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Kita-Buchungssystem – Stadt will hohe Sicherheit

begruessungsgeld baby (c) sunny33 / pixelio.de

Wo ist ein Kindergarten- oder Krippenplatz in Leipzig frei? Diese Frage wird im Internet bereits beantwortet. Die Firma familienfreund KG unterhält eine Plattform samt Kitaplatz-Service, in die sich jeder problemlos einklicken kann, wenn es um Familien unterstützende Angebote geht. Sie kooperiert nach eigenen Angaben mit 200 Partnern. Selbst das Jugendamt publiziert regelmäßig die aktuelle Belegungsstatistik im Netz. Etliche LVZ-Leser verstehen daher nicht, warum die Stadt diese Plattform nicht gleich für ihr geplantes Kita-Buchungssystem verwendet. Das verzögert sich um ein halbes Jahr, geht wahrscheinlich im Juli 2008 ans Netz, weil die stadteigene Lecos GmbH noch nicht alle technischen Probleme gelöst hat (die LVZ berichtete).

familienfreund KG bietet bereits Service im Internet

„Wir haben der Stadt eine Zusammenarbeit angeboten“, sagt Thomas Kujawa von der familienfreund KG auf Nachfrage. „Unser System ist fertig und kann binnen weniger Wochen mit einem Buchungssystem, wie es in Hotels üblich ist, gekoppelt werden.“ Offenbar sei dies aber nicht gewollt. Interessenten, die kein Internet haben, könnten sich bei der Firma auch telefonisch Auskunft holen. Im Jugendamt wird dieser Service gelobt: „Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied. Bei Familienfreund geht es um Statistiken, die relativ schnell veralten können“, so Abteilungsleiter Thomas Schmidt vom Jugendamt. „Wir entwickeln ein möglichst transparentes System, auf das alle Zugriff haben – ob nun die Eltern oder die Betreiber des Kindergartens.“ Entwickelt werde das System mit der stadteigenen Lecos GmbH, da es sich um sehr sensible Daten handelt. „So wird mit dem Melderegister abgeglichen, ob die angemeldeten Kinder tatsächlich existieren. Damit wollen wir vermeiden, dass jemand aus Spaß das System lahmlegt oder Kinder mehrfach anmeldet“, sagt Schmidt. Dabei können die Eltern den gewünschten Platz entweder direkt in der Kita oder von zu Hause aus über das Internet buchen. Statt drei Tage soll die Frist, in der reserviert wird, künftig sogar sieben Tage betragen. Innerhalb dieser Zeit muss der Vertragsabschluss erfolgen, sonst wird die Reservierung aufgehoben. Sensibel sei das System außerdem, da Verträge mit persönlichen Daten verwaltet werden. „Das verlangt ein hohes Sicherheitsniveau.“

Rathaus setzt aber auf eigene Plattform

LVZ-Leser wollten wissen, ob in das Buchungssystem die freien Träger einbezogen werden. Schmidt: „Ohne sie hat es wenig Sinn. Mir ist nicht bekannt, dass sich ein freier Träger dem System verweigern will.“ Mittlerweile kursieren Gerüchte, dass die Stadt mit dem System erreichen will, Kinder ablehnen zu können, die aus etwas entfernteren Stadtteilen kommen. „Das ist Unsinn. Nach wie vor sollen Eltern sich für besondere pädagogische Profile entscheiden können“, betont Schmidt. Auch Kinder aus Umlandgemeinden werden weiterhin berücksichtigt. Wie das im Buchungssystem gelöst wird, sei aber ebenso wie andere Details noch zu klären.

Dass die Stadt auf ein eigenes System setzt, nimmt die familienfreund KG übrigens gelassen. Kujawa: „Wir vermitteln auch mehr als 200 Tagesmütter. Die kommen im geplanten Internetsystem der Stadt nicht vor.“ Mathias Orbeck

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