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Leistungsstark statt ausgepowert – Leserfragen zum Expertentelefon

Sport | Firmenlauf (c) Petra Bork / pixelio.de

Im Spannnungsfeld Beruf und Familie gibt es jede Menge Fragen und Herausforderungen zu lösen. Nicht immer ist man allein mit seiner Frage. Und wenn man durch einen vom Arbeitgeber finanzierten Familienservice zurückgreifen kann, muss man nicht lange nach einer Antwort suchen. Die Expertentelefone bieten themenorientiert die Möglichkeit Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen. Fachexperten, wie Dr. Simone Feldhaus stehen zu verschiedenen Themen mit ihren Kompetenzen zur Verfügung und unterstützen mit lebenspraktischen Tipps.

Sport als Ausgleich zum Stressabbau?

1. Bei uns in der Familie geht es oft hektisch zu. Angesichts von Überstunden und Freizeitstress kommt regelmäßig Fast Food auf den Tisch. Ist das wirklich so ungesund?

Dr. Klaus Tiedemann, niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportmedizin in Moosburg a. d. Isar: Fastfood belastet die Bauchspeicheldrüse enorm und fördert das Entstehen eines Diabetes erheblich. Zudem ist diese Ernährung aufgrund ihres zumeist hohen Anteils an tierischem Eiweiß sehr säurelastig, und das behindert die Erholung des Körpers. Eiweiß enthält Schwefel und Phosphor, die zu Schwefelsäure und Phosphorsäure abgebaut werden und anschließend neutralisiert werden müssen. Stehen dazu nicht genügend basische Mineralstoffe aus einer obst-, gemüse- und salatreichen Ernährung zur Verfügung, kommt es zu einer chronischen Übersäuerung des Körpers, die das Allgemeinbefinden beeinträchtigen kann. Neben Müdigkeit und Erschöpfung können eine verringerte Leistungsfähigkeit, erhöhte Stressempfindlichkeit sowie verminderte Widerstandskraft die Folgen sein.

2. Weil ich einen stressigen Job habe, raten mir Freunde, zum Ausgleich Sport zu treiben. Doch wo liegt da der Gewinn? Wenn ich regelmäßig trainieren würde, hätte ich ja noch weniger Zeit für mich, um zu entspannen und zu lesen etc.

Dr. Klaus Tiedemann: Körperliche Aktivität hat sehr deutliche, Stress abbauende Effekte. Man kann „runterfahren“ und eine deutliche Zäsur zwischen dem beruflichen Stress und der Ruhephase am Abend setzen. Ich empfehle moderate Ausdauersportarten, um eine aufputschende Wirkung durch den Sport zu vermeiden.

3. Mit einem Zwölf-Stunden-Job kam ich früher oft an meine Grenzen, aber irgendwie ging es weiter. Heute muss ich mich oft wundern, wie schnell andere an ihr Limit geraten und schon bei geringer Belastung von Stress reden. Ist das denn alles subjektiv oder gibt es objektive Kriterien für Stress?

Dr. med. Klaus Tiedemann: Entscheidend ist, wie man mit der Belastung umgeht und wie sehr man sich davon „auffressen“ lässt. Die individuelle Belastbarkeit ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und nicht zuletzt auch von der Tagesform abhängig. Objektive Messwerte für die persönliche Stressresistenz sind selten und vielleicht auch gar nicht so wichtig. Für die Gesundheit ist die körperliche Reaktion entscheidend. Treten infolge hoher Belastung nicht nur vorübergehend, sondern über einen längeren Zeitraum Verspannungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen oder Nervosität und Unausgeglichenheit auf, sollte man dies ernst nehmen und dem Dauerstress aktiv begegnen.

Gutes Zeitmanagement, besser Arbeiten?

4. Um die steigenden Anforderungen im Job besser bewältigen zu können, wurde lange Zeit ein gutes Zeitmanagement empfohlen. Doch inzwischen hat sich die gängige Meinung offenbar gewandelt. Was würden Sie heute raten?

