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gesund schmeckt besser

Ernährung | Grillteller (c) maren beßler / pixelio.de

gesund schmeckt besser: das schuljahr 2008/2009 ist erfolgreich gestartet und mit mit ihm beginnt für rund 32.000 erstklässler in sachsen der tägliche run auf das pausenbrot. eigentlich wissen eltern ganz genau, was ein gesunder pausensnack enthalten soll. (vollkorn)-brot (kein weißbrot), milchprodukte, obst und gemüse sowie ein getränk. in der theorie klappt das auch wunderbar, nur sieht die praxis leider oft ganz anders aus. der trend geht auch in der brotbüchse zu fast food und süßigkeiten. aber auch extra für kinder angebotene lebensmittel haben oft einen hohen fett- und zuckergehalt. das ist nicht nur für die zähne nicht gut, sondern fördert auch das übergewicht.

so musste der kinder- und jugendärztliche dienst zu beginn des schuljahres 2006/07 bei 8,5 prozent der einschüler übergewicht feststellen. eine gesunde und ausgewogene mahlzeit in der schule trägt dazu bei, übergewicht zu vermeiden, erhöht aber auch die konzentration der schüler.

gesund schmeckt besser und steigert die konzentration

„damit sich schülerinnen und schüler von morgens bis mittags optimal konzentrieren können, brauchen sie ein gesundes, ausgewogenes pausenbrot. essen sie zwischendurch nicht und trinken zu wenig, knickt die leistungskurve ein und die konzentrationsfähigkeit lässt nach. entscheidend ist auch, dass von klein auf viel obst und gemüse gegessen wird“, so familienministerin christine clauß.

in den kindergärten können die kleinen mit der „ fit kid – die gesund-essen-aktion für kitas “ den richtigen umgang mit lebensmitteln lernen. sprechen sie ruhig ihre erzieherinnen darauf an. im rahmen der kampagne „besser essen. mehr bewegen – kinderleicht“ lernen die kinder die unterschiede zwischen gesunden und ungesunden lebensmitteln kennen und bereiten auch mal selbst ihre mahlzeiten zu. nach der kindergartenzeit ist dann die schule gefordert, zumal sie nicht nur für theoretisches wissen sorgt. immer häufiger ist sie auch für die ernährung selbst zuständig, in den schulkantinen der ganztagsschulen. aber leider ist hier oft nicht entscheidend, wie ausgewogen und gesund das angebot ist, sondern die kosten für den caterer.

deutsche gesellschaft für ernährung entwickelt standards

bis vor kurzem gab es nicht einmal standards über angebot und zusammensetzung des schulessens. im auftrag des landwirtschaftsministeriums hat die deutsche gesellschaft für ernährung (dge) mittlerweile bundeseinheitlich geltende standardrs entwickelt, welche von einigen schulträgern bereits als ausschreibungsgrundlage genutzt werden. allerdings sind die standards nicht verpflichtend. in seinem positionspapier vom september letzten jahres forderte der verbraucherzentrale bundesverband  die bundesweite umsetzung der standards und die verankerung im schulgesetz. ausserdem forderten sie die berücksichtigung der ernährungs- und verbraucherbildung in den lehrplänen. denn „es reicht nicht, gesundheitsförderliches essen in der schule anzubieten, sondern man muss das thema tatsächlich in den unterricht transportieren“, sagt elke liesen von der dge.

den aid-ernährungsführerschein machen

für die dritten grundschulklassen wird deshalb ein weiteres projekt angeboten, der aid-ernährungsführerschein. im idealfall soll er bald so selbstverständlich sein wie der führerschein fürs fahrrad. beim aid-ernährungsführerschein geht es, ähnlich wie bei der fit-kid-aktion, um die vermittlung des theoretischen ernährungswissens. aber in erster linie will man den schülern zusätzlich praktische kompetenzen vermitteln, welche sie im alltag umsetzen können.

„die kinder erfahren, wie lebensmittel aussehen, wie sie schmecken aber auch wie sie zubereitet werden. wie sieht es etwa im inneren einer paprika aus, wie schält man eine möhre, wie wird der apfel entkernt“ erläutert projektleiterin dr. barbara kaiser vom aid infodienst. am ende sollen die kinder in der lage sein, sich mehrere einfache gerichte selber zubereiten können.

eu plant programm zur kostenlosen abgabe von obst und gemüse an schulkinder

unterdessen hat die europäische kommission vorgeschlagen, ein programm zur kostenlosen abgabe von obst und gemüse an schulkinder einzuführen, um kindern und jugendlichen gesunde essgewohnheiten zu vermitteln. neben der kostenlosen verteilung von obst und gemüse sieht das eu-schulobstprogramm aufklärungs- und sensibilisierungsmaßnahmen, wie auch maßnahmen zum austausch empfehlenswerter praktiken, vor. für das zum schuljahr 2009/10 anlaufende programm will die eu jährlich 90 millionen euro zur verfügung stellen.

da gesundes trinken mindestens genau so wichtig wie gesundes essen, hat die eu auch die schulmilchregelung aktualisiert. damit sollen mehr kinder eine breitere palette von gesunden milchprodukten zur verfügung gestellt bekommen. „mit den neuen einfacheren regeln und einem attraktiveren produktangebot erwarten wir, dass noch mehr schulen und auch weiterführende schulen an der schulmilchregelung teilnehmen,“ sagte die für landwirtschaft und ländliche entwicklung zuständige kommissarin mariann fischer boel.

mehr trinkbrunnen in die schulen

eine weitere möglichkeit ist die installation von trinkbrunnen in der schule, denn wasser ist ja bekanntlich das gesündeste und kalorienärmste getränk. bereits der sechste trinkbrunnen versorgt die leipziger schüler mit frischem wasser. wenn es an der schule ihrer kinder noch keinen trinkbrunnen gibt, sprechen sie die lehrer doch mal darauf an. eine ausreichende und regelmäßige flüssigkeitszufuhr  beeinflußt die konzentrations- und leistungsfähigkeit der schüler positiv. die von wissenschaftlern empfohlene menge trinkwasser beträgt für kinder zwischen 6 und 9 jahren 1 liter pro tag. kaum einer der schüler erreicht diese trinkmenge. frisches trinkwasser ist der perfekte durstlöscher. es erfrischt, enthält weder kalorien noch zucker und macht müde schüler wieder munter. die trinkwasserbrunnen in den schulen entstehen im rahmen des leipziger modellprojekts „optistart“, das vom leipziger gesundheitsamt, der universität leipzig und weiteren partnern umgesetzt wird.

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