentag eines schülers in deutschland beginnt mit dem aufstehen, frühstück und dem täglichen schulweg. je nach dem, ob welche beschulung erforderlich variieren diese schulwege schon im grundschulbereich erheblich.

so ist z.b. klar, dass kinder, welche eine sogenannte ersatzschule besuchen (wollen), wie rahn, bip-kreativitätsschulen oder montessori aus dem gesamten stadtgebiet anreisen. ein großteil der anderen kinder besucht hier in leipzig, die grundschule, welche laut wohnort am nächsten dran ist. aber wie ist das, wenn ein besonderer bedarf den besuch einer besonderen schule erforderlich macht?

kinder mit handicaps haben aufgrund von schwere und ausprägung der benachteiligung nicht immer die chance eine wohnortnahe schule zu besuchen, auch, wenn sie bis dahin wunderbar in kinderbetreuungseinrichtungen vor ort integriert waren. grundsätzlich wird die beschulung nach erstellung eines sonderpädagogisches gutachten vorgenommen.

während sich viele eltern bewusst und immer wieder für wohnortnahe betreuung entscheiden, entschied das koblenzer verwaltungsgericht am 27.11.2008 (7 K 734/08.KO) gegen den wunsch einer integrativen beschulung des kindes mit downsyndrom. gegenstand der klage war, dass die 6jährige klägerin auf wunsch der eltern in der örtlichen regelschule betreut werden sollte. die direktorin war in absprache mit den eltern gern bereit die optimalen räumlichen und personellen lernbedingungen einzurichten.

die schulbehörde und nun auch das gericht wiesen das kind der 20 km entfernten schwerpunktschule zu, obwohl dort die klassenstärke viel größer sei und das kind nicht mit den bisherigen freunden zusammen in die schule gehen kann. begründet wurde diese entscheidung damit, dass ein behindertes kind keinen anspruch darauf hat, dass in der örtlichen regelschule die möglichkeiten zur gemeinsamen unterrichtung behinderter und nichtbehinderter schüler (sog. integrative beschulung) erst geschaffen werden, wenn in zumutbarer entfernung eine schwerpunktschule erreichbar ist, die diese möglichkeit bereits gewährleistet. weiterhin wurde ausgeführt, dass 20 km schulweg nicht unzumutbar seien und genügend raum für außerschulische aktivitäten am nachmittag ließen.

in der praxis wirkt sich diese entscheidung letzlich auch auf die länge des tages aus und die tägliche belastung. an förderschulen wird ganztagsbetreuung angeboten. die anfangszeiten des unterrichts weichen kaum von den anfangszeiten der regelschulen ab. dazu kommt, dass die meisten kinder einen langen schulweg haben, welchen sie mit einem fahrdienst bewältigen. und da gerade steckt die tücke, denn die fahrdienste holen mehrere kinder am morgen von zu hause ab. je nach route und menge der mitfahrer sind die kinder schon sehr zeitig und viel länger unterwegs, um die schule zu erreichen. am nachmittag dann das gleiche in grün.

oft kommen während des unterrichts und danach noch therapien, krankenhausaufenthalte und/oder heilbehandlungen. in vielen foren und chats tauschen sich eltern über die qualtität von förderschulen, schulsystem und lernbedingungen für ihre kinder aus. oft wird von personalmangel und nicht genug individueller förderung berichtet.

sie stehen vor wichtigen entscheidungen? die richtige schule zu finden ist nicht leicht? informieren sie sich unter http://www.familienfreunde.de oder fragen sie uns direkt .

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