Nadja Lins, Business-Coach, Führungskräfte-Trainerin, Burnout-Lotsin, Gutachterin u. Auditorin für Unternehmen (Stressprävention), Volljuristin, Frankfurt: Früher war die Absicht eines guten Zeitmanagements, dass die Menschen in kürzerer Zeit sowohl quantitativ als auch qualitativ bessere Ergebnisse erbringen sollten. Doch das funktionierte zeitlich nur begrenzt, denn ab einem bestimmten Zeitpunkt wurden die Grenzen der „Selbstausbeutung“ überschritten und die Betroffenen wurden im wahrsten Sinne des Wortes „kraftlos“, „getrieben“ und „leer“. Nach meinem heutigen Verständnis gehört noch mehr dazu: Ein Zeitmanagement ist dann gut, wenn der Einzelne damit nicht nur seine Arbeit, sondern auch sein Privatleben und seine Gesundheitserhaltung plant. Denn je gesünder und vitaler, je „fitter“ und „aufgeräumter“ ein Mensch ist, desto effektiver und effizienter wird er arbeiten und agieren. Daher rate ich dazu, sich aktiv zu überlegen, was man täglich und wöchentlich an Pausen, Sport, Ernährung und Ähnliches benötigt. Im zweiten Schritt bauen Sie verschiedene Zeitfenster mit dem Stichwort „meine Gesundheit“ in Ihren wöchentlichen Plan ein. Im dritten Schritt überarbeiten Sie nach der ersten Woche Ihren Plan und optimieren ihn.

5. Das Gefühl, unersetzlich zu sein, ist für einen Unternehmer wie meinen Mann der treibende Motor, um jeden Tag aufzustehen. Doch ich denke, er mutet sich viel zu viel zu. Wie kann er lernen, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren?

Nadja Lins: Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass ein Mensch erst dann etwas verändern wird, wenn er selbst für sich eine Erkenntnis hat. Als Coach wäre daher der erste Schritt im Gespräch zu „überprüfen“, ob Ihr Mann die eigenen Grenzen nicht erkennt und weiterarbeitet oder ob Ihr Mann die eigenen Grenzen erkennt und trotzdem gegen seine Gesundheit weiter agiert. Der zweite Schritt wäre, herauszufinden, wie denn aus Sicht Ihres Mannes die Arbeit in seiner Funktion als Unternehmer optimal wäre. Und der dritte Schritt wäre dann, Ihren Mann darin zu unterstützen, dass er sich eine Strategie oder einen Handlungsplan erarbeitet, wie er sein Arbeitsverhalten verändert und Schritt für Schritt seine Grenzen nicht nur erkennt, sondern auch bewahrt.

Coaching im Job als Hilfe?

6. Viele gut bezahlte Manager lassen sich „coachen“, um leichter durch den Berufsalltag zu kommen. Doch was genau muss man sich darunter vorstellen? Kann so etwas auch für mich als Teamleiterin sinnvoll sein?

Nadja Lins: Als Coach ist man Gesprächs-Sparring-Partner für einen Menschen, der in bestimmten Bereichen (privat oder beruflich) Unterstützung möchte. Es ist eine „Hilfe zur Selbsthilfe“, bei der durch gezielte und fragende Gesprächsführung Menschen geholfen wird, Klarheit für sich selbst zu erlangen und dann eigene Ideen oder Handlungsweisen zu erarbeiten. Da jeder Mensch irgendwann mal in seiner Berufszeit Unterstützung „gebrauchen“ kann, kann ein Coaching für Manager aus der Industrie ebenso sinnvoll sein, wie für Unternehmer und Führungskräfte, oder auch Bereichs- und Teamleiter/-innen, die in Bezug auf Führung oder Stressprävention neue Wege suchen.

7. Um ein wichtiges Projekt abschließen zu können, muss ich in den kommenden Wochen topfit sein. Doch langsam geht bei mir die Luft raus. Wie kann ich schnell neue Energie tanken?

Jutta Doebel, Apothekerin in Erftstadt bei Köln, Ernährungs- und Diätberaterin, TV-Expertin: Wenn man für ein paar Wochen, also einen überschaubaren Zeitraum, noch volle Leistung bringen muss und die notwendige Energie dazu fehlt, gibt es die Möglichkeit, seinen Körper kurzfristig auf natürliche Weise mit speziellen Nährstoffen zu unterstützen. Dabei ist es allerdings wichtig, dass es sich um speziell dosierte Nährstoffkombinationen aus Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen handelt. Und auch der Einnahmezeitpunkt spielt eine entscheidende Rolle. Werden Zink, Selen und Vitamin D beispielsweise abends zugeführt, stärken sie das Immunsystem und unterstützen die Regenerationsprozesse in der Nacht. Tagsüber können dagegen Magnesium und B-Vitamine für mehr Energie sorgen. Eine solche „tageszeitengerechte“ Einnahme, wie sie zum Beispiel bei der Basica 14-Tage-Intensiv-Kur gewährleistet ist, ist nicht zuletzt durch die gute Anpassung an den Biorhythmus zu empfehlen. Der Zwei-Phasen-Effekt sorgt schnell wieder für volle Leistungskraft. Längerfristig sollte man darauf achten, Bausteine der Entspannung und Regeneration in den Alltag zu integrieren.

