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für was sind eigentlich hausaufgaben gut?

Kind erledigt Hausaufgaben (c) thommy weiss / pixelio.de

so lange ich zurückdenken kann verbringen schüler in deutschland ihre freien nachmittage vor den schulheften und -büchern und erledigen mehr oder weniger freiwillig ihre hausaufgaben. dabei handelt es sich nach neuesten erkenntnissen allerdings vielmehr um ein „liebgewonnenes“ ritual als um eine im schulischen sinn erfolgversprechende massnahme. in mehreren studien konnte kein nachweisbarer einfluss auf den schulischen erfolg / misserfolg der schüler nachgewiesen werden.

laut professor hans gängler von der tu dresden werden gute schüler durch das erledigen von hausaufgaben nicht unbedingt besser und schlechte schüler verstehen dadurch auch nicht leichter, was sie zu hause oft einfach nur stur wiederholen. dabei spielt es keine rolle, ob die hausaufgaben direkt nach der schule oder erst abends unter der bettdecke gemacht werden. der einfluss auf die zensuren auf dem zeugnis ist immer derselbe, nämlich gleich null.

in umfragen, welche gängler unter lehrern an ganztagsschulen durchführte, gaben dreiviertel der befragten an, nicht einschätzen zu können, welchen einfluss die hausaufgaben auf den lernerfolg ihrer schüler hätten. viele lehrer schätzten, dass bei der mehrzahl der schüler hausaufgaben überhaupt nichts brächten. mit einführung der ganztagsangebote in den schulen wird bundesweit immer mehr „hausaufgabenbetreuung“ angeboten. in sachsen nehmen 70 % aller ganztagsschüler mehrmals in der woche an der hausaufgabenbetreuung teil. auch hier hat professor gängler lehrer, schüler und eltern befragt und die ergebnisse ausgewertet.

auch hier kommt er zu dem schluss, dass sich die hausaufgabenerfüllung nicht in den zensuren niederschlägt. es kommt nicht auf die hausaufgabe an, sondern darauf, wie qualifiziert das pädagogische personal ist. schüler aus einkommensschwachen schichten, ohne möglichkeit der hausaufgabenbetreuung durch geschulte pädagogen, haben somit vor vornherein einen klaren nachteil. aus diesem grund plädiert professor hans gängler dafür, langfristig auf hausaufgaben zu verzichten und die stragtegien zum wissenserwerb direkt im unterricht zu vermitteln und durch entsprechende, pädagogisch begleitete übungs- und förderangebote im rahmen der ganztagsangebote zu begleiten. dann müssen auch nicht mehr fast fünf milliarden euro jedes jahr für nachhilfestunden und ganztagsbetreuung ausgegeben werden.

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