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jugendliche ohne ausbildung – teuer für die gesellschaft

ausbildungsvertrag (c) Claudia Hautumm / pixelio.de

jahr für jahr starten rund 150.000 junge menschen ohne ausbildungsabschluss, das heißt, mit schlechten zukunftsperspektiven ins berufsleben. wenn es nicht gelingt, diese zahl zu halbieren, entstehen für die öffentlichen haushalte belastungen in höhe von 1,5 milliarden euro pro altersjahrgang. das zeigt eine studie des wissenschaftszentrums berlin für sozialforschung (wzb) im auftrag der bertelsmann stiftung.

(ddp direct) vor allem die einnahmeverluste aufgrund geringerer lohnsteuerzahlungen kommen den staat teuer zu stehen – sie haben einen anteil von 70 prozent an den gesamtkosten. die folgekosten fallen zu 40 prozent auf bundesebene an, 30 prozent tragen die bundesländer, und jeweils 15 prozent entfallen auf die kommunen und die bundesagentur für arbeit.

die berechnungen des wzb basieren auf der annahme, dass es zukünftig gelingt, die zahl junger menschen ohne ausbildungsabschluss zu halbieren. dadurch würden die öffentlichen haushalte hochgerechnet auf die nächsten 10 jahre folgekosten von insgesamt 15 milliarden euro sparen. der handlungsbedarf ist dringend: bereits heute sind in deutschland mehr als 7 millionen menschen im erwerbsfähigen alter ohne berufsausbildung.

einen großteil der jugendlichen ohne ausbildungsabschluss stellt mit 52 prozent die gruppe der hauptschulabsolventen. 22 prozent umfasst die gruppe der jungen erwachsenen ohne jeden schulabschluss. mit einem anteil von 26 prozent bleiben zunehmend aber auch realschulabsolventen ohne ausbildung. daher fordert die bertelsmann stiftung, allen ausbildungsfähigen jugendlichen eine garantie auf einen ausbildungsplatz zu geben. neben dem dualen system müssten dafür ergänzende, öffentlich geförderte ausbildungsplätze geschaffen werden.

die studie zeigt, dass für jeden jungen menschen ohne ausbildungsabschluss heute rund 22.000 euro investiert werden könnten, ohne dass bei den öffentlichen haushalten künftig zusätzliche kosten entstehen würden. zwischen den bundesländern gibt es dabei unterschiede, je nach zusammensetzung und anteil der jugendlichen ohne ausbildungsabschluss: die folgekosten pro kopf liegen zwischen 17.000 euro in thüringen und mecklenburg-vorpommern und 23.000 euro in nordrhein-westfalen und rheinland-pfalz.

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