Wie kriege ich Energie für den ganzen Tag?

8. Stimmt es wirklich, dass der Körper in Stresssituationen mehr Nährstoffe braucht?

Jutta Doebel: Ja, das stimmt wirklich. Unser Körper verbraucht in stressigen Zeiten deutlich mehr Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und auch Cortisol. Mittlerweile wissen wir, dass wir in solchen Phasen nicht nur mehr Nährstoffe verbrauchen, sondern auch, dass unser Körper in Stresssituationen Nährstoffe schlechter resorbieren kann. Deshalb ist es dann besonders wichtig, mögliche Defizite auszugleichen.

9. Nachmittags geht bei mir die Energiekurve oft so weit nach unten, dass ich einschlafen könnte. Normalerweise bin ich nach ein paar Stunden wieder fit. Doch in den vergangenen zwei Monaten komme ich aus dem Tief gar nicht mehr raus. Was raten Sie mir?

Thomas Heimann, Dipl.-Ökotrophologe, Produktmanager bei Protina Pharm. GmbH, München: Ständige Erschöpfung und Müdigkeit können verschiedene Ursachen haben. Zu wenig Schlaf, starke Belastungen in Beruf, oder Privatleben oder falsche Ernährung sind mögliche Ursachen. Aber auch ein stressbedingtes Nährstoffdefizit kann der Grund für anhaltende Erschöpfung sein. Schafft man es nicht, in stressigen Phasen seine Lebensgewohnheiten oder Ernährung zu ändern, können hoch dosierte basische Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen aus der Apotheke den Organismus unterstützen.

10. Was kann man denn tun, um nach einer 14-tägigen Intensiv-Kur den Effekt weiter aufrechtzuerhalten?

Thomas Heimann: Nach einer 14-tägigen Intensiv-Kur ist eine ausgewogene, basenreiche Ernährung wichtig, um den Energiestoffwechsel zu aktivieren und das Säure-Basen-Gleichgewicht zu stabilisieren. Eine basenreiche Ernährung besteht hauptsächlich aus Salat, Gemüse und Obst. Schafft man es nicht, sich ausreichend basisch zu ernähren, kann die regelmäßige Einnahme basischer Mineralstoffe sinnvoll sein. Insbesondere in stressigen Phasen mit hoher Arbeitsbelastung ist es möglicherweise ratsam, die Kur zu wiederholen. Unter www.basica-intensivkur.de finden Sie neben praktischen Tipps, wie Sie Ihre Leistungskraft mittelfristig erhalten, auch einen Stress-Test, um Ihre aktuelle Situation besser einschätzen zu können.

Und was bewirkt der Jahreskreislauf?

11. Wenn die Tage kürzer werden, sinkt meine Stimmung auf den Nullpunkt. Was kann ich gegen die depressiven Phasen unternehmen?

Dr. Simon Feldhaus, niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin und Komplementärmedizin: Das beste Mittel ist körperliche Aktivität. Ich empfehle zwei- bis dreimal wöchentlich 30 Minuten sportliche Tätigkeiten, wie Joggen, Walken oder Schwimmen. Wenn man spürt, dass einem das Tageslicht fehlt, helfen sogenannte Vollspektrum-Lampen, die man in der Wohnung in die normale Lampenfassung schrauben kann. Gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf sind weitere wichtige Voraussetzungen für körperliches und seelisches Wohlbefinden.

12. Da ich mich in Job und Familie zunehmend überfordert fühle, hat mir mein Arzt ein Achtsamkeitstraining empfohlen. Doch ich bin skeptisch. Was kann das bringen?

Dr. Simon Feldhaus: Achtsamkeitstraining ist durchaus eine geeignete Maßnahme, um Stress im Alltag zu reduzieren. Ziel ist es, selbst ganz gegenwärtig zu sein, nicht ständig über vergangene Sachen grübeln oder zukünftige Dinge planen. Dabei geht es darum, seine Aufgaben in Ruhe zu erfüllen sich auch die Zeit dafür zu lassen und Dinge nacheinander zu tun, nicht gleichzeitig.

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