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grenzgänger – männer in not

Faust, geballt (c) a. dreher / pixelio.de

ob männlich oder weiblich, ob jung oder alt ist egal. es kann einfach jeden treffen. ob gerade frisch verliebt oder jahre lang verheiratet, ob 1. Liebe oder 10. so liest man in einer schweizer zeitung von einem jungen mann, welcher der liebe seines lebens begegnet und dann aus heiterem himmel bricht die hölle auf erden los. die liebende, geduldige und sanfte frau legt nach dem umzug in die gemeinsame wohnung eine verdeckte seite offen – verbale und körperliche gewalt, attacken und beschimpfungen.

keine anzeige, keine beratungsstelle, kein nottelefon und keine aufklärungskampagne kann das verhindern, was in so einem fall passiert. der mensch ist nicht geboren zum allein sein. wärme, nähe und zärtlichkeit sind ebenso wie abhängigkeit, gleichgültigkeit und aushalten ein symptom menschlicher liebe.

dabei ist der spruch: „liebe macht blind“ sicher nur begrenzt richtig, denn dank gesellschaftlicher blindheit und vereinzelung, ist es für täterInnen viel leichter sich zu verstellen, anzupassen und den anderen zu täuschen. die beste seite wird gezeigt und dies gilt es so lange wie möglich durchzuhalten. ob kurz verliebt und lang gewartet oder lang geliebt und schnell zusammen – eine garantie gibt es ebenso wenig wie einen generalverdacht.

warten, dass sich was ändert

leider ist, wie auch im schweizer fall, das opfer und täter sein dicht beieinander, denn seelische und körperliche gewalt in einem so geschütztem raum wie den eigenen 4 Wänden oder dem eigenen schlafzimmer zwingen den einzelnen an seine grenzen. sanfte, fröhliche und ausgeglichene leute mutieren zu ängstlichen unsichtbaren unglückshäufchen, die es sich und der gesellschaft wunderbar schaffen, was vorzumachen. sie/er wird schon aufhören, er/sie hat stress, sie/er hat selbst traumatische erlebnisse gehabt und er/sie liebt mich trotz allem. allein, weiß ich erst recht nicht wohin – alles gedanken und aussagen, die an die öffentlichkeit gekommenen fälle in der regel beinhalten, ausgesprochen und über jahre des leidens hinweg immer wieder gedacht.

lösungen für männer in not

und auch im schweizer fall heilen die wunden nie. die ständige anspannung und traumatisierung, der permanente dauerstress, das qualvolle strategische aggieren und reagieren auf die angriffe enden mit dem zurückschlagen und dem auszug bzw. der scheidung. aber der eigentliche stress beginnt erst, wenn körper und geist zur ruhe kommen, denn über die jahre sind auch die eigenen grenzen verrückt und aufgeweicht. die 50 cm mindestabstand, die ein mensch um sich herum braucht, sind vollkommen verschwunden. das plötzliche alleinsein, erzeugt den gleich stress, wie die zwei-, drei- oder mehrsamkeit.

während frauen beim zurückschlagen in 80 % der fälle den kürzeren ziehen und körperlich unterlegen sind, haben männliche opfer meist das credo, dass sie nie eine/ihre frau schlagen würden. in jedem fall überschreiten die opfer häuslicher gewalt massiv ihre eigenen grenzen. menschen, die um leib und seele fürchten, schlagen erst zurück, wenn sie gefahr laufen, ganz zu zerbrechen. und das ist ein viel massiveres problem als die gewalt und der schmerz an sich, wobei wir diesen deshalb nicht als gering einstufen.

es bleiben auch nach einer (geglückten) trennung noch viele fragen offen:

  • wie gehe ich mit meiner umwelt um?
  • wie meine umwelt mit mir?
  • kann ich je wieder vertrauen haben?
  • wie geh ich mit neu gewonnener „freiheit“ bzw. dem permanenten alleinsein um?
  • wem, wann und was kann ich davon erzählen?
  • wie gehe ich mit stressituationen um?
  • wo und wie kann ich meine grenzen neu abstecken?

…und das sind sicher nur einige von tausend fragen, die männer und frauen auch noch jahre später in manchen minuten schier zum wahnsinn treiben. denn was in unserem menschlichem dasein des 21. jahrhunderts eher selten vorhanden ist, sind zuhörerInnen, versteherInnen und aufmerksame, sensible beobachter. dazu kommt, dass es sich meist um gesellschaftiche momentaufnahmen handelt, deren dunkelziffer unendlich hoch ist und die auch nur kurz in der zeitung für mehr leser sorgen.

das leben geht eben bekanntlich weiter…?! und wir vom familienfreund wollen, dürfen, müssen ein „aber wie“ anfügen. gern unterstützen wir männer in not und helfen ihnen mit ansprechpartnern und kontaktadressen.

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