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Kampagnen Auftakt: Frankfurter Initiative für bessere Versorgung nach sexueller Gewalt

Gewalt an Männern (c) Torsten Lohse / pixelio.de

Alle Betroffenen sollen nach einer Vergewaltigung Zugang zur bestmöglichen medizinischen Versorgung haben – unabhängig davon, ob sie Anzeige erstatten oder nicht. Das ist die Zielsetzung einer bundesweit einmaligen Initiative der Stadtverordnetenversammlung, des Frauenreferats, des Amts für Gesundheit und des Jugend- und Sozialamts der Stadt Frankfurt. Am Donnerstag, 21. Februar, startet die Initiative mit einer großen Plakat-Kampagne.

(pia) Als Botschafterin engagiert sich die Frankfurterin Susanne Fröhlich: „Ein weit verbreitetes Klischee ist immer noch, dass Frauen bei einer Vergewaltigung eine Mitschuld tragen. Auch deswegen trauen sich viele Betroffene nicht zum Arzt – aus Angst, dass alles publik wird. Daran muss sich etwas ändern.“

Alle Frankfurter können nun erfahren, wie wichtig es für Betroffene ist, zum Arzt zu gehen, und dass ihr Umfeld sie dabei unterstützen sollte. Die Beratungsstelle Frauennotruf ist damit beauftragt, die Veränderungen in der Versorgungsstruktur gemeinsam mit Frankfurter Kliniken auszuarbeiten, die Fortbildungen für Ärzte zu organisieren und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Die international tätige Agentur Young & Rubicam, die den Frankfurter Frauennotruf seit Jahren pro bono unterstützt, arbeitet an der Umsetzung der Kampagne.

Der Startschuss für die Initiative beginnt mit großflächigen Plakaten, die ab sofort darauf aufmerksam machen, dass jede Vergewaltigung ein Notfall ist, und dass Betroffene sich an ein Krankenhaus wenden sollten. Angela Wagner von der Beratungsstelle Frauennotruf erklärt: „Es ist uns ein großes Anliegen, die Situation für Betroffene zu verbessern. Mit unserem Vorhaben betreten wir Neuland. Wir fühlen uns sehr geehrt, dass die Stadt uns mit dem Auftrag zur Umsetzung diesen enormen Vertrauensvorschuss entgegenbringt.“

Bereits im September 2011 hatte die Mehrheit der Stadtverordneten parteiübergreifend beschlossen, die Situation für Betroffene zu verbessern. Mit der groß angelegten Öffentlichkeits-Kampagne und den Veränderungen im Versorgungssystem nimmt Frankfurt bundesweit eine Vorreiterrolle ein. „Frauen, die Gewalt erfuhren, brauchen schnelle Hilfe, unabhängig davon, ob Religion, Moral und Ethik gegen die eine oder andere Hilfestellung Position beziehen“, erklärt Gesundheits- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Und Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld führt weiter aus: „Mit unserer Kampagne soll jede und jeder erfahren, dass kein Krankenhaus eine Frau nach einer Vergewaltigung abweisen darf.“

An dem neuen Verfahren in der Main-Metropole beteiligen sich sieben Frankfurter Kliniken und bauen die Akutversorgung aus. Entsprechende medizinische Fortbildungen haben bereits begonnen. Weitere Informationen ab Freitag, 22. Februar, unter http://www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de

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