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Kein Sex ist auch keine Lösung – Aktion zum Welt-Aids-Tag

Weltkugel (c) Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Derzeit lässt das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Dresden 10 000 Postkarten mit dem Titel Kein Sex – kein Aids! unter anderem in Kneipen, Bars und Kinos verteilen. Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember ruft die Landeshauptstadt scheinbar zur drastischsten Maßnahme in der Aids-Prävention auf. Kein Sex – kein Aids! Doch ist das die Lösung?

„Der konsequenteste Infektionsschutz wäre tatsächlich, Sexualität ganz zu lassen“, so der Leiter der Beratungsstelle für Aids und sexuell übertragbare Krankheiten, Dr. Matthias Stiehler. „Doch es wird jedem einleuchten, dass das keine Lösung ist. Es ist nicht sinnvoll, Ängste zu schüren und mit Verboten zu arbeiten, denn die Botschaften richten sich an ein sehr privates und intimes Geschehen. Jede Frau und jeder Mann muss selbst die Verantwortung für das eigene Tun übernehmen. Die wichtigste Aufgabe von Prävention ist daher, genau auf diese Eigenverantwortung aufmerksam zu machen. Das wollen wir mit der diesjährigen Postkarte zum Welt-Aids-Tag erreichen.“ Und weil fast alles eine zweite Seite hat, so hält die Rückseite der Postkarte auch die bessere Lösung parat. Besser als auf Sex zu verzichten ist: „Beim Sex ein Kondom benutzen oder vor dem Sex einen Test machen.“. Die Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten bietet dazu anonym und kostenfrei AIDS-Tests und Beratung an.

Die Rote Schleife

Die AIDS-Beratungsstelle wurde vor zwanzig Jahren, zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember 1992, vom Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Dresden eröffnet. In den darauffolgenden 20 Jahren führten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstelle etwa 35 000 anonyme und kostenfreie HIV-Antikörpertests (sogenannte AIDS-Tests) und etwa 2500 Präventionsveranstaltungen und Projekte durch. Mit Fusion der AIDS-Beratung und der Beratungsstelle für sexuell übertragbare Krankheiten vor knapp zehn Jahren, erweiterte sich das Aufgabenspektrum noch. So bieten die fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der Leitung von Dr. Matthias Stiehler heute neben den HIV-Tests auch Untersuchungen auf andere sexuell übertragbare Infektionen, wie Hepatitis, Chlamydien, Tripper und Syphilis an. Darüber hinaus betreuen sie Prostituierte in Gesundheitsfragen. Derzeit kommen jährlich etwa 2500 Menschen in die Beratungsstelle, etwa 6000 unterschiedliche Untersuchungen werden durchgeführt. Neben Test- und Beratungsleistungen nimmt die AIDS-Beratungsstelle auch das Thema Prävention sehr ernst. So gehören Schulveranstaltungen, Multiplikatorenschulungen, die Betreuung von Infoständen, Streetwork und aufsuchende Sozialarbeit bei Prostituierten zu den Maßnahmen der AIDS-Vorbeugung.

Die Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten, Bautzner Straße 125, berät und informiert immer dienstags und donnerstags von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr. In diesen Zeiten werden auch HIV-Tests anonym und kostenfrei durchgeführt.

Weitere Informationen unter www.dresden.de/aids oder telefonisch unter (03 51) 8 16 50 25.

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