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Krebstherapie: Mittelknappheit bestimmt Ärztealltag

Kompetenz (c) S. Hofschläger / pixelio.de

90 Prozent der Onkologen fühlen sich durch den Kostendruck negativ in ihrer ärztlichen Behandlung beeinflusst, fast die Hälfte der Ärzte muss regelmäßig auf Maßnahmen zurückgreifen, die nicht der optimalen Therapie entsprechen. Rationalisierung, Zweite-Wahl-Präparate und vorzeitige Entlassung der Patienten aus der stationären Behandlung sind Folgen dieser Mittelknappheit, wie die aktuelle Umfrage des Ärztenetzwerkes coliquio ergab.

(lifePR) Jeder dritte Arzt muss laut der Umfrage eine schlechtere Behandlungsalternative wählen:

15 Prozent der Ärzte wenden eine indizierte, aber teure Maßnahme zunächst nicht an und warten ab, ob der Patient auch ohne sie auskommt. 11 Prozent entlassen ihre Patienten vorzeitig in die ambulante Betreuung, obwohl eine stationäre Weiterbehandlung sinnvoll gewesen wäre. Und 6 Prozent verzichten aus finanziellen Gründen sogar auf den Einsatz zugelassener Präparate, die einen erheblichen Zusatznutzen gehabt hätten.

Den eigenen Patienten nicht weiter behandeln zu können – dazu sehen sich 12 Prozent der Ärzte gezwungen. Sie verweisen den Patienten dann an eine andere Klinik oder anderen Spezialisten. Dennoch zeigen sich die Mediziner kämpferisch und versuchen, den ärztlichen Heilauftrag gegen die ökonomischen Reglementierungen durchzusetzen: 94 Prozent der Ärzte haben bereits mit Kostenträgern verhandelt, um letztlich doch noch eine teure Maßnahme finanziert zu bekommen.

Steht der optimalen Medikation ein geringfügig weniger effektives Präparat gegenüber, ist die Ärzteschaft zwiegespalten: Knapp die Hälfte der Ärzte hält es für vertretbar, auf diese Alternativen zurückzugreifen, die andere Hälfe steht dem negativ gegenüber. Neben dem emotionalen Druck durch die Mittelknappheit belasten auch Kostenfragen den Arbeitsalltag der Mediziner: 50 Prozent der Ärzte müssen wöchentlich bis zu fünf Stunden ihrer Arbeitszeit in das Thema investieren, 16 Prozent sogar bis zu zehn Stunden pro Woche.

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